DEUTSCH

Das alte Haus

ITALIANO

La vecchia casa


Drüben in der Straße stand ein altes, altes Haus, das war fast dreihundert Jahr alt, so konnte man an einem Balken lesen, an dem die Jahreszahl zugleich mit Tulpen und Hopfenranken eingekerbt war. Da standen ganze Verse in der Schreibweise alter Tage, und über jedem Fenster war ein fratzenhaftes Gesicht in den Balken eingeschnitten. Das obere Stockwerk hing weit über das untere, und unter dem Dache war eine Bleirinne mit Drachenköpfen. Das Regenwasser sollte aus dem Rachen herauslaufen, aber es lief aus dem Bauche, denn es war ein Loch in der Rinne.

Alle anderen Häuser in der Straße waren so neu und so nett, mit großen Scheiben und glatten Wänden, und man konnte wohl sehen, daß sie nichts mit dem alten Haus zu tun haben wollten. Sie dachten wohl: "Wie lange soll das Gerümpel hier noch der Straße zur Schande stehen bleiben. Der Erker steht so weit heraus, daß niemand aus unseren Fenstern sehen kann, was auf der anderen Seite geschieht! Die Treppe ist so breit, wie bei einem Schloß und so hoch wie bei einem Kirchturm. Das Eisengeländer sieht ja aus, wie die Tür zu einem alten Erbbegräbnis, dazu hat es noch Messingknöpfe. Das ist geschmacklos!"

Gerade gegenüber in der Straße standen auch neue und nette Häuser, und sie dachten wie die anderen. Aber am Fenster saß hier ein kleiner Knabe mit frischen, roten Wangen, mit klaren, strahlenden Augen, dem das alte Haus am besten gefiel sowohl im Sonnenschein wie im Mondschein. Wenn er nach der Mauer hinüber sah, wo der Kalk abgebröckelt war, konnte er sitzen und sich die wunderbarsten Bilder ausdenken: wie wohl die Straße früher ausgesehen haben mochte mit Treppen, Erkern und spitzen Giebeln. Er konnte Soldaten mit Hellebarden sehen, und Dachrinnen, die wie Drachen und Lindwürmer herumliefen. – Das war so recht ein Haus zum Betrachten. Und drüben wohnte ein alter Mann; der ging in Kniehosen, hatte einen Rock mit großen Messingknöpfen und eine Perrücke, bei der man sehen konnte, daß es eine wirkliche Perrücke war. Jeden Morgen kam ein alter Diener zu ihm, der aufräumte und Gänge besorgte. Sonst war der alte Mann in den Kniehosen ganz allein in dem alten Hause. Zwischendurch kam er wohl einmal ans Fenster und sah hinaus, und der kleine Knabe nickte zu ihm hinüber; der alte Mann nickte wieder, und so wurden sie Bekannte, und so wurden sie Freunde, obwohl sie niemals miteinander gesprochen hatten. Aber das war auch unnötig.

Der kleine Knabe hörte seine Eltern sagen: "Der alte Mann da drüben hat es gut, aber er ist so schrecklich allein!"

Am nächsten Sonntag nahm der kleine Knabe etwas, wickelte es in ein Stück Papier, ging vor die Tür, und als der Diener, der die Gänge besorgte, vorbeikam, sagte er zu ihm: "Hör, willst Du dem alten Mann da drüben das von mir bringen? Ich habe zwei Zinnsoldaten, dies ist der eine; er soll ihn haben, denn ich weiß, daß er so schrecklich allein ist."

Und der alte Diener sah ganz vergnügt aus, nickte und trug den Zinnsoldaten hinüber in das alte Haus. Darauf kam von drüben ein Bote mit der Anfrage, ob der kleine Knabe wohl Lust hätte, selbst einmal herüber zu kommen und Besuch zu machen. Dazu bekam er von seinen Eltern Erlaubnis, und so kam er in das alte Haus hinüber.

Die Messingknöpfe am Treppengeländer glänzten viel stärker als sonst. Man hätte glauben mögen, daß sie des Besuches wegen poliert worden wären. Und es war, als ob die geschnitzten Trompeter – denn es waren geschnitzte Trompeter an der Tür, die in den Tulpen standen – aus Leibeskräften bliesen; ihre Backen sahen viel dicker aus als zuvor. Ja, sie bliesen: "Tratteratra. Der kleine Knabe kommt. Tratteratra!" und dann ging die Türe auf. Den ganzen Gang entlang hingen alte Porträts, Ritter in Harnischen und Frauen in Seidenkleidern. Und die Harnische rasselten und die seiden Kleider raschelten! Dann kam eine Treppe, die ging ein großes Stück hinauf und ein kleines hinab und dann war man auf einem Altan, der freilich sehr altersschwach und voller großer Löcher und Risse war, aber daraus hervor wuchsen Gras und Blätter; denn der ganze Altan, der Hof und die Mauern waren mit soviel Grün bewachsen, daß es wie ein Garten aussah. Aber es war nur ein Altan. Hier standen alte Blumentöpfe, die Gesichter und Eselsohren hatten. Die Blumen darin wuchsen aber ganz wie sie selbst wollten. In dem einen Topf liefen die Nelken nach allen Seiten über den Rand, das heißt das Grüne, Schößling neben Schößling, und ganz deutlich sagten sie: "Die Luft hat mich gestreichelt, die Sonne hat mich geküßt und mir am Sonntag eine kleine Blume versprochen, eine kleine Blume am Sonntag."

Und dann kamen sie in eine Kammer hinein, wo die Wände mit Schweinsleder bezogen waren, darauf waren goldene Blumen gedruckt.

"Vergoldung vergeht, aber Schweinsleder besteht" sagten die Wände.

Und Lehnstühle standen da mit hohen Rücken, über und über geschnitzt, und mit Armen an beiden Seiten. "Sitz nieder! Sitz nieder!" sagten sie; "O, wie es in mir knackt! Nun bekomme ich die Gicht wie der alte Schrank. Gicht im Rücken. O!"

Und dann kam der kleine Knabe in die Stube hinein, wo der Erker war und wo der alte Mann saß.

"Schönen Dank für den Zinnsoldaten, mein kleiner Freund" sagte der alte Mann. "Und Dank, daß Du zu mir herüberkommst!"

"Dank, Dank," oder "Knack, Knack," sagte es in allen Möbeln. Da waren so viele, daß sie sich fast im Wege standen, um den kleinen Knaben anzusehen.

Mitten an der Wand hing eine Malerei mit einer wunderschönen Dame, so jung, so froh, aber ganz so gekleidet, wie vor alten Zeiten, mit Puder im Haar und Kleidern, die ganz steif um sie herum standen. Sie sagte weder "Dank" noch "Knack," aber sah mit ihren freundlichen Augen den kleinen Knaben an, der sogleich den alten Mann fragte: "Wo hast Du sie her bekommen?"

"Drüben vom Trödler" sagte der alte Mann. "Da hängen soviele Bilder. Keiner kennt sie mehr und macht sich etwas daraus, denn alle sind nun begraben. Aber in alten Tagen habe ich sie gekannt; nun ist sie tot schon seit fast einem halben Jahrhundert"

Und unter der Malerei hing unter Glas ein verwelkter Blumenstrauß. Der hatte gewiß auch ein halbes Jahrhundert gesehen, so alt war er. Und der Perpendikel an der großen Uhr ging hin und her und der Zeiger drehte sich und alle Dinge in der Stube wurden immer älter, aber das merkten sie nicht.

"Sie sagen zuhause," sagte der kleine Knabe, "daß Du so schrecklich einsam bist."

"O," sagte er, "die alten Gedanken mit allem, was sie so mit sich führen können, kommen und besuchen mich, und nun kommst Du ja auch. Mir geht es ganz gut."

Und dann nahm er vom Bücherbrett ein Buch mit Bildern. Darin waren ganze Aufzüge, die wunderlichsten Karossen, die man heute nicht mehr zu sehen bekommt, Soldaten wie auf den Spielkarten und Bürger mit wehenden Fahnen. Die Schneider hatten eine mit einer Schere, die von zwei Löwen gehalten wurde, und die Schuhmacher hatten eine ohne Stiefel, aber mit einem Adler, der zwei Köpfe besaß, denn die Schuhmacher müssen alles so haben, daß sie sagen können: das ist ein Paar. – Ja, das war ein Bilderbuch.

Und der alte Mann ging in die andere Stube, um Eingezuckertes und Äpfel und Nüsse zu holen; – es war wirklich prächtig hier drüben in dem alten Hause.

"Ich kann es nicht aushalten!" sagte der Zinnsoldat, der auf der Kommode stand; "hier ist es so einsam und traurig; nein, wenn man einmal Familienleben kennen gelernt hat, kann man sich hier nicht eingewöhnen. – Ich kann das nicht aushalten! Der ganze Tag ist so lang und der Abend noch länger. Hier ist es nicht wie drüben bei Dir, wo Deine Mutter und Dein Vater so fröhlich miteinander sprachen, und wo Du und alle Ihr süßen Kinder einen so prächtigen Spektakel machtet! Nein, wie allein der alte Mann ist. Glaubst Du, er bekommt einen Kuß? Glaubst Du, jemand macht ihm freundliche Augen oder einen Weihnachtsbaum? Er bekommt gar nichts, nur ein Begräbnis – Ich kann das nicht aushalten!"

"Du mußt es nicht so schwer nehmen!" sagte der kleine Knabe, "mir kommt es hier herrlich vor, und alle die alten Gedanken mit dem, was sie so mit sich führen können, kommen ja auch und machen Besuch."

"Ja, die sehe ich nicht, und die kenne ich nicht" sagte der Zinnsoldat. "Ich kann das nicht aushalten!"

"Das mußt Du" sagte der kleine Knabe.

Und der alte Mann kam mit dem vergnügtesten Gesicht und mit dem herrlichsten Eingemachten und Äpfeln und Nüssen, und da dachte der kleine Knabe nicht mehr an den Zinnsoldaten.

Glücklich und froh kam der kleine Knabe heim. Es vergingen Wochen und Tage, es wurde zu dem alten Hause und von dem alten Hause hinübergenickt, und dann kam der kleine Knabe wieder hinüber.

Und die geschnitzten Trompeter bliesen: "Tratteratra. Da ist der kleine Knabe. Tratteratra" Und Schwerter und Rüstungen auf den alten Ritterbildern rasselten und die Seidenkleider raschelten, das Schweinsleder sprach und die alten Stühle hatten Gicht im Rücken: "au!" Es war ganz genau wie beim ersten Mal, denn hier drüben war ein Tag und eine Stunde ganz wie die andere.

"Ich kann das nicht aushalten!" sagte der Zinnsoldat. "Ich habe Zinn geweint! Hier ist es allzu traurig laß mich lieber in den Krieg ziehen und Arme und Beine verlieren! Das ist doch eine Abwechslung. Ich kann das nicht aushalten! – nun weiß ich, was das heißt, Besuch von seinen alten Gedanken zu bekommen, mit dem was sie mit sich führen können. Ich habe von meinen Besuch gehabt, und Du kannst mir glauben, es ist kein Vergnügen auf die Dauer. Ich war zuletzt nahe daran, von der Kommode zu springen. Euch alle da drüben sah ich so deutlich, als ob Ihr wirklich hier wäret; es war wieder der Sonntagmorgen – Du weißt doch noch. Alle Ihr Kinder standet vor dem Tische und sangt Eure Lieder, wie Ihr sie jeden Morgen singt. Ihr standet andächtig mit gefalteten Händen, und Vater und Mutter waren ebenso feierlich, und dann ging die Tür auf, und die kleine Schwester Maria, die noch nicht zwei Jahre alt war, und die immer tanzte, wenn sie Musik oder Gesang hörte, was für eine Art es auch sein mochte, wurde hereingeschoben. Sie sollte es nun eigentlich nicht – aber sie fing an zu tanzen, konnte jedoch nicht recht in den Takt kommen, denn die Töne waren so lang, und so stand sie erst auf dem einen Bein und bog den Kopf ganz nach vorn über, und dann auf dem andern Bein und den Kopf noch weiter vornüber, aber es wollte nicht recht gehen. Ihr standet alle ganz ernst da, obgleich es recht schwer hielt damit; ich aber lachte innerlich, und deshalb fiel ich vom Tische herunter und bekam eine Beule, mit der ich jetzt noch gehe, denn es war nicht recht von mir, zu lachen. Aber das Ganze zieht jetzt wieder innerlich an mir vorüber und noch manches andere, was ich so erlebt habe. Das werden wohl die alten Gedanken sein, mit allem, was sie mit sich führen können. Sag mir, singt Ihr noch immer an den Sonntagen? Erzähle mir ein bischen von der kleinen Maria. Und wie geht es meinem Kameraden, dem andern Zinnsoldaten? Ja, er ist wirklich glücklich. Ich kann das nicht aushalten."

"Du bist weggeschenkt!" sagte der kleine Knabe. "Du mußt bleiben. Kannst Du das nicht einsehen?"


Und der alte Mann kam mit einem Kasten, worin es viele Dinge zu sehen gab, seltsame, kleine Häuschen, Balsambüchsen und alte Karten, so groß und dick vergoldet, wie man sie jetzt gar nicht mehr sieht. Und es wurden große Schubladen aufgezogen und das Klavier wurde geöffnet; das hatte eine Landschaft inwendig auf dem Deckel und war ganz heiser, als der alte Mann darauf spielte. Er summte dabei eine alte Weise.

"Ja, die konnte sie singen" sagte er, und dann nickte er zu dem Porträt hinüber, das er beim Trödler gekauft hatte, und des alten Mannes Augen leuchteten auf.

"Ich will in den Krieg! Ich will in den Kriegt" rief plötzlich der Zinnsoldat so laut er konnte und stürzte sich auf den Fußboden.

Ja, wo war er geblieben? Der alte Mann suchte, der kleine Knabe suchte, aber fort war er und fort blieb er. "Ich werde ihn schon finden!" sagte der Alte, aber er fand ihn nie mehr! Der Fußboden hatte allzu große Löcher und Ritzen. Der Zinnsoldat war durch eine Spalte gefallen, und dort lag er im offenen Grabe.

Und der Tag verging, und der kleine Knabe kam heim, und die Woche verging und noch viele Wochen. Die Fenster waren ganz zugefroren. Der kleine Knabe mußte sitzen und darauf blasen, um ein Guckloch zu dem alten Haus hinüber zu bekommen. Dort war der Schnee in alle Schnörkel und Inschriften hineingefegt. Er lag dicht über der Treppe, gerade, als sei niemand dort zuhause. Und es war auch niemand zuhause, der alte Mann war tot.

Am Abend hielt ein Wagen davor, und zu ihm herunter trug man ihn in seinem Sarge. Er sollte draußen auf dem Lande in seinem Erbbegräbnis beerdigt werden. Da fuhr er nun, aber niemand folgte, alle seine Freunde waren ja tot. Nur der kleine Knabe warf dem Sarge viele Kußhände nach, als er fortfuhr.

Einige Tage später war Auktion in dem alten Hause, und der kleine Knabe sah von seinem Fenster aus, wie man die alten Ritter und die alten Damen, die Blumentöpfe mit den langen Ohren, die alten Stühle und die alten Schränke wegtrug. Einiges kam hierhin, einiges dorthin. Das Porträt von ihr, das er beim Trödler gefunden hatte, kam wieder zum Trödler und dort blieb es hängen; denn nun kannte sie niemand mehr, und niemand kümmerte sich um das alte Bild.

Im Frühjahr riß man auch das Haus nieder, denn es sei nur ein altes Gerümpel, sagten die Leute. Von der Straße aus konnte man gerade in die Stuben mit dem Schweinslederbezug hineinsehen, der zerfetzt und heruntergerissen wurde. Und all das Grüne hing vom Altan wild um die fallenden Balken herab. – Und dann wurde dort aufgeräumt.

"Das half!" sagten die Nachbarhäuser.

Und es wurde ein herrliches, neues Haus dort gebaut mit großen Fenstern und weißen, glatten Mauern. Aber vorne, wo eigentlich das alte Haus gestanden hatte, wurde ein kleiner Garten angelegt, und zu des Nachbarhauses Mauern hinauf wuchsen wilde Weinranken. Vor den Garten kam ein großes eisernes Gitter mit eiserner Tür; das sah gar stattlich aus. Die Leute standen still und schauten hinein. Und die Spatzen hingen sich dutzendweil an die Weinranken und nahmen einander das Wort vom Munde, so gut sie konnten, aber es war nicht das alte Haus, worüber sie sprachen, denn darauf konnten sie sich nicht besinnen. Es waren nun schon so viele Jahre darüber hingegangen, daß der kleine Knabe zu einem großen Manne herangewachsen war, ja, zu einem tüchtigen Mann, an dem seine Eltern Freude hatten. Er hatte sich eben verheiratet und war mit seiner kleinen Frau hier in das Haus gezogen, wo der Garten war. Und er stand dort bei ihr, während sie eine Feldblume pflanzte, die sie gar niedlich fand. Sie pflanzte sie mit ihrer kleinen Hand und klopfte die Erde mit den Fingern fest. – Au, was war das? Sie hatte sich gestochen. Da saß etwas Spitzes gerade oben auf der weichen Erde.

Es war – ja denk nur. Es war der Zinnsoldat, er, der bei dem alten Mann da oben fortgekommen war, der inzwischen bei Zimmerholz und Schutt herumgebummelt, sich tüchtig getummelt und zuletzt viele Jahre lang in der Erde gelegen hatte.

Und die junge Frau wischte den Soldaten zuerst mit einem grünen Blatte, dann mit ihrem feinen Taschentuch ab; das hatte einen so lieblichen Duft. Und es war dem Zinnsoldaten, als erwache er aus einer Ohnmacht.

"Laß mich sehen!" sagte der junge Mann, dann lachte er und schüttelte den Kopf. "Ja, er kann es wohl nicht gut sein, aber er erinnert mich an eine Geschichte mit einem Zinnsoldaten, die geschah, als ich noch ein kleiner Knabe war." Und dann erzählte er seiner Frau von dem alten Hause und dem alten Manne und dem Zinnsoldaten, den er ihm hinübergeschickt hatte, weil er so schrecklich allein war. Und er erzählte es ganz genau so, wie es wirklich gewesen war, so daß der jungen Frau Tränen in die Augen stiegen über das alte Haus und den alten Mann.

"Es kann doch sein, daß es derselbe Zinnsoldat ist!" sagte sie. "Ich will ihn aufbewahren und alles behalten, was Du mir erzählt hast. Aber des alten Mannes Grab mußt Du mir zeigen!"

"Ja, das weiß ich nicht," sagte er, "und niemand weiß es. Alle seine Freunde waren tot, niemand kümmerte sich darum, und ich war ja ein kleiner Knabe."

"Wie schrecklich allein muß er gewesen sein." sagte sie.

"Schrecklich allein!" sagte der Zinnsoldat, "aber es ist herrlich, nicht vergessen zu sein."

"Herrlich!" rief etwas dicht daneben; aber niemand außer dem Zinnsoldaten sah, daß es ein Fetzen von dem schweinsledernen Bezuge war. Er war ohne alle Vergoldung und sah aus wie nasse Erde, aber eine Meinung hatte er, und die sprach er aus:

"Vergoldung vergeht, Aber Schweinsleder besteht." Doch das glaubte der Zinnsoldat nicht.
C'era giù nella strada una vecchissima casa, che aveva quasi trecento anni come si poteva leggere su una trave su cui era stata intagliata la data, tra tulipani e piante di luppolo; c'erano anche dei versi scritti con la grafia antica, e sopra ogni finestra era intagliato un volto che faceva le smorfie; il piano superiore sporgeva molto su quello inferiore, e proprio sotto al tetto c'era una grondaia di piombo che finiva con una testa di drago l'acqua piovana doveva scorrere fuori dalla bocca, ma in realtà usciva dallo stomaco, perché c'era un buco nella grondaia.
Tutte le altre case della strada erano nuove e belle pulite, con grandi finestre e pareti lisce: si capiva subito che non volevano aver niente a che fare con quella vecchia casa; infatti pensavano: "Per quanto tempo ancora quel rottame dovrà rimanere in questa strada a dare scandalo? E poi le sue finestre sporgono tanto che nessuno di quelli che si affacciano alle nostre può vedere quello che accade all'angolo! La scala è larga come quella di un castello e alta come quella di un campanile. La ringhiera di ferro poi sembra la porta di un vecchio sepolcro, e per di più ha i pomi d'ottone. Che vergogna!."
Anche sull'altro lato della strada c'erano case nuove e pulite e queste pensavano proprio come le altre, ma alla finestra di una casa si trovava un fanciullo con due belle guance rosee e gli occhi chiari e raggianti: per lui la vecchia casa era la più bella di tutte, alla luce del sole come al chiaro di luna. Se guardava verso il muro dove l'intonaco si era staccato, riusciva a immaginare le figure più strane, o a pensare a come doveva essere stata una volta la strada, con le verande e i frontoni aguzzi; immaginava i soldati con le alabarde, e le grondaie dei tetti che si allungavano come draghi
0 serpenti. Era proprio una casa degna di venir osservata! e vi abitava un vecchietto che portava calzoni all'antica, una giacca con grossi bottoni di metallo e una parrucca che era proprio una vera parrucca, e lo si vedeva bene. Ogni mattina andava da lui un vecchio domestico per fare la pulizia e le compere; altrimenti il vecchio con quei calzoni divertenti restava tutto il giorno solo nella vecchia casa; ogni tanto si avvicinava al vetro della finestra e guardava fuori, così il bambino gli faceva cenno e il vecchio gli rispondeva nello stesso modo, quindi diventarono conoscenti e infine amici, sebbene non si fossero mai parlati, ma tanto quello non contava.
Il bambino sentì che i suoi genitori dicevano: «Quel vecchietto di fronte è molto ricco, ma è anche terribilmente solo!».
La domenica successiva il bambino avvolse qualcosa in un pezzo di carta, andò giù al portone e quando il domestico che era andato a far la spesa passò di lì, gli disse: «Senta! Le dispiace portare a quel vecchio signore di fronte questo da parte mia? Io ho due soldati di piombo, questo è uno dei due; voglio darglielo perché so che è terribilmente solo».
Il vecchio domestico fu molto contento, fece cenno di sì con la testa e portò il soldato di piombo nella vecchia casa. Più tardi venne chiesto al bambino se non aveva voglia di fare una visita laggiù, lui ebbe il permesso dai genitori e così entrò nella vecchia casa.
1 pomi di ottone della ringhiera brillavano molto più forte del solito, sembrava quasi che fossero stati lucidati per l'occasione, e sembrò anche che i trombettieri intagliati, perché sulla porta c'erano intagliati dei trombettieri insieme ai tulipani, soffiassero con tutte le loro forze, le guance ancora più gonfie del solito, e suonavano così: "Tataratà! arriva il bambino! Tataratà! arriva il bambino!" e la porta si aprì. Tutto il corridoio era pieno di vecchi ritratti di cavalieri con l'armatura e di dame in abiti di seta; le armature tintinnavano e gli abiti di seta frusciavano! Poi c'era una scala che andava un po' in su e un po' in giù, e con quella si giungeva su un balcone, che in realtà era molto rovinato, con grossi buchi e lunghe crepe, ma da lì crescevano erba e foglie, poiché sul lato esterno il balcone, il cortile e il muro, erano tutti coperti di verde, così da sembrare un giardino, e dire che era soltanto un balcone! C'erano vecchi vasi di fiori con la faccia e le orecchie d'asino; i fiori crescevano come volevano. Da un vaso si protendevano in tutte le direzioni tanti garofani, tanti verdi steli, fìtti fitti, che dicevano molto chiaramente: "L'aria mi ha accarezzato, il sole mi ha baciato e mi ha promesso un fiorellino per domenica!." Poi il ragazzo passò da una camera dove le pareti erano coperte di pelle di porco, su cui erano impressi fiori d'oro.
La doratura sparisce,
ma la pelle di porco rimane!
dicevano le pareti.
C'erano poltrone con la spalliera molto alta tutte intagliate e con i braccioli su entrambi i lati. "Siediti! siediti!" dicevano "oh! come scricchiolo, adesso mi vengono sicuramente i reumatismi come al vecchio armadio! I reumatismi alla schiena, oh!"
Poi il bambino entrò nella stanza con la veranda dove si trovava il vecchio.
«Grazie per il soldato di piombo, mio piccolo amico!» disse il vecchio signore. «E grazie perché sei venuto a trovarmi.»
"Grazie, grazie!" o meglio "crac!" dicevano tutti i mobili; erano tanti che quasi si impedivano a vicenda la vista del bambino.
In mezzo alla parete era appeso il ritratto di una bella signora, giovane, felice ma vestita proprio come ai vecchi tempi, con la cipria tra i capelli e le vesti che stavano rigide; lei non disse né "grazie," né "crac," ma guardò con occhi dolci il fanciullo che improvvisamente chiese al vecchio: «Dove l'hai trovata?».
«Giù dal rigattiere!» disse il vecchio. «Ci sono tanti ritratti; nessuno li riconosce o se ne interessa, perché sono tutti morti ma una volta io l'avevo conosciuta: ora è morta da più di cinquant'anni.»
Sotto il ritratto c'era un mazzo di fiori appassiti, sotto vetro, anche quelli avevano sicuramente cinquant'anni, tanto sembravano vecchi. Il pendolo del grande orologio andava avanti e indietro e le lancette giravano, e tutto nella stanza diventava sempre più vecchio, senza accorgersene.
«A casa mia dicono» osservò il bambino «che tu sei terribilmente solo.»
«Oh» rispose lui «i vecchi pensieri vengono a farmi visita, con tutto quello che riescono a portarsi con loro, e adesso vieni anche tu. Sto proprio bene.»
Tolse da un ripiano un libro illustrato, con immagini di lunghi cortei e strane carrozze, come non se ne vedono proprio più ai giorni nostri, e di soldati che sembravano fanti di fiori e di corporazioni con i loro vessilli al vento: quello dei sarti aveva una forbice, tenuta da due leoni, quello dei calzolai invece non aveva gli stivali, ma un'aquila con due teste, perché i calzolai fanno sempre tutte le cose in modo da poter dire: ecco un paio! Oh, che meraviglioso libro illustrato!
Il vecchio entrò in un'altra stanza per prendere la marmellata, le mele e le noci: tutto era meraviglioso in quella vecchia casa.
«Non lo sopporto!» esclamò il soldato di piombo, che stava in piedi su un cofano. «Qui tutto è così deserto e così triste; no, quando si è stati in una vera famiglia non ci si può abituare a una vita così! Non ce la faccio proprio! Il giorno è così lungo e la sera è ancora più lunga! Qui non è affatto come a casa tua, dove tuo padre e tua madre parlano allegramente e dove tu e tutti quei bambini fate un tal baccano! Oh, come è solo questo vecchio! Credi forse che qualcuno lo baci? che qualcuno lo guardi con tenerezza, o che abbia l'albero di Natale? Non avrà nulla se non una tomba. Io non resisto più!»
«Non devi prendertela tanto!» disse il bambino. «A me sembra così bello qui, con tutti i vecchi pensieri che verranno a farti visita con quello che riescono a portare con loro.»
«E già, ma quelli io non li vedo e nemmeno li conosco!» rispose il soldato di piombo. «Non resisto proprio più!»
«E invece devi farlo!» gli disse il bambino.
Il vecchio ritornò con un viso molto allegro, con la marmellata più buona, noci e mele, e così il bambino non pensò più al soldato di piombo.
Il bambino tornò a casa felice e contento, e passarono molte settimane e molti giorni; lui mandava cenni di saluto verso la vecchia casa e veniva ricambiato, e infine un giorno tornò laggiù.
I trombettieri intagliati soffiavano: "Tattaratatà! ecco il bambino! Tattaratatà!." La spada e l'armatura dei cavalieri tintinnarono e gli abiti di seta frusciarono, la tappezzeria di pelle di porco parlò e le vecchie sedie avevano i reumatismi alla schiena: "Ahi!"; era tutto come la prima volta, anche perché là ogni giorno e ogni ora erano sempre uguali.
«Non resisto più!» esclamò il soldato di piombo «ho persino pianto lacrime di piombo. Sono troppo triste! Fammi piuttosto andare in guerra a perdere le gambe e le braccia! Almeno sarebbe un cambiamento. Questo non lo sopporto! Adesso so cosa significa aver la visita dei propri vecchi pensieri, con tutto quello che riescono a portare con sé! Io ho avuto la visita dei miei, e puoi crederlo, a lungo andare non c'è nessun divertimento; alla fine stavo per saltar giù da questo cofano. Vedevo tutti voi della casa di fronte così chiaramente, come se fossi stato là; rivedevo quella domenica mattina, ricordi? Voi bambini stavate davanti al tavolo e cantavate i salmi come fate ogni mattina; eravate molto raccolti con le mani giunte, e il babbo e la mamma erano altrettanto seri, quando si aprì la porta e la piccola sorellina Maria, che ancora non ha due anni e che danza sempre quando sente musica o canto, di qualunque genere sia, comparve, sebbene non fosse il momento opportuno. Così cominciò a ballare, ma non riusciva a stare al ritmo perché le note erano troppo lunghe, allora si mise a saltellare su una gamba tenendo la testa bassa, e poi sull'altra gamba sempre a testa bassa, ma proprio non ci riusciva. Voi restavate molto seri, tutti quanti, sebbene fosse diffìcile, mentre io mi misi a ridere tanto che caddi giù dal tavolo e mi feci un bernoccolo che ho ancora, perché non era giusto da parte mia ridere. Ma tutto ora mi ritorna in mente, insieme a tutto quello che ho vissuto; questi sono sicuramente i vecchi pensieri con quello che riescono a portare con loro. Dimmi se cantate ancora la domenica. Dimmi della piccola Maria. E come sta il mio compagno, l'altro soldatino di piombo? E già, lui è certo felice! Io non resisto più!»
«Ma tu sei stato regalato!» disse il bambino. «Devi rimanere qui. Non lo capisci?»
II vecchio signore entrò con un cassettino pieno di oggetti interessanti, piccoli scrigni, delle boccettine di profumo e vecchie carte, grandi e dorate come non se ne vedono più. Vennero aperti altri cassetti e anche il pianoforte, che aveva un paesaggio dipinto sul coperchio; ma il suono era molto debole quando il vecchio cominciò a suonare; poi si mise a canticchiare una canzone.
«Lei la cantava sempre!» disse indicando il ritratto che aveva acquistato dal rigattiere, e gli occhi gli brillarono limpidi.
«Voglio andare in guerra! voglio andare in guerra!» gridò il soldatino di piombo più forte che potè, e cadde sul pavimento.
E dove finì? Il vecchio lo cercò, anche il bimbo lo cercò, ma quello era sparito. «Ti ritroverò» disse il vecchio signore, ma non lo trovò più. Il pavimento era pieno di buchi e di crepe e il soldato di piombo era caduto attraverso una fessura e si trovava lì come in una tomba aperta.
Il giorno passò e il bambino tornò a casa, passò la settimana e ne passarono molte altre. Le finestre erano tutte gelate e il bambino doveva soffiarci sopra per avere uno spiraglio da cui guardare fuori, verso la vecchia casa, ma anche lì c'era neve su tutti gli intagli e sulle scritte e anche sulla scala, come se non ci fosse nessuno in casa. E non c'era nessuno: il vecchio era morto.
Alla sera si fermò una carrozza, dove misero il vecchio signore nella sua bara per portarlo a seppellire in campagna. Partì, ma non lo seguì nessuno perché tutti i suoi amici erano già morti. Il bambino mandò un bacio con le dita verso la bara che si allontanava.
Alcuni giorni dopo ci fu un'asta nella vecchia casa e il bambino vide dalla finestra che tutte le cose venivano portate via. Gli antichi cavalieri e le dame, i vasi di fiori con le lunghe orecchie, le sedie e gli armadi: ogni cosa da una parte diversa; il ritratto della dama che era stato trovato dal rigattiere tornò da lui, e vi rimase per sempre, perché nessuno la conosceva e nessuno si interessò di quel vecchio ritratto.
In primavera demolirono la casa perché, diceva la gente, era un'anticaglia. Si poteva vedere dalla strada fino nella stanza tappezzata con la pelle di porco, ormai tutta a brandelli; e le piante del balcone ancora si abbarbicavano selvaggiamente alle assi pericolanti. Poi tutto venne ripulito.
"Finalmente!" dissero le case vicine.
Venne costruita una bella casa, con grandi finestre e muri lisci e bianchi, e davanti, esattamente dove una volta si trovava la vecchia casa, fu piantato un giardinetto e sul muro della casa vicina si arrampicarono viticci selvatici; il giardino era cinto da una balaustra di ferro con un cancelletto di ferro che sembrava molto signorile; la gente si fermava e guardava dentro. I passerotti si posavano a dozzine sui rami della vite, cinguettavano a gara fra di loro, ma non parlavano mai della vecchia casa, perché non la ricordavano. Erano passati tanti anni, che quel bambino era cresciuto, era diventato un uomo, un uomo proprio come si deve di cui i genitori erano molto fieri; si era appena sposato e con la sua mogliettina s'era trasferito in quella casa dove si trovava il giardino. Era vicino a lei mentre lei piantava un fiore di campo che le sembrava bellissimo. Lo piantava con le sue manine e batteva la terra con le dita. «Ahi! Ahi! che cos'è?» Si era punta. C'era qualcosa di aguzzo che spuntava dalla morbida terra.
Era, sì, pensate un po'! era il soldatino di piombo, quello che era sparito nella casa del vecchio signore e che aveva vagato e rotolato tra calcinacci e assi di legno e poi era rimasto per molti anni nella terra.
La giovane donna ripulì il soldato prima con una foglia verde e poi con il suo bel fazzoletto, che aveva un tale profumo! Per il soldato di piombo fu come risvegliarsi sotto la rugiada.
«Fammi vedere!» disse il giovane, si mise a ridere e scosse la testa. «Ah, no, non può essere lui! Però mi ricorda la storia di un soldatino di piombo di quando ero bambino!» e raccontò alla moglie della vecchia casa e del vecchio signore e del soldatino di piombo che gli aveva regalato, perché era così terribilmente solo.
Raccontò tanto bene, che la donna si commosse per la vecchia casa e per il vecchio signore.
«Potrebbe benissimo essere lo stesso soldato di piombo» disse lei «lo conserverò e ricorderò tutto quello che mi hai raccontato, ma mi devi mostrare la tomba di quel vecchio.»
«Non so dove si trovi, e nessuno lo sa. Tutti i suoi amici erano morti, nessuno si è curato di lui, e io ero solo un ragazzino.»
«Oh, deve essere stato terribilmente solo!» esclamò lei.
«Terribilmente solo» disse il soldato di piombo «ma è bello non essere dimenticati!»
«Bello!» gridò qualcosa proprio lì vicino, ma nessuno lo vide eccetto il soldato di piombo: era un pezzetto della tappezzeria di pelle di porco, non aveva più la doratura e sembrava terra umida, ma aveva ancora un'opinione e la disse:
La doratura sparisce,
ma la pelle di porco rimane!
Ma il soldatino di piombo non era d'accordo.




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