DEUTSCH

Das alte Haus

DANSK

Det gamle hus


Drüben in der Straße stand ein altes, altes Haus, das war fast dreihundert Jahr alt, so konnte man an einem Balken lesen, an dem die Jahreszahl zugleich mit Tulpen und Hopfenranken eingekerbt war. Da standen ganze Verse in der Schreibweise alter Tage, und über jedem Fenster war ein fratzenhaftes Gesicht in den Balken eingeschnitten. Das obere Stockwerk hing weit über das untere, und unter dem Dache war eine Bleirinne mit Drachenköpfen. Das Regenwasser sollte aus dem Rachen herauslaufen, aber es lief aus dem Bauche, denn es war ein Loch in der Rinne.

Alle anderen Häuser in der Straße waren so neu und so nett, mit großen Scheiben und glatten Wänden, und man konnte wohl sehen, daß sie nichts mit dem alten Haus zu tun haben wollten. Sie dachten wohl: "Wie lange soll das Gerümpel hier noch der Straße zur Schande stehen bleiben. Der Erker steht so weit heraus, daß niemand aus unseren Fenstern sehen kann, was auf der anderen Seite geschieht! Die Treppe ist so breit, wie bei einem Schloß und so hoch wie bei einem Kirchturm. Das Eisengeländer sieht ja aus, wie die Tür zu einem alten Erbbegräbnis, dazu hat es noch Messingknöpfe. Das ist geschmacklos!"

Gerade gegenüber in der Straße standen auch neue und nette Häuser, und sie dachten wie die anderen. Aber am Fenster saß hier ein kleiner Knabe mit frischen, roten Wangen, mit klaren, strahlenden Augen, dem das alte Haus am besten gefiel sowohl im Sonnenschein wie im Mondschein. Wenn er nach der Mauer hinüber sah, wo der Kalk abgebröckelt war, konnte er sitzen und sich die wunderbarsten Bilder ausdenken: wie wohl die Straße früher ausgesehen haben mochte mit Treppen, Erkern und spitzen Giebeln. Er konnte Soldaten mit Hellebarden sehen, und Dachrinnen, die wie Drachen und Lindwürmer herumliefen. – Das war so recht ein Haus zum Betrachten. Und drüben wohnte ein alter Mann; der ging in Kniehosen, hatte einen Rock mit großen Messingknöpfen und eine Perrücke, bei der man sehen konnte, daß es eine wirkliche Perrücke war. Jeden Morgen kam ein alter Diener zu ihm, der aufräumte und Gänge besorgte. Sonst war der alte Mann in den Kniehosen ganz allein in dem alten Hause. Zwischendurch kam er wohl einmal ans Fenster und sah hinaus, und der kleine Knabe nickte zu ihm hinüber; der alte Mann nickte wieder, und so wurden sie Bekannte, und so wurden sie Freunde, obwohl sie niemals miteinander gesprochen hatten. Aber das war auch unnötig.

Der kleine Knabe hörte seine Eltern sagen: "Der alte Mann da drüben hat es gut, aber er ist so schrecklich allein!"

Am nächsten Sonntag nahm der kleine Knabe etwas, wickelte es in ein Stück Papier, ging vor die Tür, und als der Diener, der die Gänge besorgte, vorbeikam, sagte er zu ihm: "Hör, willst Du dem alten Mann da drüben das von mir bringen? Ich habe zwei Zinnsoldaten, dies ist der eine; er soll ihn haben, denn ich weiß, daß er so schrecklich allein ist."

Und der alte Diener sah ganz vergnügt aus, nickte und trug den Zinnsoldaten hinüber in das alte Haus. Darauf kam von drüben ein Bote mit der Anfrage, ob der kleine Knabe wohl Lust hätte, selbst einmal herüber zu kommen und Besuch zu machen. Dazu bekam er von seinen Eltern Erlaubnis, und so kam er in das alte Haus hinüber.

Die Messingknöpfe am Treppengeländer glänzten viel stärker als sonst. Man hätte glauben mögen, daß sie des Besuches wegen poliert worden wären. Und es war, als ob die geschnitzten Trompeter – denn es waren geschnitzte Trompeter an der Tür, die in den Tulpen standen – aus Leibeskräften bliesen; ihre Backen sahen viel dicker aus als zuvor. Ja, sie bliesen: "Tratteratra. Der kleine Knabe kommt. Tratteratra!" und dann ging die Türe auf. Den ganzen Gang entlang hingen alte Porträts, Ritter in Harnischen und Frauen in Seidenkleidern. Und die Harnische rasselten und die seiden Kleider raschelten! Dann kam eine Treppe, die ging ein großes Stück hinauf und ein kleines hinab und dann war man auf einem Altan, der freilich sehr altersschwach und voller großer Löcher und Risse war, aber daraus hervor wuchsen Gras und Blätter; denn der ganze Altan, der Hof und die Mauern waren mit soviel Grün bewachsen, daß es wie ein Garten aussah. Aber es war nur ein Altan. Hier standen alte Blumentöpfe, die Gesichter und Eselsohren hatten. Die Blumen darin wuchsen aber ganz wie sie selbst wollten. In dem einen Topf liefen die Nelken nach allen Seiten über den Rand, das heißt das Grüne, Schößling neben Schößling, und ganz deutlich sagten sie: "Die Luft hat mich gestreichelt, die Sonne hat mich geküßt und mir am Sonntag eine kleine Blume versprochen, eine kleine Blume am Sonntag."

Und dann kamen sie in eine Kammer hinein, wo die Wände mit Schweinsleder bezogen waren, darauf waren goldene Blumen gedruckt.

"Vergoldung vergeht, aber Schweinsleder besteht" sagten die Wände.

Und Lehnstühle standen da mit hohen Rücken, über und über geschnitzt, und mit Armen an beiden Seiten. "Sitz nieder! Sitz nieder!" sagten sie; "O, wie es in mir knackt! Nun bekomme ich die Gicht wie der alte Schrank. Gicht im Rücken. O!"

Und dann kam der kleine Knabe in die Stube hinein, wo der Erker war und wo der alte Mann saß.

"Schönen Dank für den Zinnsoldaten, mein kleiner Freund" sagte der alte Mann. "Und Dank, daß Du zu mir herüberkommst!"

"Dank, Dank," oder "Knack, Knack," sagte es in allen Möbeln. Da waren so viele, daß sie sich fast im Wege standen, um den kleinen Knaben anzusehen.

Mitten an der Wand hing eine Malerei mit einer wunderschönen Dame, so jung, so froh, aber ganz so gekleidet, wie vor alten Zeiten, mit Puder im Haar und Kleidern, die ganz steif um sie herum standen. Sie sagte weder "Dank" noch "Knack," aber sah mit ihren freundlichen Augen den kleinen Knaben an, der sogleich den alten Mann fragte: "Wo hast Du sie her bekommen?"

"Drüben vom Trödler" sagte der alte Mann. "Da hängen soviele Bilder. Keiner kennt sie mehr und macht sich etwas daraus, denn alle sind nun begraben. Aber in alten Tagen habe ich sie gekannt; nun ist sie tot schon seit fast einem halben Jahrhundert"

Und unter der Malerei hing unter Glas ein verwelkter Blumenstrauß. Der hatte gewiß auch ein halbes Jahrhundert gesehen, so alt war er. Und der Perpendikel an der großen Uhr ging hin und her und der Zeiger drehte sich und alle Dinge in der Stube wurden immer älter, aber das merkten sie nicht.

"Sie sagen zuhause," sagte der kleine Knabe, "daß Du so schrecklich einsam bist."

"O," sagte er, "die alten Gedanken mit allem, was sie so mit sich führen können, kommen und besuchen mich, und nun kommst Du ja auch. Mir geht es ganz gut."

Und dann nahm er vom Bücherbrett ein Buch mit Bildern. Darin waren ganze Aufzüge, die wunderlichsten Karossen, die man heute nicht mehr zu sehen bekommt, Soldaten wie auf den Spielkarten und Bürger mit wehenden Fahnen. Die Schneider hatten eine mit einer Schere, die von zwei Löwen gehalten wurde, und die Schuhmacher hatten eine ohne Stiefel, aber mit einem Adler, der zwei Köpfe besaß, denn die Schuhmacher müssen alles so haben, daß sie sagen können: das ist ein Paar. – Ja, das war ein Bilderbuch.

Und der alte Mann ging in die andere Stube, um Eingezuckertes und Äpfel und Nüsse zu holen; – es war wirklich prächtig hier drüben in dem alten Hause.

"Ich kann es nicht aushalten!" sagte der Zinnsoldat, der auf der Kommode stand; "hier ist es so einsam und traurig; nein, wenn man einmal Familienleben kennen gelernt hat, kann man sich hier nicht eingewöhnen. – Ich kann das nicht aushalten! Der ganze Tag ist so lang und der Abend noch länger. Hier ist es nicht wie drüben bei Dir, wo Deine Mutter und Dein Vater so fröhlich miteinander sprachen, und wo Du und alle Ihr süßen Kinder einen so prächtigen Spektakel machtet! Nein, wie allein der alte Mann ist. Glaubst Du, er bekommt einen Kuß? Glaubst Du, jemand macht ihm freundliche Augen oder einen Weihnachtsbaum? Er bekommt gar nichts, nur ein Begräbnis – Ich kann das nicht aushalten!"

"Du mußt es nicht so schwer nehmen!" sagte der kleine Knabe, "mir kommt es hier herrlich vor, und alle die alten Gedanken mit dem, was sie so mit sich führen können, kommen ja auch und machen Besuch."

"Ja, die sehe ich nicht, und die kenne ich nicht" sagte der Zinnsoldat. "Ich kann das nicht aushalten!"

"Das mußt Du" sagte der kleine Knabe.

Und der alte Mann kam mit dem vergnügtesten Gesicht und mit dem herrlichsten Eingemachten und Äpfeln und Nüssen, und da dachte der kleine Knabe nicht mehr an den Zinnsoldaten.

Glücklich und froh kam der kleine Knabe heim. Es vergingen Wochen und Tage, es wurde zu dem alten Hause und von dem alten Hause hinübergenickt, und dann kam der kleine Knabe wieder hinüber.

Und die geschnitzten Trompeter bliesen: "Tratteratra. Da ist der kleine Knabe. Tratteratra" Und Schwerter und Rüstungen auf den alten Ritterbildern rasselten und die Seidenkleider raschelten, das Schweinsleder sprach und die alten Stühle hatten Gicht im Rücken: "au!" Es war ganz genau wie beim ersten Mal, denn hier drüben war ein Tag und eine Stunde ganz wie die andere.

"Ich kann das nicht aushalten!" sagte der Zinnsoldat. "Ich habe Zinn geweint! Hier ist es allzu traurig laß mich lieber in den Krieg ziehen und Arme und Beine verlieren! Das ist doch eine Abwechslung. Ich kann das nicht aushalten! – nun weiß ich, was das heißt, Besuch von seinen alten Gedanken zu bekommen, mit dem was sie mit sich führen können. Ich habe von meinen Besuch gehabt, und Du kannst mir glauben, es ist kein Vergnügen auf die Dauer. Ich war zuletzt nahe daran, von der Kommode zu springen. Euch alle da drüben sah ich so deutlich, als ob Ihr wirklich hier wäret; es war wieder der Sonntagmorgen – Du weißt doch noch. Alle Ihr Kinder standet vor dem Tische und sangt Eure Lieder, wie Ihr sie jeden Morgen singt. Ihr standet andächtig mit gefalteten Händen, und Vater und Mutter waren ebenso feierlich, und dann ging die Tür auf, und die kleine Schwester Maria, die noch nicht zwei Jahre alt war, und die immer tanzte, wenn sie Musik oder Gesang hörte, was für eine Art es auch sein mochte, wurde hereingeschoben. Sie sollte es nun eigentlich nicht – aber sie fing an zu tanzen, konnte jedoch nicht recht in den Takt kommen, denn die Töne waren so lang, und so stand sie erst auf dem einen Bein und bog den Kopf ganz nach vorn über, und dann auf dem andern Bein und den Kopf noch weiter vornüber, aber es wollte nicht recht gehen. Ihr standet alle ganz ernst da, obgleich es recht schwer hielt damit; ich aber lachte innerlich, und deshalb fiel ich vom Tische herunter und bekam eine Beule, mit der ich jetzt noch gehe, denn es war nicht recht von mir, zu lachen. Aber das Ganze zieht jetzt wieder innerlich an mir vorüber und noch manches andere, was ich so erlebt habe. Das werden wohl die alten Gedanken sein, mit allem, was sie mit sich führen können. Sag mir, singt Ihr noch immer an den Sonntagen? Erzähle mir ein bischen von der kleinen Maria. Und wie geht es meinem Kameraden, dem andern Zinnsoldaten? Ja, er ist wirklich glücklich. Ich kann das nicht aushalten."

"Du bist weggeschenkt!" sagte der kleine Knabe. "Du mußt bleiben. Kannst Du das nicht einsehen?"


Und der alte Mann kam mit einem Kasten, worin es viele Dinge zu sehen gab, seltsame, kleine Häuschen, Balsambüchsen und alte Karten, so groß und dick vergoldet, wie man sie jetzt gar nicht mehr sieht. Und es wurden große Schubladen aufgezogen und das Klavier wurde geöffnet; das hatte eine Landschaft inwendig auf dem Deckel und war ganz heiser, als der alte Mann darauf spielte. Er summte dabei eine alte Weise.

"Ja, die konnte sie singen" sagte er, und dann nickte er zu dem Porträt hinüber, das er beim Trödler gekauft hatte, und des alten Mannes Augen leuchteten auf.

"Ich will in den Krieg! Ich will in den Kriegt" rief plötzlich der Zinnsoldat so laut er konnte und stürzte sich auf den Fußboden.

Ja, wo war er geblieben? Der alte Mann suchte, der kleine Knabe suchte, aber fort war er und fort blieb er. "Ich werde ihn schon finden!" sagte der Alte, aber er fand ihn nie mehr! Der Fußboden hatte allzu große Löcher und Ritzen. Der Zinnsoldat war durch eine Spalte gefallen, und dort lag er im offenen Grabe.

Und der Tag verging, und der kleine Knabe kam heim, und die Woche verging und noch viele Wochen. Die Fenster waren ganz zugefroren. Der kleine Knabe mußte sitzen und darauf blasen, um ein Guckloch zu dem alten Haus hinüber zu bekommen. Dort war der Schnee in alle Schnörkel und Inschriften hineingefegt. Er lag dicht über der Treppe, gerade, als sei niemand dort zuhause. Und es war auch niemand zuhause, der alte Mann war tot.

Am Abend hielt ein Wagen davor, und zu ihm herunter trug man ihn in seinem Sarge. Er sollte draußen auf dem Lande in seinem Erbbegräbnis beerdigt werden. Da fuhr er nun, aber niemand folgte, alle seine Freunde waren ja tot. Nur der kleine Knabe warf dem Sarge viele Kußhände nach, als er fortfuhr.

Einige Tage später war Auktion in dem alten Hause, und der kleine Knabe sah von seinem Fenster aus, wie man die alten Ritter und die alten Damen, die Blumentöpfe mit den langen Ohren, die alten Stühle und die alten Schränke wegtrug. Einiges kam hierhin, einiges dorthin. Das Porträt von ihr, das er beim Trödler gefunden hatte, kam wieder zum Trödler und dort blieb es hängen; denn nun kannte sie niemand mehr, und niemand kümmerte sich um das alte Bild.

Im Frühjahr riß man auch das Haus nieder, denn es sei nur ein altes Gerümpel, sagten die Leute. Von der Straße aus konnte man gerade in die Stuben mit dem Schweinslederbezug hineinsehen, der zerfetzt und heruntergerissen wurde. Und all das Grüne hing vom Altan wild um die fallenden Balken herab. – Und dann wurde dort aufgeräumt.

"Das half!" sagten die Nachbarhäuser.

Und es wurde ein herrliches, neues Haus dort gebaut mit großen Fenstern und weißen, glatten Mauern. Aber vorne, wo eigentlich das alte Haus gestanden hatte, wurde ein kleiner Garten angelegt, und zu des Nachbarhauses Mauern hinauf wuchsen wilde Weinranken. Vor den Garten kam ein großes eisernes Gitter mit eiserner Tür; das sah gar stattlich aus. Die Leute standen still und schauten hinein. Und die Spatzen hingen sich dutzendweil an die Weinranken und nahmen einander das Wort vom Munde, so gut sie konnten, aber es war nicht das alte Haus, worüber sie sprachen, denn darauf konnten sie sich nicht besinnen. Es waren nun schon so viele Jahre darüber hingegangen, daß der kleine Knabe zu einem großen Manne herangewachsen war, ja, zu einem tüchtigen Mann, an dem seine Eltern Freude hatten. Er hatte sich eben verheiratet und war mit seiner kleinen Frau hier in das Haus gezogen, wo der Garten war. Und er stand dort bei ihr, während sie eine Feldblume pflanzte, die sie gar niedlich fand. Sie pflanzte sie mit ihrer kleinen Hand und klopfte die Erde mit den Fingern fest. – Au, was war das? Sie hatte sich gestochen. Da saß etwas Spitzes gerade oben auf der weichen Erde.

Es war – ja denk nur. Es war der Zinnsoldat, er, der bei dem alten Mann da oben fortgekommen war, der inzwischen bei Zimmerholz und Schutt herumgebummelt, sich tüchtig getummelt und zuletzt viele Jahre lang in der Erde gelegen hatte.

Und die junge Frau wischte den Soldaten zuerst mit einem grünen Blatte, dann mit ihrem feinen Taschentuch ab; das hatte einen so lieblichen Duft. Und es war dem Zinnsoldaten, als erwache er aus einer Ohnmacht.

"Laß mich sehen!" sagte der junge Mann, dann lachte er und schüttelte den Kopf. "Ja, er kann es wohl nicht gut sein, aber er erinnert mich an eine Geschichte mit einem Zinnsoldaten, die geschah, als ich noch ein kleiner Knabe war." Und dann erzählte er seiner Frau von dem alten Hause und dem alten Manne und dem Zinnsoldaten, den er ihm hinübergeschickt hatte, weil er so schrecklich allein war. Und er erzählte es ganz genau so, wie es wirklich gewesen war, so daß der jungen Frau Tränen in die Augen stiegen über das alte Haus und den alten Mann.

"Es kann doch sein, daß es derselbe Zinnsoldat ist!" sagte sie. "Ich will ihn aufbewahren und alles behalten, was Du mir erzählt hast. Aber des alten Mannes Grab mußt Du mir zeigen!"

"Ja, das weiß ich nicht," sagte er, "und niemand weiß es. Alle seine Freunde waren tot, niemand kümmerte sich darum, und ich war ja ein kleiner Knabe."

"Wie schrecklich allein muß er gewesen sein." sagte sie.

"Schrecklich allein!" sagte der Zinnsoldat, "aber es ist herrlich, nicht vergessen zu sein."

"Herrlich!" rief etwas dicht daneben; aber niemand außer dem Zinnsoldaten sah, daß es ein Fetzen von dem schweinsledernen Bezuge war. Er war ohne alle Vergoldung und sah aus wie nasse Erde, aber eine Meinung hatte er, und die sprach er aus:

"Vergoldung vergeht, Aber Schweinsleder besteht." Doch das glaubte der Zinnsoldat nicht.
Der var omme i gaden et gammelt, gammelt hus, det var næsten tre hundrede år, det kunne man læse sig til på bjælken, hvor årstallet var skåret ud tillige med tulipaner og humleranker; der stod hele vers bogstaveret som i gamle dage, og over hvert vindue var der i bjælken snittet et ansigt, som vrængede; den ene etage gik et langt stykke ud over den anden, og lige under taget var en blyrende med dragehoved; regnvandet skulle løbe ud af gabet, men det løb ud af maven, for der var hul på renden.

Alle de andre huse i gaden var så nye og så nette, med store ruder og glatte vægge, man kunne nok se at de ville ikke have noget at gøre med det gamle hus; de tænkte nok: "Hvor længe skal det skrummel stå til spektakel her i gaden; så løber karnappen sådan ud, at ingen fra vore vinduer kan se hvad der sker i den kant! Trappen er så bred som til et slot og så høj som til et kirketårn. Jerngelænderet ser jo ud som døren til en gammel begravelse, og så har det messingknapper. Det er flovt!"

Lige overfor i gaden var også nye og nette huse og de tænkte som de andre, men ved vinduet her sad en lille dreng med friske røde kinder, med klare strålende øjne, han syntes rigtignok bedst om det gamle hus, og det både i solskin og i måneskin. Og så han over på muren, hvor kalken var gået af, så kunne han sidde og udfinde der alle de underligste billeder, akkurat hvorledes gaden havde set ud før med trapper, karnapper og spidse gavle; han kunne se soldater med hellebarder, og tagrender der løb om som drager og lindorme. – Det var rigtignok et hus at se på! og derovre boede en gammel mand, som gik i skægsbukser, havde en kjole med store messingknapper og en paryk, som man kunne se var en virkelig paryk. Hver morgen kom der til ham en gammel karl, som ryddede op og gik ærinder, ellers var den gamle mand i de skægsbukser ganske alene i det gamle hus; imellem kom han hen til vinduesruden og så ud, og den lille dreng nikkede til ham, og den gamle mand nikkede igen, og så var de bekendte og så var de venner, skønt de aldrig havde talt med hinanden, men det kunne da også være det samme.

Den lille dreng hørte sine forældre sige: "Den gamle mand derovre har det meget godt, men han er så skrækkelig ene!"

Næste søndag tog den lille dreng og svøbte noget ind i et stykke papir, gik ned i porten, og da han, som gik ærinder, kom forbi, sagde han til ham: "Hør! vil du bringe den gamle mand derovre dette fra mig! jeg har to tinsoldater, dette er den ene; han skal have den, for jeg ved at han er så skrækkelig ene."

Og den gamle karl så ganske fornøjet ud, nikkede og bar tinsoldaten over i det gamle hus. Siden kom der bud, om den lille dreng ikke havde lyst til selv at komme over at gøre besøg, og det fik han lov til af sine forældre, og så kom han over i det gamle hus.

Og messingknapperne på trappegelænderet skinnede meget stærkere end ellers, man skulle tro at de var poleret i anledning af besøget, og det var som om de udskårne trompetere – for der var udskåret i døren trompetere, som stod i tulipanerne – blæste af alle kræfter, kinderne så meget tykkere ud end før. Jo de blæste: "Tratteratra! den lille dreng kommer! tratteratra!" – og så gik døren op. Hele gangen var med gamle portrætter, riddere i harnisk og fruer i silkekjole; og harniskerne raslede og silkekjolerne raslede! – Og så kom der en trappe, den gik et stort stykke opad og et lille stykke ned – og så var man på en altan, der rigtignok var meget skrøbelig, med store huller og lange sprækker, men der voksede græs og blade op af dem alle sammen, for hele altanen udenfor, gården og muren, var med så meget grønt, det så ud som have, men det var kun en altan. Her stod gamle urtepotter, som havde ansigt og æselører; blomsterne de voksede nu ligesom de ville. I den ene potte løb det over alle bredder med nelliker, det vil sige med det grønne, skud ved skud, og ganske tydeligt sagde det: "Luften har klappet mig, solen har kysset mig og lovet mig en lille blomst på søndag, en lille blomst på søndag!"

Og så kom de ind i et kammer, hvor væggene var med svinelædersbetræk og der var trykt guldblomster på.

"Forgyldning forgår,
Men svinelæder består!"

sagde væggene.

Og der stod lænestole så højryggede, så udskårne, og med arme på begge sider. "Sid ned! sid ned!" sagde de. "Uh, hvor det knager i mig! nu får jeg nok gigt ligesom det gamle skab! Gigt i ryggen, uh!"

Og så kom den lille dreng ind i stuen hvor karnappen var, og hvor den gamle mand sad.

"Tak for tinsoldaten, min lille ven!" sagde den gamle mand. "Og tak fordi du kommer over til mig!"

"Tak! Tak!" eller "Knak! Knak!" sagde det i alle møblerne; de var så mange at de næsten stod hverandre i vejen for at se den lille dreng.

Og midt på væggen hang et skilderi med en dejlig dame, så ung, så glad, men ganske klædt på, som i gamle dage, med pudder i håret og klæder, som stod stive; hun sagde hverken "tak" eller "knak," men så med sine milde øjne på den lille dreng, som straks spurgte den gamle mand: "Hvor har du fået hende?"

"Omme hos marskandiseren!" sagde den gamle mand. "Der hænger så mange billeder; Ingen kender eller bryder sig om dem, for de er begravet alle sammen, men i gamle dage har jeg kendt hende, og nu er hun død og borte i et halvt hundrede år!"

Og under skilderiet hang bag glas en buket visne blomster; de var vist også et halvt hundrede år, så gamle så de ud. Og perpendiklen på det store ur gik frem og tilbage, og viseren drejede, og alting i stuen blev endnu ældre, men det mærkede de ikke.

"De siger hjemme," sagde den lille dreng, "at du er så skrækkelig ene!"

"Oh," sagde han, "de gamle tanker, med hvad de kan føre med sig, kommer og besøger mig, og nu kommer du jo også! – Jeg har det meget godt!"

Og så tog han ned af hylden en bog med billeder, der var hele lange optog, de forunderligste kareter, som man ikke ser dem nu til dags, soldater som klør knægt og borgere med vajende faner; skrædderne havde deres med en saks, som blev holdt af to løver og skomagerne deres uden støvle, men med en ørn, som havde to hoveder, for skomagerne må have alting således at de kan sige: Det er et par. – Jo det var en billedbog!

Og den gamle mand gik ind i den anden stue for at hente syltetøj, æbler og nødder; – der var rigtig nok velsignet ovre i det gamle hus.

"Jeg kan ikke holde det ud!" sagde tinsoldaten, som stod på dragkisten; "her er så ensomt og så sørgeligt; nej, når man har været i familieliv, kan man ikke vænne sig til dette her! – Jeg kan ikke holde det ud! Den hele dag er så lang og aftnen er endnu længere! her er slet ikke, som ovre hos dig, hvor din fader og moder talte så fornøjede, og hvor du og alle I søde børn gjorde sådant et dejligt spektakel. Nej, hvor den gamle mand har det ensomt! tror du han får kys! tror du han får milde øjne, eller juletræ! Han får ikke noget, uden begravelse! – jeg kan ikke holde det ud!"

"Du må ikke tage det så sørgeligt!" sagde den lille dreng; "jeg synes her er så dejligt; og alle de gamle tanker, med hvad de kan føre med sig, kommer jo og gør besøg!"

"Ja, dem ser jeg ikke, og dem kender jeg ikke!" sagde tinsoldaten, "jeg kan ikke holde det ud!"

"Det må du!" sagde den lille dreng.

Og den gamle mand kom med det mest fornøjede ansigt, det dejligste syltetøj, æbler og nødder, og så tænkte den lille dreng ikke på tinsoldaten.

Lykkelig og fornøjet kom den lille dreng hjem, og der gik uger og der gik dage, og der blev nikket til det gamle hus og fra det gamle hus, og så kom den lille dreng derover igen.

Og de udskårne trompetere blæste: "tratteratra! der er den lille dreng! tratteratra!" og sværd og rustning på ridderbillederne raslede og silkekjolerne raslede, svinelæderet talte, og de gamle stole havde gigt i ryggen: "av!" det var akkurat ligesom første gang, for der ovre var den ene dag og time ligesom den anden.

"Jeg kan ikke holde det ud!" sagde tinsoldaten, "jeg har grædt tin! her er alt for sørgeligt! lad mig hellere gå i krig og miste arme og ben! det er dog en forandring. Jeg kan ikke holde det ud! – nu ved jeg hvad det er at have besøg af sine gamle tanker, med hvad de kan føre med! jeg har haft besøg af mine, og du kan tro, det er ingen fornøjelse i længden, jeg var til sidst nær ved at springe ned af dragkisten. Alle I derovre i huset så jeg så tydeligt, som om I virkeligt var her; det var igen den søndag morgen, som du ved nok! alle I børn stod foran bordet og sang eders salme, som I synger den hver morgen; I stod andægtige med foldede hænder, og fader og moder var lige så højtidelige, og så gik døren op, og den lille søster Maria, som ikke er to år endnu, og som altid danser når hun hører musik eller sang, hvad slags det endogså er, blev sat ind, – hun skulle det nu ikke, – og så begyndte hun at danse, men kunne ikke komme i takt, for tonerne var så lange, og så stod hun først på det ene ben og hældede hovedet helt forover, og så på det andet ben og hældede hovedet helt forover, men det ville ikke slå til. I stod meget alvorlige, alle sammen, skønt det var nok svært, men jeg lo indvendig og derfor faldt jeg ned af bordet og fik en bule, som jeg endnu går med, for det var ikke ret af mig at le. Men det hele går nu igen inden i mig, og alt hvad jeg sådan har oplevet; og det er nok de gamle tanker med hvad de kan føre med! – Sig mig, om I synger endnu om søndagen? sig mig lidt om den lille Maria! og hvordan har min kammerat det, den anden tinsoldat! ja han er rigtignok lykkelig! – jeg kan ikke holde det ud!"

"Du er foræret bort!" sagde den lille dreng, "du må blive. Kan du ikke indse det?"


Og den gamle mand kom med en skuffe, hvori der var meget at se, både "kridthus," og "balsambøsse," og gamle kort, så store og så forgyldte, som man aldrig ser dem nu. Og der blev åbnet flere skuffer og klaveret blev åbnet, det var med landskab indvendigt på låget, og det var så hæst da den gamle mand spillede på det; og så nynnede han en vise.

"Ja, den kunne hun synge!" sagde han og så nikkede han til portrættet, som han havde købt hos marskandiseren, og den gamle mands øjne de skinnede så klare.

"Jeg vil i krig! jeg vil i krig!" råbte tinsoldaten så højt han kunne og styrtede sig lige ned på gulvet. –

Ja, hvor blev han af? Den gamle mand søgte, den lille dreng søgte, borte var han og borte blev han. "Jeg finder ham nok!" sagde den gamle, men han fandt ham aldrig; gulvet var alt for åbent og hullet; – tinsoldaten var faldet gennem en sprække og der lå han som i åben begravelse.

Og den dag gik og den lille dreng kom hjem, og ugen gik og der gik flere uger. Vinduerne var ganske frosne; den lille dreng måtte sidde og ånde på dem for at få et kighul over til det gamle hus, og der var sneen fyget ind i alle snirkler og indskrifter, den lå helt op over trappen, ligesom om der var ingen hjemme, og der var heller ingen hjemme, den gamle mand var død!

Om aftnen holdt en vogn udenfor, og ned i den bar man ham i hans kiste, han skulle ud at ligge på landet i sin begravelse. Der kørte han nu, men ingen fulgte, alle hans venner var jo døde. Og den lille dreng kyssede på fingeren efter kisten, da den kørte.

Nogle dage efter blev der auktion på det gamle hus, og den lille dreng så fra sit vindue, hvor man bar bort: den gamle riddere og de gamle damer, urtepotterne med lange ører, de gamle stole og de gamle skabe; noget kom her og noget kom der; portrættet af hende, som var fundet hos marskandiseren, kom til marskandiseren igen, og der hang det altid, for ingen kendte hende mere, ingen brød sig om det gamle billede.

I foråret rev man huset selv ned, for det var et skrummel, sagde folk. Man kunne se fra gaden lige ind i stuen til det svineskindsbetræk, som blev flænget og revet; og det grønne om altanen hang ganske vildsomt om de faldende bjælker. – Og så blev der ryddet op.

"Det hjalp!" sagde nabohusene.

* * *

Og der blev bygget et dejligt hus med store vinduer og hvide, glatte mure, men foran, hvor egentligt det gamle hus havde stået, plantedes en lille have og op af naboens mure voksede vilde vinranker; foran haven kom et stort jerngitter med jernport, det så stadseligt ud, folk stod stille og kiggede derind. Og spurvene hængte sig i snesevis, på vinrankerne, snakkede i munden på hverandre, så godt de kunne, men det var ikke om det gamle hus, for det kunne de ikke huske, der var gået så mange år, at den lille dreng var vokset op til en hel mand, ja en dygtig mand, som hans forældre havde fornøjelse af; og han var lige blevet gift og med sin lille kone flyttet ind i huset her, hvor haven var; og han stod hos hende dér idet hun plantede en markblomst, som hun fandt så yndig. Hun plantede den med sin lille hånd og klappede jorden til med fingrene. – Av! hvad var det? Hun stak sig. Der sad noget spidst lige op af den bløde jord.

Det var – ja tænk! det var tinsoldaten, ham som var blevet borte oppe hos den gamle mand, og var rumlet og tumlet mellem tømmer og grus og til sidst havde ligget mange år i jorden.

Og den unge kone tørrede soldaten, først med et grønt blad og så med sit fine lommetørklæde, det havde sådan en dejlig lugt! og det var for tinsoldaten, ligesom om den vågnede op af en dvale.

"Lad mig se ham!" sagde den unge mand, lo og rystede så med hovedet. "Ja, ham kan det nu ikke være, men han husker mig på en historie med en tinsoldat, jeg havde, da jeg var en lille dreng!" og så fortalte han sin kone om det gamle hus, og den gamle mand, og om tinsoldaten han sendte over til ham, fordi han var så skrækkelig ene, og han fortalte det så akkurat, som det virkelig havde været, så at den unge kone fik tårer i øjnene over det gamle hus og den gamle mand.

"Det kan dog være at det er den samme tinsoldat!" sagde hun, "jeg vil gemme den og huske på alt, hvad du har fortalt mig; men den gamle mands grav må du vise mig!"

"Ja, den ved jeg ikke," sagde han, "og ingen ved den! alle hans venner var døde, ingen passede den, og jeg var jo en lille dreng!"

"Hvor han må have været skrækkeligt ene!" sagde hun.

"Skrækkeligt ene!" sagde tinsoldaten, "men dejligt er det, ikke at blive glemt!"

"Dejligt!" råbte noget tæt ved, men ingen uden tinsoldaten så, at det var en lap af det svinelædersbetræk, det var uden al forgyldning, det så ud som våd jord, men en mening havde det, og den sagde det:

"Forgyldning forgår,
Men svinelæder består."

Dog, det troede tinsoldaten ikke.




Vergleich zwei Sprachen:










Donations are welcomed & appreciated.


Thank you for your support.