DEUTSCH

Das Mädchen, das auf das Brot trat

ESPAÑOL

La niña que pisoteó el pan


Die Geschichte von dem Mädchen, das auf das Brot trat, um sich die Schuhe nicht zu beschmutzen, und dem es dann gar schlecht erging, ist wohlbekannt, sie ist geschrieben und sogar gedruckt.

Inge hieß das Mädchen; sie war ein armes Kind, stolz und hochmütig; es war ein schlechter Kern in ihr, wie man sagt. Schon als ganz kleines Kind hatte sie ihre Freude daran, Fliegen zu fangen diesen die Flügel auszurupfen und sie so in Kriechtiere zu verwandeln. Später nahm sie den Maikäfer und den Mistkäfer, steckte jeden an eine Nadel, schob dann ein grünes Blatt oder ein kleines Stück Papier zu ihren Füßen hin, und das arme Tier faßte es und hielt es fest, drehte und wendete es, um von der Nadel loszukommen.

»Jetzt liest der Maikäfer!« sagte Inge, sieh mal, wie er das Blatt wendet!« Mit den Jahren wurde sie eher immer schlechter als besser, aber hübsch war sie, und das war ihr Unglück, sonst wäre sie schon anders hergenommen worden, als sie es eben wurde.

»Der Kopf braucht eine scharfe Lauge!« sagte ihre eigene Mutter. »Als Kind hast du mir oft auf der Schürze herumgetrampelt, ich fürchte, du wirst mir später aufs Herz treten.« Und das tat sie auch.

Sie kam aufs Land in Dienst zu vornehmen Leuten, und diese hielten sie wie ihr eigenes Kind, als solches ging sie auch gekleidet; gut sah sie aus, und der Hochmut nahm zu.

Als sie etwa ein Jahr dort war, sagte ihre Herrschaft zu ihr: »Du sollst doch einmal deine Eltern besuchen, Inge!«

Und Inge begab sich auch auf den Weg zu ihren Eltern, aber nur, um sich in der Heimat zu zeigen; dort sollten die Leute sehen, wie fein sie geworden war; doch als sie am Eingang des Dorfes anlangte und die jungen Burschen und Mädchen dort plaudernd stehen sah und auch ihre Mutter darunter erkannte, die auf einen Stein saß und sich ausruhte, vor sich ein Bündel Reisig, das sie im Wald gesammelt hatte, da kehrte Inge um, sie schämte sich, daß sie, die so fein angekleidet war, eine solch zerlumpte Frau, die Reisig auflas, zur Mutter hatte. Es reute sie gar nicht, daß sie umkehrte, sie war nur ärgerlich.

Und wieder verstrich ein halbes Jahr. »Du solltest doch wieder einmal in deine Heimat gehen und deine alten Eltern besuchen, Inge!« sagte ihre Dienstherrin. »Ich schenke dir ein großes Weißbrot, das du ihnen geben kannst; sie werden sich gewiß freuen, dich wiederzusehen!«

Und Inge zog ihren besten Staat und ihre neuen Schuhe an und hob die Kleider hoch und schritt gar vorsichtig einher, damit sie rein und nett um die Füße bleibe, und das konnte man ihr auch nicht verargen! Als sie aber dorthin gelangte, wo der Fußweg über das Moor führt und wo Lachen und Schmutz sind, warf sie das Brot in den Schmutz und trat darauf, damit sie mit reinen Schuhen hinüberkäme. Allein, wie sie so dastand, den einen Fuß auf dem Brot, den anderen in der Luft, um weiterzuschreiten, sank das Brot mit ihr tiefer und tiefer, sie verschwand ganz und gar, und nur eine große Lache, die Blasen warf, war zu sehen. Das ist die Geschichte.

Aber wohin geriet Inge? Sie versank in den Moorgrund und kam zu der Moorfrau hinunter, die dort braut. Die Moorfrau ist die Base der Elfenmädchen, die bekannt genug sind, von denen man Lieder singt und die man abgemalt findet, aber von der Moorfrau wissen die Leute nur, daß sie es ist, die braut, wenn die Wiesen im Sommer dampfen. Hier in die Brauerei der Moorfrau hinab versank Inge, und dort ist es nicht lange auszuhalten. Die Schlammgrube ist ein helles Prunkgemach gegen die Brauerei der Moorfrau! Jedes Gefäß stinkt so, daß die Menschen davon ohnmächtig werden und dann stehen die Gefäße eng aneinander gepreßt und gibt es irgendeine kleine Öffnung zwischen ihnen, durch welche man sich hindurchdrängen könnte, so ist das doch nicht möglich, wegen all der nassen Kröten und fetten Schlangen, die sich hier förmlich verfilzen; hier hinab versank Inge; all das Ekelhafte, lebendige Gekrieche war so eisig kalt, daß ihr alle Glieder fröstelten, ja, daß sie immer mehr erstarrte. An dem Brot blieb sie fest hängen, und das Brot zog sie hinab, wie ein Bernsteinknopf einen Strohalm anzieht.

Die Moorfrau war zu Hause, die Brauerei hatte an dem Tag Besuch, wie wurde besichtigt vom Teufel und seiner Großmutter, und des Teufels Großmutter ist ein altes, sehr giftiges Frauenzimmer, das nimmer müßig ist; sie reitet nie auf Besuch aus, ohne ihre Handarbeit mit sich zu führen, und die hatte sie denn auch hier bei sich. Sie nähte Leder für die Schuhe der Mensch, so daß diese immer umherwuzeln mußten und kein Sitzfleisch haben konnten; sie stickte Lügengewebe und häkelte unbesonnene Worte, die zur Erde gefallen waren, alles zum Schaden und Verderben. Ja, die konnte nähen, sticken und häkeln, die alte Großmutter.

Sie gewahrte Inge, hielt ihr Brillenglas vors Auge und besah sich das Mädchen noch einmal: »Das ist ein Mädchen, das Fähigkeiten besitzt!« sprach sie, »und ich bitte mir die Kleine zur Erinnerung an meinen Besuch hier aus! Sie wird ein passendes Postament in dem Vorgemach meines Enkels bekommen!« Und sie bekam sie. Auf diese Weise kam Inge in die Hölle. Dahinein fahren die Leute nicht immer auf direktem Wege, aber sie können auf Umwegen hinkommen, wenn sie Fähigkeiten besitzen.

Das war ein Vorgemach ohne Ende; es schwindelte einem, wenn man vorwärts schaute, und es schwindelte einem, wenn man rückwärts schaute, und eine Schar von Verschmachtenden stand hier, die da harrte, daß ihnen das Tor der Gnade aufgetan werden sollte; sie hatte lange zu warten! Große, fette, watschelnde Spinnen spannen tausendjähriges Gewebe über ihre Füße hinweg, und dieses Gewebe schnitt ein wie Fußangeln und fesselte wie kupferne Ketten; und außerdem gärte noch eine ewige Unruhe in jeder Seele, eine Unruhe voll des Jammers. Der Geizige stand da und hatte den Schlüssel zu seinem Geldkasten vergessen, und der Schlüssel steckte darin, das wußte er. Ja, es wäre zu weitläufig, alle Arten der Peinigungen und des Jammers herzuzählen, die dort erlitten wurden. Inge empfand es als entsetzliche Pein, dort auf einem Postament stehen zu müssen; sie war gleichsam von unten an das Brot genagelt.

»Das hat man davon, wenn man sich die Füße rein und sauber bewahren will!« sprach sie zu sich selber. »Seht mal, wie sie mich anglotzen!« Ja, freilich waren die Blicke aller auf sie gerichtet; ihre bösen Gelüste leuchteten ihnen aus den Augen und sprachen ohne Laute aus ihrem Mund, sie waren entsetzlich anzusehen.

»Mich anzuschauen, muß ein Vergnügen sein!« dachte Inge, »ich habe ein hübsches Gesicht und schöne Kleider an!« und nun drehte sie die Augen, den Nacken konnte sie nicht drehen, der war zu steif dazu. Nein, wie war sie im Brauhaus der Moorfrau beschmutzt worden, das hatte sie nicht bedacht. Ihre Kleider waren wie mit Schleim berzogen, eine Schlange hatte sich in ihr Haar festgehangen und baumelte ihr am Rücken herab, und aus jeder Falte ihres Kleides guckte eine große Kröte hervor, die wie ein engbrüstiger Mops bellte. Das war sehr unangenehmen. »Aber die anderen hier unten sehen ja auch entsetzlich aus!« meinte sie, und damit tröstete sie sich selber.

Das Schlimmste von allem war jedoch der gräßliche Hunger, den sie verspürte. Konnte sie sich denn nicht bücken und ein Stück von dem Brot brechen, auf welchem sie stand? Nein, der Rücken war steif, Arme und Hände waren erstarrt, ihr ganzer Körper war wie eine Steinsäule, nur die Augen konnte sie noch im Kopfe drehen, ringsherum drehen, so daß sie auch rückwärts zu schauen vermochte; das war ein häßlicher Anblick. Und dann kamen die Fliegen heran, die krochen über ihre Augen hin, hinüber und herüber, sie blinzelte mit den Augen, aber die Fliegen flogen nicht davon, denn fliegen konnten sie nicht, die Flügel waren ihnen ausgezupft; sie waren in Kriechtiere verwandelt worden; das war eine Pein, und dazu der Hunger, ja, zuletzt schien es ihr, als fräßen sich ihre Eingeweide selber auf und als würde sie inwendig ganz leer, ganz entsetzlich leer. »Wenn das länger andauern soll, dann halte ich es nicht aus!« sprach sie, aber sie mußte aushalten, und es dauerte immerfort.

Da fiel eine heiße Träne auf ihren Kopf herab, rollte über ihr Antlitz und ihre Brust bis ganz auf das Brot, auf welchem sie stand, und es fielen mehr Tränen, viele noch. Wer weinte wohl über Inge? Hatte sie doch auf Erden noch eine Mutter! Die Tränen des Kummers, welche eine Mutter über ihr Kind weint, gelangen stets zu dem Kind, aber sie erlösen es nicht, sie brennen, sie vergrößern die Pein. Und nun dieser unleidige Hunger und die Qual, das Brot nicht erreichen zu können, auf welchem sie doch mit den Füßen stand! Sie hatte das Gefühl, als wenn ihr ganzes Inneres sich selber verzehrt habe, sie war wie ein dünnes, hohles Rohr, daß jeden Laut einsaugt; sie hörte deutlich alles, was oben auf der Erde von ihr gesprochen wurde, und was sie hörte, war hart und bös. Ihre Mutter weinte zwar sehr und war ihretwegen betrübt, aber sie sprach dessenungeachtet: »Hochmut kommt vor den Fall! Das war dein Unglück, Inge! Du hast deine Mutter sehr betrübt!«

Ihre Mutter und alle oben auf der Erde wußten um die Sünde, die sie begangen hatte, wußten, daß sie auf das Brot getreten war, daß sie versunken und verschwunden war; der Kuhhirt hatte es vom Abhang, vom Moorweg aus gesehen.

»Wie hast du doch deine Mutter betrübt, Inge!« sagte die Mutter; »Ja, ich hatte es schon geahnt!« »Wäre ich doch nie geboren!« dachte Inge dann, »das wäre weit besser für mich gewesen. Wozu nützt es aber jetzt, daß meine Mutter weint?«

Sie vernahm, wie ihre Herrschaft, die guten Leute, die sie wie Eltern gehegt und gepflegt hatten, jetzt sprachen und sagten: »Sie war ein sündhaftes Kind, sie hat die Gaben Gottes nicht geachtet, sondern sie mit Füßen getreten, die Tür der Gnade wird sich ihr nur langsam auftun!« »Sie hätten mich züchtigen, mir die Mucken austreiben sollen, falls ich welche gehabt habe.«

Sie hörte, daß ein ganzes Lied auf sei gereimt wurde, das Lied von dem hochmütigen Mädchen, das auf das Brot trat, damit ihre Schuhe rein blieben, und daß man das Lied im ganzen Lande sang.

»Daß man deshalb so viel Böses hören muß und so viel leiden!« dachte Inge: »die anderen müßten auch ihrer Sünden wegen bestraft werden! Ja, dann wäre freilich viel zu bestrafen! Ach wie ich gepeinigt werde!« Und ihr Sinn verhärtete sich noch mehr als ihr Äußeres. »Hier unten in dieser Gesellschaft kann man nun einmal nicht besser werden! Und ich will auch nicht besser werden! Sieh, wie sie mich anglotzen!« Und ihr Sinn war voll Zorn und Bosheit gegen alle Menschen.

»Jetzt haben sie endlich dort oben etwas zu erzählen! Ach, wie ich gepeinigt werde!« Und sie hörte auch, wie ihre Geschichte den Kindern erzählt wurde, und die Kleinen nannten sie die gottlose Inge, sie sei so häßlich, sagten sie, so garstig, sie müsse recht gepeinigt werden. Immerfort kamen harte Worte über sie aus Kindermund.

Doch eines Tages, während Gram und Hunger im Innern ihres hohlen Körpers nagten und sie hörte, wie man ihren Namen nannte und ihre Geschichte einem unschuldigen Kind, einen kleinen Mädchen, erzählte da vernahm sie, daß die Kleine in Tränen ausbrach bei der Geschichte von der hochfahrenden putzsüchtigen Inge.

»Aber kommt Inge denn nie mehr herauf?« fragte das kleine Mädchen. Und man antwortete: »Sie kommt nimmermehr herauf!« »Aber wenn sie nun 'bitte, bitte' sagen, um Verzeihung bitten und es nie wieder tun würde!« »Dann wohl, doch sie will nicht um Verzeihung bitten!« hieß es hierauf. »Ich möchte so gern, daß sie es täte!« sagte die Kleine und war ganz untröstlich. »Ich will meine Puppe und all mein Spielzeug darum geben, wenn sie nur heraufkommen darf. Es ist zu schrecklich – die arme Inge!«

Und diese Worte reichten bis in Inges innerstes Herz, sie taten ihr gleichsam wohl; es war das erste Mal, daß jemand sagte: »Die arme Inge!« und nichts von ihren Fehlern hinzufügte; ein kleines, unschuldiges Kind weinte und bat um Gnade für sie, es wurde ihr dabei ganz sonderbar zumute, sie selber hätte jetzt gern geweint, aber sie vermochte es nicht, sie konnte nicht weinen, und das war auch eine Qual.

Während Jahre dort oben verstrichen – unten, wo sie war, gab es keinen Wechsel –, hörte sie immer seltener Worte von oben, man sprach weniger von ihr. Da drang plötzlich eines Tages ein Seufzer zu ihrem Ohr: »Inge! Inge! Wie du mich betrübt hast! Ich habe es ja gesagt!« Es war ihrer sterbenden Mutter letzter Seufzer.

Zuweilen hörte sie ihren Namen von ihrer früheren Herrschaft nennen, und das waren sanfte Worte, wenn die Frau sagte: »Ob ich Dich doch wohl jemals wiedersehe, Inge? Man weiß nicht, wohin man kommt!« Aber Inge sah wohl ein, daß ihre gute Dienstherrin nie hierher kommen könnte, wo sie war. So verstrich wiederum eine Zeit, eine lange, bittere Zeit.

Da hörte Inge noch einmal ihren Namen nennen und sah über sich gleichsam zwei klare Sterne funkeln; es waren zwei sanfte Augen, die sich auf Erden schlossen. So viele Jahre waren seit damals verstriche, als das kleine Mädchen untröstlich war und über 'die arme Inge' weinte, daß das Kind eine alte Frau geworden war, die Gott nun wieder zu sich rufen wollte; und gerade in dieser Stunde, in der die Gedanken alle aus des Lebens ganzem Tun wieder emportauchen, entsann sie sich auch, wie sie einst als kleines Kind recht wehmütig hatte weinen müssen bei der Geschichte von Inge. Jene Stunde und jener Eindruck wurden der alten Frau in ihrer Todesstunde dermaßen wieder lebendig, daß sie ganz laut in die Worte ausbrach: »Mein Gott und Herr, ob ich nicht auch, wie Inge, oft deine Segensgaben mit Füßen getreten und mir nichts Böses dabei gedacht habe. Ob ich nicht auch umhergegangen bin mit hochmütigem Sinn – du hast in deiner Gnade mich nicht sinken lassen, sondern mich aufrecht erhalten! Oh, lasse nicht ab von mir in meiner letzten Stunde!«

Und die Augen der Alten schlossen sich, und ihrer Seele Auge erschloß sich, das Verborgene zu schauen. Sie, in deren letzten Gedanken Inge so lebhaft zugegen gewesen war, sie sah jetzt auch, wie tief hinab Inge gezogen war, und bei dem Anblick brach die Fromme in Tränen aus; im Himmel stand sie wie ein Kind und weinte um die arme Inge. Und diese Tränen und Gebete klangen wie ein Echo hinab in die hohle, leere Hülle, welche die gefesselte, gepeinigte Seele umschloß, die nie erwartete Liebe von oben überwältigte sie: ein Engel Gottes weinte um sie! Weshalb ward ihr dies wohl vergönnt? Die gepeinigte Seele sammelte gleichsam in Gedanken jede Erdenhandlung, die sie verübt hatte, und sie, Inge, zitterte unter Tränen, wie sie solche niemals geweint hatte; Kummer über sich selber erfüllte sie, ihr war es, als können sich ihr die Pforte der Gnade nimmer öffnen, und als sie in Zerknirschung dieses erkannte, schoß leuchtend ein Strahl in den Abgrund zu ihr hinab, und zwar mit einer Kraft, die weit stärker war als die des Sonnenstrahls, durch den der Schneemann auftaut, den die Knaben hinstellen; und weit schneller als die Schneeflocke schmilzt und zu einem Tropfen wird, der auf die warmen Lippen des Kindes fällt, löste sich die versteinerte Gestalt Inges in Nebel auf, ein kleiner Vogel schwang sich im Zickzack des Blitzes hinauf in die Menschenwelt. Aber der Vogel war ängstlich und scheu gegen alles ringsum, er schämte sich seiner selbst, schämte sich vor allen lebenden Geschöpfen und suchte eiligst sich in ein finsteres Loch in einem alten, verwitterten Gemäuer zu verbergen, dort saß er und kauerte, zitternd am ganzen Körper, keinen Laut vermochte er von sich zu geben, er hatte keine Stimme; lange saß er, bevor er all die Herrlichkeit ringsum klar sehen und vernehmen konnte; ja, herrlich war es! Die Luft war frisch und mild, der Mond warf seinen klaren Schein über die Erde; Bäume und Gebüsch sandten Düfte aus, und gar traulich war es, wo er saß, sein Federgewand war ganz rein und fein. Nein, wie war doch alles Geschaffenen in Liebe und Herrlichkeit dargebracht! Alles, was sich in der Brust des Vogels regte, wollte sich hinaussingen, aber der Vogel vermochte es nicht, gern hätte er gesungen wie im Frühling der Kuckuck und die Nachtigall. Unser Herrgott, der auch den lautlosen Lobgesang des Wurmes vernimmt, hörte auch hier den Lobgesang, der sich in Gedankenakkorden erhob, so wie der Psalm im Innern Davids klang, bevor er zu Wort und Melodie wurde.

Wochenlang regten diese lautlosen Lieder sich in Gedanken, sie mußten zum Ausbruch kommen, mußte es bei dem ersten Flügelschlag einer guten Tat, eine solche mußte getan werden!

Das heilige Weihnachtsfest kam heran. Der Bauer pflanzte in der Nähe der Mauer eine Stange auf und befestigte daran eine Garbe Hafer, damit die Vögel in der Luft auch ein fröhliches Weihnachtsfest und eine gute Mahlzeit hätten, in dieser Zeit des Erlösers.

Und die Sonne erhob sich am Weihnachtsmorgen und schien auf die Garbe, und zwitschernde Vögel in Scharen umflatterten die Futterstange, da klang es auch aus dem Mauerloch heraus: »Piep, piep!« Der schwellende Gedanke ward zum Laut, das schwache Piepen eine ganze Freudenhymne, der Gedanke einer guten Tat erwachte, und der Vogel schwang sich aus seinem Versteck heraus, im Himmel wußten sie schon, was das für ein Vogel war!

Der Winter war streng, die Gewässer waren zugefroren, die Vögel und die Tiere des Waldes hatten knappe Futterzeiten. Unser kleiner Vogel schwang sich über die Landstraße dahin, und dort in dem Geleise der Schlitten fand er auch hin und wieder ein Körnchen, an den Haltestellen einige Brotkrümelchen, und er selber fraß nur wenig, aber er rief all die anderen verhungerten Sperlinge herbei, damit sie etwas Futter bekämen. Er flog in die Städte hinein, spähte ringsum, und wo eine liebe Hand Brot auf das Fensterbrett für die Vögel gestreut hatte, dort fraß er selber nur ein einzelnes Krümelchen, gab aber alles den anderen Vögeln.

Im Verlauf des Winters hatte der Vogel so viele Brotkrümelchen gesammelt und den anderen Vögeln gespendet, daß sie zusammen das ganze Brot aufwogen, aus das Inge getreten hatte, damit ihre Schuhe rein blieben, und als das letzte Brotkrümelchen gefunden und gespendet war, wurden die grauen Flügel des Vogels weiß und breiteten sich weit aus.

»Dort fliegt eine Seeschwalbe über das Wasser hin!« sagten die Kinder, die den weißen Vogel sahen; nun tauchte er in den See hinab, nun hob er sich empor in den klaren Sonnenschein, er glänzte, es war nicht möglich, zu sehen, wo er blieb; sie sagten, er sei geradewegs in die Sonne geflogen.
Seguramente habrás oído hablar de la niña que pisoteó el pan para no ensuciarse los zapatos, y de lo mal que lo pasó. La historia está escrita y anda por ahí impresa.
Era una niña hija de padres pobres, pero orgullosa y altanera; tenía mal fondo, como suele decirse. Ya de muy pequeña se divertía cazando moscas, arrancándoles las alas y soltándolas luego. Cazaba también escarabajos y abejorros, los clavaba en una aguja y los ponía sobre una hoja verde o un pedazo de papel; la bestezuela se agarraba a él y hacia toda clase de contorsiones para librarse de la aguja.
¡El abejorro está leyendo! - exclamaba la pequeña Inger, que así se llamaba -, fijaos cómo vuelve la página.
A medida que fue creciendo, en vez de mejorar puede decirse que se volvió peor. Hermosa sí lo era, para su desgracia, pues de otro modo habría llevado buenos azotes.
- ¡Una buena paliza, necesitarías! - decíale su propia madre -. De pequeña me has pisoteado muchas veces el delantal; mucho me temo que de mayor me pisotees el corazón.
Y así fue.
Entró a servir en una casa de personas distinguidas, que la trataron como a su propia hija, vistiéndola como tal, con lo que creció aún su arrogancia.
Al cabo de un año le dijo su señora:
- Deberías visitar a tus padres, mi querida Inger.
Fue, pero solamente para exhibirse. Quería que viesen lo guapa que se había vuelto. Mas al llegar a la entrada del pueblo y ver a las muchachas y los mozos charlando en el estanque, y a su madre descansando sentada en una piedra, pues venía cargada con un haz de leña que había recogido en el bosque, Inger dio media vuelta. Se avergonzaba de tener por madre a aquella tosca mujer cargada con un haz de leña, ahora que iba tan lindamente vestida. No le remordió haberse vuelto; sólo sentía enojo por haberse acicalado para nada.
Transcurrió otro medio año.
- Deberías ir a tu casa a ver a tus padres, querida Inger - volvió a decirle su señora -. Ahí tienes un pan de trigo; puedes llevárselo. Estarán contentos de verte.
Inger se puso el mejor vestido y los zapatos nuevos. Levantándose la bonita falda, caminaba con gran precaución para no ensuciarse el calzado. Ningún mal había en ello, claro está. Pero llegada al punto en que el sendero cruzaba un cenagal y el agua formaba un gran charco, tiró el pan al suelo, en medio del barro, para poder apoyar el pie sobre él y no mojarse los zapatos. Y mientras estaba con un pie sobre el pan y con el otro levantado, hundióse el pan y la muchacha desapareció en el agua. Un momento después sólo se veía una negra charca burbujeante.
Así dice la historia.
Pero, ¿qué fue de ella? Pues fue a parar a la mansión de la mujer del pantano, que habita en su fondo. La mujer del pantano es la tía de las elfas. Éstas son muy conocidas, pues andan por ahí en canciones y las han pintado muchas veces; pero de la mujer la gente sólo sabe que cuando en verano salen de los prados vahos y vapores, es que ella está preparando cerveza. Precisamente fue a parar Inger a su destilería, donde no es posible aguantar mucho tiempo. Una cloaca cenagosa es un aposento claro y lujoso en comparación con la destilería de la mujer del pantano. Los barriles apestan de tal modo, que al olerlos uno cae sin sentido. Estos barriles están apilados unos sobre otros, y por los pequeños espacios que quedan entre ellos, y que podrían servir para escabullirse, asoman sapos viscosos y gordas culebras que yacen allí en un revoltijo.
Pues allí fue a dar con sus huesos la pequeña Inger. Y aquel repugnante hormiguero era tan terriblemente helado, que la chica tiritaba de pies a cabeza y sentía que se iba quedando aterida. Seguía aferrada al pan, el cual la atraía cada vez más abajo, como un botón de ámbar atrae una pajuela.
La mujer estaba en casa. Precisamente aquel día el diablo y su abuela habían ido a visitar la destilería. Esta abuela es una bruja muy vieja y perversa, que nunca está ociosa. Jamás sale sin llevarse su labor de costura; también la traía en aquella ocasión. Estaba cosiendo insidias en el calzado de los hombres para hacerles perder el sosiego; bordaba mentiras y palabras ponzoñosas, dejadas caer por descuido, todo para daño y perdición de las personas. Sí, sabía coser, bordar y hacer ganchillo, la vieja bruja.
Al ver a Inger, calóse las gafas y la examinó con atención.
- Esta es una chica que tiene buenas prendas - dijo -. Me gustaría que me la regalaras, como recuerdo de esta visita. Puesta sobre un pedestal, será un buen adorno para el vestíbulo de mi nieto.
Y se la dieron, con lo cual la pequeña Inger fue a parar al in­fierno. No siempre se va directamente a él; también se puede llegar por caminos indirectos, cuando uno tiene disposición.
Era un vestíbulo interminable; os entraría vértigo si lo miraseis hacia delante, y lo mismo si lo miraseis hacia atrás. Se agolpaba en él una gran multitud, con el corazón roído de angustia. Aguardaban a que les abriesen la puerta de la gracia. ¡Ya podían esperar! Grandes arañas, gordas y tambaleantes, les rodeaban los pies con telas milenarias, que les apretaban como torniquetes y les sujetaban como cadenas de cobre; y sobre eso reinaba una eterna inquietud, la inquietud de la pena de cada alma. El avaro se había olvidado la llave de su caja de caudales, y sabía que la había dejado en la cerradura. Resultaría demasiado largo enumerar todos los tormentos y penalidades que allí se sufrían. Inger, puesta sobre un pedestal, con los pies clavados al pan, sufría indeciblemente.
- ¡Así le pagan a una por haber procurado no ensuciarse los pies! - decía para sus adentros - ¡Oh! ¿Por qué me miran todos con esos ojos? -. Porque en efecto, todos la miraban; sus malos pensamientos se les reflejaban en los ojos y hablaban sin abrir la boca. Era espantoso verlos.
«¡Debe ser un regalo mirarme - pensó Inger -, con mi bonita cara y mis buenos vestidos!»; y volvió los ojos, pues no podía volver la cabeza, con lo rígida que tenía la nuca. ¡Señor, y cómo se había emporcado en la destilería! En esto no había pensado. Sus ropas aparecían como recubiertas de una gran mancha de barro; una culebra se le había enroscado en el pelo y se columpiaba sobre su pescuezo, y de cada pliegue del vestido salía un sapo, que ladraba como un perrillo asmático. Resultaba muy molesto. «Cuantos están aquí tienen un aspecto tan horrible como yo», se dijo para consolarse.
Mas lo peor era el hambre espantosa que la atormentaba. ¿No podía bajarse a coger un poco del pan que le servía de base? Pues no; tenía el dorso envarado, los brazos y manos rígidos, todo el cuerpo como una columna de piedra. Solamente podía mover los ojos, revolverlos del todo y hasta mirar a sus espaldas. Esto es lo que hizo; pero, ¡qué horror! Vio subir por sus ropas una larga hilera de moscas, que treparon hasta su cara, pasando y volviendo a pasar sobre sus ojos. Ella bien parpadeaba, pero los insectos no se marchaban, pues no podían volar; les habían arrancado las alas, y ahora sólo podían andar.
¡Qué tormento aquél!, y por añadidura el hambre. Al fin parecíale que los intestinos se devoraban a sí mismos, y se sintió vacía por dentro, terriblemente vacía.
Como esto se prolongue, no podré resistirlo - dijo. Pero no había más remedio que aguantar, y el tormento continuaba.
Cayó entonces sobre su cabeza una lágrima ardiente, que, rodándole por la cara y el pecho, fue a parar sobre el pan; y luego otras lágrimas, y otras muchas. ¿Quién lloraba por la pobre Inger? ¿No tenía acaso una madre en la Tierra? Las lágrimas de dolor que una madre derrama por sus hijos, alcanzan siempre a éstos, pero no los redimen; queman y sólo contribuyen a aumentar sus sufrimientos. Y luego aquel hambre insufrible, sin poder llegar al pan que tenía bajo el pie. Al fin experimentó la sensación de tener consumidas todas las entrañas y ser como una delgada caña hueca que captaba todos los sonidos. Oía claramente cuanto sobre ella decían en la Tierra, y por cierto que todo eran palabras duras y de censura. Su madre lloraba lágrimas salidas de su afligido corazón, pero exclamaba al mismo tiempo:
- ¡La soberbia trae la caída! Esta fue tu desgracia, Inger. ¡Cómo afligiste a tu madre!
Todos los de allá arriba conocían su pecado, sabían que había pisoteado el pan y que se había hundido y desaparecido. El pastor, que lo había visto todo desde una altura, lo había contado.
- ¡Cuántas penas me has causado, Inger! - se lamentaba la buena mujer-. ¡Bien me lo temía!
«¡Ay! ¡Mejor me hubiera sido no nacer! - pensó Inger ¿De que pueden servirme ya las lágrimas de mi madre?».
Oyó cómo sus señores, aquellas gentes bondadosas que la habían tratado como a su propia hija, decían:
- ¡Era una chica perversa! En vez de respetar los dotes de Dios Nuestro Señor, los pisoteó. Difícilmente se le abrirán las puertas de la gracia.
«Debieron de haberme educado mejor - pensó Inger -. ¡Por qué no me corrigieron mis caprichos y defectos, si es que los tenía!».
Oyó cantar una canción que hablan compuesto sobre ella, y que se titulaba: «La muchacha orgullosa que pisoteó el pan para no mancharse los zapatos», y que se difundió por toda la comarca. «¡Tener que oír todo esto y padecer tanto, además! - pensaba. ¿Por qué no se castiga a los demás por sus pecados? ¡Cuánto habría que castigar! ¡Oh, qué sufrimiento!».
Y su alma se endurecía más aún que su exterior.
- ¿Y en esta compañía quieren que me mejore? ¡No quiero corregirme! ¡Uf, con qué ojos desencajados me miran!
Y en su corazón había sólo enojo y rencor hacia todos los hombres. - Así tienen allá arriba algo de qué hablar. ¡Ay, cómo me atormentan!
Y después oyó cómo contaban su historia a los niños, y los pequeños la llamaban la impía Inger.
- Era tan mala - decían - y tan fea, que es de suponer que ha hallado el castigo, merecido.
De la boca de los niños no salían sino palabras duras contra ella.
Sin embargo, un día que la roían como de costumbre la ira y el hambre, oyó que pronunciaban su nombre y contaban su historia a una criaturita inocente, una niña, la cual prorrumpió en llanto al escuchar la narración sobre aquella Inger soberbia y coqueta.
- ¿Y nunca más volverá a la Tierra? - preguntó la chiquilla. Y le respondieron: - Nunca más.
- Pero, ¿y si pidiese perdón y prometiese no volver a hacerlo?
- Pero es que no quiere pedir perdón - contestaron.
- ¡Oh, yo quiero que se arrepienta! - exclamó la pequeña, desconsolada -. Daría toda mi casa de muñecas a cambio de que pudiese volver. ¡Debe ser tan horrible para la pobre Inger!
Aquellas palabras llegaron al corazón de Inger, que sintió un gran alivio. Era la primera vez que alguien decía: «¡Pobre Inger!», sin añadir nada acerca de sus pecados. Una niñita inocente lloraba y rogaba por ella; parecióle tan maravilloso, que también ella habría llorado; pero no podía, y aquello fue un nuevo tormento.
En la Tierra iban transcurriendo los años, pero allá abajo nada cambiaba. Sólo que cada día llegaban a sus oídos menos conversaciones acerca de ella. Una vez distinguió un suspiro:
- Inger, Inger, ¡cuántas penas me has costado! ¡Bien lo presentí! -. Era su madre moribunda.
Alguna que otra vez pronunciaban su nombre sus antiguos señores, y la anciana solía exclamar con su dulce acento habitual: ¡Quién sabe si algún día volveré a verte, Inger! Uno no sabe nunca adónde va.
Pero Inger comprendía perfectamente que su bondadosa ama no iría a parar nunca al sitio donde estaba ella.
Y transcurrió otro período de tiempo, largo y duro.
Y he aquí que Inger oyó otra vez pronunciar su nombre, y al mismo tiempo vio que sobre ella centelleaban dos límpidas estrellas. Eran dos ojos dulces, que se cerraban sobre la Tierra. Habían pasado tantos años desde que la niñita había llorado inconsolable por la suerte de la pobre Inger, que aquella criaturita se había transformado en una anciana, a quien Dios se disponía a llamar a su seno. Y en el preciso momento en que sus pensamientos se desprendían de toda la vida terrena para elevarse al cielo, acordóse de que, siendo muy niña, había llorado al oír la historia de Inger. Aquel tiempo y aquella impresión se presentaron con tal intensidad en el alma de la anciana a la hora de la muerte, que, en voz alta, rezó esta oración: «Señor, Dios mío, ¡cuántas veces no he pisoteado, como Inger, los dones de Tu gracia sin detenerme a pensarlo! ¡Cuántas veces he pecado de soberbia, y, sin embargo, Tú, en tu misericordia, no has permitido que me perdiera, sino que me has sostenido! ¡No me abandones en mi última hora!».
Los ojos corporales de la anciana se cerraron, y los ojos de su espíritu se abrieron al mundo de las cosas ocultas. Y como Inger había ocupado sus últimos pensamientos, la vio, vio lo hondo que había caído, y ante el espectáculo, los ojos de la buena mujer se llenaron de lágrimas. Se presentó en el reino de los cielos como un niño, llorando por causa de Inger. Sus lágrimas y oraciones resonaban como un eco en la hueca envoltura de allá abajo, que cubría el alma encadenada y atormentada; y sintióse como vencida por aquel amor nunca soñado de que inesperadamente era objeto: un ángel del Señor lloraba por ella. ¿Cómo había merecido aquella piedad? El alma atormentada pasó revista a todas las acciones de su existencia terrena, y la sacudió un torrente de lágrimas como jamás había derramado. Invadiéronla una gran aflicción y tristeza, parecióle que nunca se abrirían para ella las puertas de la gracia, y mientras así lo veía con un íntimo sentimiento de contrición, de repente un rayo de luz penetró en los abismos infernales. Aquel rayo se acercaba con una fuerza mayor que la del sol que derrite el muñeco de nieve levantado por los niños en el patio; y con mayor rapidez que se funde el copo de nieve que, cayendo en la boca del niño, se convierte en una, gota de agua, fundióse también en vapor la figura petrificada de Inger. Un pajarillo se elevó volando, con el zigzag del rayo, hacia el mundo de los humanos, pero, temeroso y tímido, retrocedió ante el espectáculo que veía. Sentía vergüenza de sí mismo y de todos los seres vivos, y apresuróse a buscar un refugio en un agujero oscuro, que descubrió en un muro derruido. Quedóse allí hecho un ovillo, temblando con todo el cuerpo, sin articular un sonido, pues carecía de voz. Permaneció inmóvil largo rato antes de poder acostumbrarse a toda aquella magnificencia y de ser capaz de comprenderla. Sí, era magnífico lo que te rodeaba. ¡El aire era tan puro, tan claro el brillo de la luna, tan dulce la fragancia de los árboles y plantas! Y, además, había tanto silencio y tanto misterio en aquel lugar, y su plumaje era tan nítido y tan lindo. ¡Cuánto amor y cuánta grandeza había en todo lo creado! Todos estos pensamientos que se agitaban en el pecho del avecilla, habría querido exteriorizarlos ella en un canto, pero no podía. ¡Cuán a gusto se habría echado a cantar, como lo hacen en primavera el cuclillo y el ruiseñor! Dios Nuestro Señor, que percibe incluso el mudo canto del gusano, oyó también aquél que se elevaba en acordes mentales, como el salmo resonaba en el pecho de David antes de ser expresado en palabra y en melodía.
Aquellas canciones sin palabras fueron creciendo y madurando en el curso de las semanas. Romperían al primer aletazo de una buena acción. Era necesario que esta buena acción se realizase.
Acercábase la santa fiesta de la Nochebuena. El campesino clavó una percha junto a la pared, y sujetó en ella una gavilla de avena sin trillar para que también las avecillas del cielo pudiesen celebrar las Navidades con una buena comida, en memoria del advenimiento del Redentor.
Salió el sol la mañana de Navidad e iluminó la gavilla de avena, y todos los pajarillos acudieron piando a la percha cargada de comida. También en la pared resonó un «¡pip, pip!». El pensamiento se manifestaba en sonidos, el débil piar era un himno de alegría, la idea de una buena acción se había despertado, y el pájaro salió de su agujero. Allá en el cielo sabían muy bien quién era aquel pájaro.
El invierno era riguroso, las aguas estaban heladas, las aves y demás animales del bosque apenas encontraban alimento. Nuestro pajarillo salió volando a la carretera y, poniéndose a buscar, encontró un granito aquí y otro allí, por entre las huellas de los trineos. Junto a la cuadra descubrió un mendrugo de pan, del cual comió sólo unas miguitas, y fue a llamar a los demás gorriones hambrientos para que participasen del festín. Después salió volando hacia las ciudades, y donde quiera que descubría en una ventana migas de pan esparcidas por una mano piadosa, comía unas pocas y daba el resto a los demás.
En el curso del invierno, el pájaro había recogido y repartido una cantidad de migas equivalente en peso al pan que un día pisoteara Inger para no ensuciarse los zapatos. Y en el momento en que hubo encontrado y dado la última miguita, las alas pardas de la avecilla se volvieron blancas y se extendieron.
- ¡Mirad la gaviota que vuela sobre el mar! - exclamaron los niños al ver la blanca ave que tan pronto se sumergía en el agua como se encontraba nuevamente a la luz del sol. Tenía un brillo tan intenso, que era imposible seguirla, y se perdió de vista. Los niños dijeron que se había ido al sol.




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