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Tantchen

ESPAÑOL

La tía


Du hättest Tantchen kennen sollen! Sie war reizend! Ja, das heißt, sie war gar nicht reizend, wie man es versteht, wenn man von 'reizend sein' spricht, aber sie war süß und lieb, unterhaltend auf ihre Weise, richtig um über sie zu sprechen, wenn man über jemanden sprechen und sich lustig machen soll, sie war, um sie direkt in eine Komödie zu setzten - und das einzig und allein, weil sie nur für das Komödienhaus lebte und alles, was sich darinnen rührt. Sie war so ehrenwert, aber der Agent Fabs, den Tantchen immer Flabs nannte, nannte sie theatertoll.

"Das Theater ist meine Schule," sagte sie, "meine Wissensquelle, von dort her habe ich meine biblische Geschichte aufgefrischt: 'Moses', 'Joseph und seine Brüder', das sind nun Opern! Ich habe vom Theater meine Weltgeschichte, Geographie und Menschenkenntnis! Ich kenne das Pariser Leben aus den französischen Stücken - schlüpfrig, aber höchst interessant! Wie habe ich geweint über 'Die Familie Riquebourg', daß der Mann sich tottrinken soll, damit sie den jungen Liebhaber bekommen kann! - Ja, wie viele Tränen habe ich doch geweint in den fünfzig Jahren, die ich abonniert bin!"

Tantchen kannte jedes Theaterstück, jede Kulisse, jede Person, die auftrat oder aufgetreten war. Sie lebte nur wirklich in den neun Theatermonaten. Der Sommer ohne Sommertheater war eine Zeit, die sie alt machte, während ein Theaterabend, der sich über Mitternacht hinauszog, eine Lebensverlängerung war. Sie sprach nicht wie andere Leute: "Nun haben wir Frühling, der Storch ist gekommen!" - "Es steht in der Zeitung, von der ersten Erdbeere." Sie dagegen verkündete das Kommen des Herbstes. "Haben Sie gesehen, und kommen die Theaterlogen zur Auktion, nun beginnen die Vorstellungen?"

Sie berechnete den Wert und die gute Lage einer Wohnung danach, wie nahe sie dem Theater lag. Es war ihr ein Schmerz, die kleine Gasse hinter dem Theater zu verlassen und in die große Straße etwas weiter davon zu ziehen und dort in einem Haus zu wohnen, wo sie kein Gegenüber hatte.

"Zu Hause muß mein Fenster meine Theaterloge sein! Man kann doch nicht sitzen und in sich selber aufgehen; Menschen muß man doch sehen! Aber nun wohne ich, als wäre ich hinaus aufs Land gezogen. Will ich Menschen sehen, muß ich hinausgehen in meine Küche und mich auf den Gußstein setzen, nur da habe ich ein Gegenüber. Nein, als ich in meinem Gäßchen wohnte, da konnte ich gerade zum Leinenhändler hineinsehen, und dann hatte ich nur drei Schritte zum Theater, nun habe ich dreitausend Gardistenschritte."

Tantchen konnte krank sein, aber wie schlecht sie sich auch fühlte, versäumte sie doch das Theater nicht. Ihr Arzt verordnete, daß sie eines Abends Sauerteig unter den Sohlen haben sollte, sie tat, wie er sagte, aber fuhr hin ins Theater und saß dort mit Sauerteig unter den Füßen. Wäre sie dort gestorben, so würde es sie gefreut haben. Thorwaldsen starb im Theater, das nannte sie einen "seligen Tod."

Sie konnte sich gewiß das Himmelreich nicht anders vorstellen, als daß auch dort ein Theater sein müßte; das war uns ja nicht verheißen, aber es war doch anzunehmen, daß die vielen ausgezeichneten Schauspieler und Schauspielerinnen, die vorausgegangen waren, einen weiteren Wirkungskreis haben mußten.

Tantchen hatte ihren elektrischen Draht vom Theater zu ihrer Wohnung; das Telegramm kam jeden Sonntag zum Kaffee. Ihr elektrischer Draht war "Herr Sivertsen von der Theatermaschinerie," der die Signale gab für Auf und Ab, Ein und Aus mit Vorhängen und Kulissen.

Von ihm bekam sie voraus eine kurze und lebendige Ankündigung der Stücke, Shakespeares "Sturm" nannte er "verfluchtes Zeug! Da ist so viel aufzustellen, und dann beginnt es mit Wasser bis zur ersten Kulisse!" Das hieß, so weit heran gingen die rollenden Wogen. Stand dagegen durch all die fünf Akte ein und dieselbe Zimmerdekoration, dann sagte er, daß es vernünftig und gut geschrieben sei, es war ein Ruhestück, es spielte sich selber, ohne Aufstellung.

In früher Zeit, wie Tantchen die Zeit vor einigen dreißig Jahren nannte, waren sie und der eben erwähnte Herr Sivertsen jünger; er war schon bei der Maschinerie und, wie sie ihn nannte, ihr Wohltäter. Es war nämlich zu der Zeit Sitte, daß bei der Abendvorstellung in dem einzigen und großen Theater der Stadt Zuschauer auch auf den Boden kamen, jeder Maschinist hatte über einen oder zwei Plätze zu verfügen. Es war da oft gestopft voll und sehr feine Gesellschaft; man sagte, daß da sowohl Generalinnen als auch Kommerzienrätinnen gewesen seien; es war so interessant, hinter die Kulissen hinabzusehen und zu wissen, wie die Menschen gingen und standen, wenn der Vorhang unten war.

Tantchen war mehrere Male dagewesen, sowohl zu Tragödien, als auch zu Ballet, denn die Stücke, wo das meiste Personal auftrat, waren die interessantesten vom Boden. Man saß so ziemlich im Dunkeln dort oben, die meisten hatten Abendbrot mit; einmal fielen drei Äpfel und eine Schnitte Butterbrot mit Rollwurst gerade hinab in Ugolinos Gefängnis, wo der Mensch Hungers sterben sollte, und da entstand ein Gelächter im Publikum. Die Rollwurst war einer der wichtigsten Gründe, weshalb die hohe Direktion die Zuschauerplätze auf dem Boden ganz aufheben ließ.

"Aber ich war siebenunddreißigmal da," sagte Tantchen, "und das vergesse ich Herrn Sivertsen niemals."

Es war gerade der letzte Abend, daß der Boden dem Publikum geöffnet war, da wurde "Salomons Urteil" gespielt, Tantchen erinnerte sich so genau; sie hatte durch ihren Wohltäter, Herrn Sievertsen, dem Agenten Fabs ein Eintrittsbillett verschafft, obgleich er es nicht verdiente, da er immer Narrenpossen mit dem Theater trieb und neckte; aber sie hatte ihn nun da hinaufgeschafft. Er wollte das Komödienzeug von der Kehrseite sehen, das waren seine eigenen Worte, und sie sahen ihm ähnlich, sagte Tantchen.

Und er sah "Salomons Urteil" von oben und schlief ein; Man sollte wahrlich glauben, daß er von einem großen Diner mit vielen Toasten gekommen sei. Er schlief und wurde eingeschlossen, und schlief in der dunklen Nacht auf dem Theaterboden, und als er erwachte, erzählte er, aber Tantchen glaubte ihm nicht, da war "Salomons Urteil" aus, alle Lampen und Lichter waren aus, alle Menschen aus, oben und unten; aber da begann erst das richtige Theater, das "Nachspiel," das war das Netteste, sagte der Agent. Da kam Leben in das Zeug! Es war nicht "Salomons Urteil," das gegeben wurde, nein, es war der Gerichtstag auf dem Theater. Und all das hatte der Agent Fabs die Frechheit, Tantchen einreden zu wollen; das war der Dank, weil sie ihn auf den Boden hinaufgeschafft hatte.

Was erzählte doch der Agent, ja, das war komisch genug zu hören, aber es lag Bosheit und Neckerei zugrunde.

"Es sah dunkel aus dort oben," sagte der Agent, "aber dann begann das Zauberzeug, große Vorstellung 'Gerichtstag auf dem Theater'. Die Kontrolleure standen an den Türen, jeder Zuschauer mußte sein geistiges Zensurbuch vorzeigen, ob er mit freien Händen hineinkommen durfte oder mit gebundenen, mit Maulkorb oder ohne Maulkorb. Herrschaften, die zu spät kamen, wenn die Vorstellung schon begonnen hatte, ebenso junge Menschen, die ja unmöglich immer die Zeit abpassen können, wurden draußen gefesselt, bekamen Filzsolen unter die Füße, um beim Anfang des nächsten Aktes hineinzugehen, dazu auch einen Maulkorb. Und dann begann der Gerichtstag."

"Reine Bosheit, von der Gott nichts weiß," sagte Tantchen.

Der Maler sollte, wollte er in den Himmel, eine Treppe hinaufgehen, die er selber gemalt hatte, die aber kein Mensch hinaufklettern konnte. Das war ja nur eine Sünde gegen die Perspektive. Alle die Pflanzen und Gebäude, die der Maschinenmeister mit großer Ungelegenheit in Länder gestellt hatte, in die sie nicht hineingehörten, sollte der arme Mensch an den rechten Ort versetzen, und das vor dem ersten Hahnenschrei, wenn er in den Himmel hineinwollte. Herr Fabs sollte nur sehen, daß er selber hineinkommen könne; und was er von dem Personal erzählte, von der Komödie, von Gesang und Tanz, war nun das Schwärzeste von Herrn Fabs, Flabs! Er verdiente nicht, auf den Boden zu kommen, Tantchen wollte seine Worte nicht in den Mund nehmen. Es war niedergeschrieben, das Ganze, was er gesagt hatte, der Flabs! Es sollte in Druck kommen, wenn er tot und unter der Erde wäre, nicht früher; er wollte nicht geschunden werden.

Tantchen war nur einmal in Angst und Not gewesen in ihrem Glückseligkeitstempel, dem Theater. Es war ein Wintertag, einer von den Tagen, an denen es nur zwei Stunden Tag ist und auch da grau. Es war eine Kälte und ein Schnee, aber ins Theater mußte Tantchen; sie gaben "Herman von Unna," dazu eine kleine Oper und ein großes Ballett, einen Prolog und einen Epilog. Es würde erst in der Nacht aus sein. Tantchen mußte dahin; ihre Mieter hatten ihr ein Paar Pelzstiefel geliehen mit Fell außen und innen; sie reichten ihr hoch an den Beinen hinauf.

Sie kam ins Theater, sie kam in die Loge; die Stiefel waren warm, sie behielt sie an. Auf einmal wurde "Feuer" gerufen; es kam Rauch von einer Kulisse, es kam Rauch vom Boden; es wurde ein fürchterlicher Schrecken. Die Leute stürmten hinaus; Tantchen war die letzte in der Loge - "zweiter Stock links, da nehmen sich die Dekorationen am besten aus," sagte sie, "sie werden immer so aufgestellt, daß sie sich von der königlichen Seite am besten ausnehmen" - Tantchen wollte hinaus, die vor ihr warfen in Angst und Unbedachtheit die Türe zu; da saß Tantchen, hinaus konnte sie nicht kommen, hinein auch nicht, das heißt, hinein in die Nachbarloge, das Geländer war zu hoch. Sie rief, niemand hörte, sie sah hinab in den Stock unter ihr, der war leer, der war niedrig, der war ganz nahe; Tantchen fühlte sich in der Angst so jung und so leicht; sie wollte hinabspringen, brachte auch das eine Bein über die Brüstung, das andere auf die Bank; da saß sie rittlings, schön drapiert mit ihrem blumigen Rock, mit einem langen Bein, das über den Rand hinausschwebte, einem Bein mit einem ungeheuren Pelzstiefel; das war ein Bild zu sehen! Und da es gesehen wurde, wurde Tantchen auch gehört und davor gerettet, drinnen zu verbrennen, denn das Theater brannte nicht.

Das war der erinnernswerteste Abend ihres Lebens, sagte sie und war froh darüber, daß sie sich nicht selber hatte sehen können, denn sonst wäre sie vor Scham gestorben.

Ihr Wohltäter bei der Maschinerei, Herr Sivertsen, kam beständig jeden Sonntag zu ihr, aber von Sonntag zu Sonntag war eine lange Zeit; in der späteren Zeit hatte sie deshalb mitten in der Woche ein kleines Kind "zum Überrest," das heißt, um das zu genießen, was an dem Tag von Mittag übrigblieb. Es war ein kleines Kind vom Ballett, das das Essen auch brauchte. Die Kleine trat als Elfe und auch als Page auf; die schwierigste Partie war als Hinterfuß des Löwen in der "Zauberflöte," aber sie wuchs auf zum Vorderbein vom Löwen, dafür bekam sie freilich nur drei Mark, die Hinterbeine gaben einen Reichstaler, aber da mußte sie krumm gehen und die frische Luft entbehren. Das war sehr interessant zu wissen, meinte Tantchen.

Sie hätte verdient, zu leben, solange das Theater stand, aber das hielt sie doch nicht aus; sie starb auch nicht dort, sondern anständig und ehrbar in ihrem eignen Bett; ihre letzten Worte waren übrigens ganz charakteristisch, sie fragt: "Was spielen sie morgen?"

Nach ihrem Tode waren wohl ungefähr fünfhundert Reichstaler da; wir schließen aus der Rente, die zwanzig Reichstaler machte. Die hatte Tantchen als Legat für eine würdige alte Jungfer ohne Familie bestimmt; sie sollte verwendet werden, um jährlich einen Platz im zweiten Stock links für den Sonnabend zu abonnieren, denn an dem Tag gab man die besten Stücke. Es war nur eine einzige Verpflichtung an die Nutznießung des Legats geknüpft: jeden Sonnabend sollte die, die im Theater war, an Tantchen denken, die in ihrem Grabe lag.

Das war Tantchens Religion.
Tendrías que haber conocido a mi tía. Era encantadora. No quiero decir encantadora en el sentido que se suele dar a la palabra, sino buena y cariñosa, divertida a su modo, dispuesta siempre a charlar sobre sí misma, cuando uno tenía ganas de charlar y reírse a propósito de alguien. Sin dificultad te la imaginabas en una comedia, entre otras cosas, porque sólo vivía para el teatro y la vida de la escena. Era una mujer muy respetable, pero el agente Fabs, a quien tía llamaba Flabs, decía que estaba loca por el teatro.
- El teatro es mi escuela - afirmaba -, la fuente de mis conocimientos. En él he refrescado mi Historia Sagrada: «Moisés», «José y sus hermanos»; eso son óperas. Al teatro debo mis conocimientos de Historia Universal, Geografía y Psicología. Por las obras francesas conozco la vida de París, equívoca, pero interesantísima. ¡Cómo he llorado con la «Familia Riquebourg» porque el marido ha de matarse bebiendo para que el joven amante pueda casarse con ella! Sí, he derramado muchas lágrimas en los cincuenta años que he estado abonada.
Mi tía conocía todas las obras teatrales, todos los decorados, todos los personajes que salían o habían salido a escena. Puede decirse que sólo vivía durante los nueves meses de la temporada. El verano, sin teatro, era para ella un tiempo vacío, que sólo servía para envejecer, mientras que una sola noche de espectáculo alargada hasta la madrugada, constituía una verdadera prolongación de su vida. No decía, como tantas otras personas: «Ya viene la primavera; ha llegado la cigüeña», o bien «ya están en el mercado las primeras fresas». Lo que ella anunciaba era la proximidad del otoño: «¿Ha visto que ya se ha abierto el abono a los palcos? Van a empezar las representaciones».
Estimaba la situación de una vivienda sólo por la distancia a que se encontraba del teatro. Vivió durante muchos tiempo en una calleja de detrás de la sala de espectáculos, y tuvo un gran disgusto cuando se vio obligada a trasladarse a otra calle.
- En casa quiero que mi ventana sea mi palco. No puede una permanecer sentada y encerrada en sí misma. Necesito ver a la gente. Ahora vivo como si me hubiese trasladado al campo. Si quiero ver gente, he de ir a la cocina a sentarme en el vertedero; sólo allí tengo a alguien delante. En cambio, cuando vivía en el callejón veía el interior de la tienda de telas y sólo estaba a trescientos pasos del teatro, mientras que ahora me separan de él tres mil, y de soldado.
A veces la tía se sentía enferma, pero muy mal tenía que estar para perderse una comedia. Una vez el médico le ordenó que se pusiera una cataplasma en las plantas de los pies. Ella lo hizo, pero se fue al teatro en coche y siguió la función con la cataplasma en su sitio. Morir en el teatro, ésta hubiera sido su ilusión. Thorwaldsen murió en el teatro. A eso le llamaba ella una «muerte venturosa».
No podía imaginar un cielo sin teatro. Cierto que nada de ello se dice en los libros sagrados, pero todos esos excelentes actores y actrices que nos han precedido, en algo tendrán que ocuparse en la eternidad.
Mi tía tenía su hilo telegráfico desde el teatro a su casa; el telegrama llegaba cada domingo a la hora del café. Este hilo telegráfico ,era el «tramoyista señor Sivertsen», el encargado de dar las señales de subir y bajar el telón, de colocar o retirar los decorados y cortinas. Él le anticipaba una breve explicación del argumento y circunstancias de la obra. A «La Tempestad», de Shakespeare, la llamaba la «maldita pieza». «Hay tanto y tanto que cambiar, y desde la primera escena está uno metido en agua». Quería decir, desde luego, que había que poner en primer término las «olas rodantes». En cambio, cuando la decoración no variaba en los cinco actos, el hombre decía que era una obra razonable y bien escrita, una obra tranquila, que discurre sola, sin complicaciones escenográficas.
En aquellos tiempos, como decía la tía hablando de treinta años atrás, ella y el mentado señor Sivertsen eran jóvenes. El hombre trabajaba ya de tramoyista, y ella lo llamaba su «bienhechor». Entonces era costumbre, en la función nocturna que se daba en el único y espacioso teatro de la ciudad, admitir espectadores en el telar, y todos los ayudantes tramoyistas disponían de dos o tres entradas gratuitas. Con frecuencia se llenaba aquel lugar de gente muy distinguida. Decíase que allí habían estado incluso generales y esposas de consejeros. Era muy interesante presenciar el espectáculo desde lo alto de los bastidores y ver moverse a los cómicos cuando había bajado el telón.
Mi tía estuvo allí varias veces viendo tragedias y «ballets», pues cuanto más personajes participaban en una obra, tanto más le interesaba verla desde el telar. Allá arriba se estaba casi a oscuras, y la mayoría de los concurrentes se traían la cena. Una vez cayeron tres manzanas y un bocadillo de salchichón precisamente en el calabozo de Ugolino, aquel infeliz condenado a morir de hambre, lo cual provocó una carcajada general en el público. Aquel salchichón fue uno de los principales motivos que indujeron a la dirección a suprimir los puestos del telar.
- Pero yo estuve treinta y siete veces - decía la tía -, y eso nunca dejaré de agradecérselo al señor Sivertsen.
Justamente la última noche que se permitió la entrada al telar se representaba el «Juicio de Salomón»; la tía se acordaba muy bien. Por mediación de su benefactor, el señor Sivertsen, había procurado una entrada al agente Fabs, a pesar de que no se lo merecía, porque continuamente se burlaba del teatro y gastaba bromas a la tía. No obstante, ella le había conseguido un puesto. El hombre deseaba ver la comedia «del revés», tales habían sido sus palabras, muy propias de él, como decía la tía.
Vio «El Juicio de Salomón» desde arriba y se durmió como si viniera de un gran banquete y hubiera brindado de lo lindo. Quedóse, pues, dormido y encerrado, y se pasó la noche durmiendo en el teatro. Luego explicó sus experiencias, pero la tía se negó a creerlo. Según dijo, una vez terminado «El Juicio de Salomón», cuando todas las luces estaban apagadas y el público se había marchado, entonces empezó la verdadera comedia, el sainete, que fue lo mejor de la velada. ¡Cómo se animó todo! No era ya el «Juicio de Salomón» lo que se representaba, sino el «Juicio final». Y el agente Fabs tuvo la frescura de pretender que la tía se tragase aquello; ésas fueron las gracias por haberle procurado una entrada gratis.
Lo que contó el agente tenía su gracia, pero enturbiada por un fondo de malicia y de burla.
- Desde arriba todo se veía oscuro - dijo el agente -. Pero luego empezó el hechizo, la gran representación: «El Juicio final en escena». Los acomodadores se presentaron en las puertas, y todos los espectadores hubieron de exhibir su certificado de conducta, a la vista del cual se decidía si entrarían con las manos libres o atadas, con mordaza o sin ella. Los caballeros y damas que llegaban una vez empezada la función, así como los jóvenes que nunca sabían ser puntuales, fueron atados fuera de la sala y se les pusieron zapatillas de fieltro; con ellas y con una mordaza se les permitiría entrar antes de que comenzase el siguiente acto. Y entonces se representa el Juicio final.
- ¡Pura bellaquería! - dijo la tía -. Que Dios no se la tome en cuenta.
El pintor, si quería subir al cielo, tenía que subir por una escalera pintada por él mismo y en la que no se sostenía un pie humano. Era un pecado contra la perspectiva. Todos los edificios y plantas que el tramoyista había situado con gran sudor y esfuerzo en países que no les correspondían, hubo de trasladarlos el pobre hombre a los lugares debidos, y eso antes de que cantara el gallo, si quería entrar en el cielo. Mejor haría el señor Fabs en preocuparse de que lo dejaran entrar a él, en lugar de contar tantos chismes de los personajes de la tragedia y de la comedia, del canto y del baile. No era digno de ir al telar, y la tía no repetiría nunca sus palabras. Fabs decía que lo había anotado todo, pero que no lo imprimirían hasta que estuviese muerto y enterrado, pues no quería que lo desollaran vivo.
Una sola vez pasó la tía un gran miedo y angustia en su templo de la bienaventuranza. Fue un día de invierno, uno de esos días en que no hay más que dos horas de luz bajo el cielo gris. El frío era horrible, con una ventisca atroz; pero la tía no pudo faltar a la función. Representaban «Hermann von Unna», con una breve ópera y un «ballet»; un prólogo y un epílogo; la cosa terminaría tarde. La tía pidió prestados a su patrona unos zapatos de piel: piel por fuera y por dentro, que le subían hasta las pantorrillas.
Llegó a la sala, entró en su palco; los zapatos eran calientes, y no se los quitó. De pronto se oyó la voz de «¡fuego!». Salía humo de uno de los bastidores y bajaba del telar. Originóse una alarma espantosa; la gente se echó a correr hacia las puertas, y la tía se quedó la última en el palco.
- Segunda fila izquierda, desde allí es de donde mejor se ven las decoraciones - decía -; las colocan de manera que produzcan el mejor efecto vistas desde el palco real.
La tía quiso salir, pero los que la precedían, en su miedo y atolondramiento habían dejado cerrarse la puerta. Y allí quedó la mujer sin poder ir hacia fuera ni hacia dentro, es decir, que tampoco podía pasar al palco vecino, pues la mampara intermedia era demasiado alta. Gritó, pero no la oyeron; miró a la fila inferior de palcos; estaba desierta, era baja, y la separaba de ella muy poca distancia. El terror la volvió joven y ágil; se dispuso a saltar, puso una pierna encima de la barandilla, la otra sobre el banco y allí se quedó a horcajadas, con el vestido de flores y una pierna tambaleándose, calzada con el enorme zapato de piel. ¡Un espectáculo digno de ver! Al final la vieron y la oyeron, y se salvó del fuego, que, por lo demás, no pasó a mayores.
Aquella noche fue la más memorable de su vida; y estaba contenta de no haberse visto a sí misma, pues se habría muerto de vergüenza.
Su protector, el señor Sivertsen, acudía a su casa con toda regularidad los domingos. Pero de domingo a domingo van muchos días, y se estableció la costumbre de que a mitad de semana una niña iba «para los restos», o sea, para comer lo que había sobrado de la comida del domingo. Era una muchacha del «ballet», que pasaba bastante hambre y actuaba de duendecillo o de paje. Su papel más difícil era el de pata trasera del león en la «Flauta encantada»; poco a poco fue ascendiendo hasta el de pata delantera, por lo que cobraba no más de tres marcos, mientras que por las traseras pagaban un escudo, pero en cambio el actor tenía que andar encorvado y no respiraba aire puro. Saber todo eso resultaba muy interesante, en opinión de la tía.
Valía la pena vivir mientras existiese el teatro, pero no le fue concedido este privilegio. Ni tampoco el de morir en el teatro, sino que cerró los ojos digna y decentemente en su propio lecho. Sin embargo, sus últimas palabras fueron muy significativas, pues preguntó:
- ¿Qué representan mañana?
A su muerte dejó unos quinientos escudos; lo deducimos de los intereses, que se elevaban a veinte escudos. La tía los había dejado en herencia a una respetable solterona sin familia, a condición de invertirlos en el abono anual a una butaca de la segunda fila izquierda y en funciones de sábado noche, que era cuando se daban las mejores obras. Una sola obligación se estipulaba para la heredera: que cada sábado por la noche recordase a la tía que reposaba en la sepultura.
Tal era la religión de mi tía.




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