DEUTSCH

Moorkönigs Tochter

DANSK

Dyndkongens datter


Die Störche erzählen ihren Jungen gar viele Märchen, und alle handeln von Sumpf und Moor; gewöhnlich sind sie dem Alter und Fassungsvermögen angepaßt. Die kleinsten sind schon entzückt, wenn man "Kribble, krabble, plurremurre" sagt, das finden sie sehr ergötzlich; aber die älteren wollen Geschichten mit tieferem Inhalt hören, am liebsten, wenn sie von der Familie handeln. Von den zwei ältesten und längsten Märchen, die sich bei den Störchen erhalten haben, kennen wir alle das eine, das von Moses, der von seiner Mutter in den Fluten des Nils ausgesetzt und von der Tochter des Königs gefunden wurde, eine gute Erziehung erhielt und ein großer Mann wurde, von dem man nicht einmal weiß, wo er begraben wurde. Aber das ist etwas ganz Alltägliches.

Das andere Märchen ist nicht so bekannt, vielleicht weil es mehr inländisch ist. Dies Märchen hat sich wohl tausend Jahre schon von Storchmutter zu Storchmutter übertragen, und jede hat es besser und besser erzählt, und wir erzählen es am allerbesten.

Das erste Storchpaar, das es erzählte und erlebt hatte, hatte seinen Sommersitz auf einem Wikingerblockhaus bei dem großen Wildmoor in Jütland. Noch immer ist dort ein ungeheuer großes Moor, wie man aus allen Landesbeschreibungen ersehen kann. Hier sei einst Meeresboden gewesen, der sich gehoben habe, steht darin. Es erstreckt sich meilenweit, und ist von allen Seiten von feuchten Wiesen und schwankendem Torfboden umgeben, auf dem nur unbrauchbare Beeren und kümmerliche Bäume gedeihen. Fast immer schwebt ein Nebel darüber, und vor siebzig Jahren fanden sich hier noch Wölfe. Es trägt seinen Namen "Wildmoor" wirklich zu recht, und man kann sich wohl vorstellen, wie verwildert, voller Sümpfe und Seen, es hier vor tausend Jahren gewesen sein mag! Im einzelnen sah man damals hier, was man noch jetzt sieht. Die Rohrstangen hatten die gleiche Höhe, die gleiche Art langer Blätter und violettbraun gefiederte Blütenbüschel, wie sie sie jetzt noch tragen. Die Birke stand mit weißer Rinde und lose im Winde schaukelnden Blättern wie jetzt, und was die Lebewesen betrifft, die hierher kamen, ja, die Fliege trug ihr Florwämslein im selben Schnitt wie noch heute, die Leibfarbe der Störche war weiß und schwarz mit roten Strümpfen, die Menschen dagegen hatten einen anderen Kleiderschnitt als heutigentags, doch ein jeder, Sklave oder Jäger, wer sich auch hinaus auf den sumpfunterwühlten Boden wagte, dem erging

es vor tausend Jahren wie jetzt, sie kamen her, brachen ein und sanken hinab zum Moorkönig, wie er genannt wurde, der drunten in dem großen Moorreiche regiert. Sehr wenig wußte man von seiner Regierung, doch das ist vielleicht ganz gut so.

Dicht beim Moor, nahe am Limfjord, lag das Blockhaus mit steinuntermauertem Keller, einem Turm und drei Stockwerken. Oben auf dem Dache hatte der Storch sein Nest gebaut, die Storchmutter lag auf ihren Eiern und wiegte sich in Sicherheit, daß ihr Vorhaben glücken werde.

Eines Abends blieb Storchvater etwas lange aus, und als er dann heimkam, sah er ganz verstört und abgehetzt aus.

"Ich muß Dir etwas ganz Furchtbares erzählen!" sagte er zur Storchmutter.

"Laß es lieber sein" sagte sie "denke daran, daß ich auf den Eiern liege, ich könnte durch den Schreck Schaden nehmen, und das wirkt auf die Eier."

"Du mußt es wissen!" sagte er. "Sie ist hergekommen, die Tochter unseres Wirtes in Ägypten. Sie hat die Reise hier herauf gewagt, und weg ist sie."

"Ist es die, die aus dem Geschlecht der Feen ist? Erzähle doch nur, Du weißt, daß ich es gar nicht vertragen kann, in der Brutzeit zu warten!"

"Siehst Du, Mutter, sie hat doch dem Doktor geglaubt, daß die Moorblume von hier oben ihrem kranken Vater helfen könne. Da ist sie in ihrem Federkleide hergeflogen, zusammen mit den beiden anderen Federkleidprinzessinnen, die jedes Jahr hierher nach dem Norden sollen, um sich durch Baden zu verjüngen. Sie ist gekommen, und sie ist weg."

"Du erzählst immer so weitläufig!" sagte die Storchmutter, "die Eier können sich unterdessen erkälten! Ich kann soviel Spannung nicht vertragen!"

"Ich habe genau aufgepaßt" sagte der Storchvater, "und heute abend, als ich ins Schilf ging, wo der Moorboden mich tragen kann, kamen drei Schwäne. Es war etwas im Flügelschlage, das mir sagte: Nimm Dich in acht, das sind keine richtigen Schwäne, das sind nur Schwanenhäute, Du weißt ja, Mutter, wie man so etwas im Gefühl haben kann, Du fühlst auch, was das Richtige ist."

"Ja gewiß" sagte sie, "aber erzähle nun von der Prinzessin, ich habe es über, von Schwanenhäuten zu hören."

"Hier, mitten im Moor, ist, wie Du weißt, eine Art See," sagte der Storchvater. "Du kannst ein Stückchen davon sehen, wenn Du Dich aufrichtest; dort zwischen dem Schilf und dem grünen Moorboden lag ein großer Erlenstamm. Auf diesem ließen sich die drei Schwäne nieder und blickten sich um; die eine von ihnen warf ihre Schwanenhaut ab, und ich erkannte in ihr die Prinzessin unseres Hauses in Ägypten. Sie saß da und hatte keinen anderen Mantel um sich, als ihr langes, schwarzes Haar. Ich hörte, wie sie die beiden anderen bat, wohl auf ihre Schwanenhaut achtzugeben, wenn sie unter das Wasser tauchen würde, um die Blume zu pflücken, die sie zu sehen glaubte. Sie nickten und richteten sich empor; dabei hoben sie das lose Federkleid auf. Sieh nur, was wollen sie wohl damit tun? dachte ich, und sie fragte sicherlich ebenfalls danach. Die Antwort bekam sie durch den Anblick der Tat – sie flogen mit ihrem Federkleide in die Höhe und riefen: 'Tauch nur unter. Niemals mehr sollst Du im Schwanenkleide fliegen, nie das Land Ägypten wiedersehen. Bleib Du im Wildmoore sitzen!' Und dann rissen sie ihr Federkleid in hundert Fetzen, daß die Federn rings umher flogen, als seien es Schneeflocken, und fort flogen sie, die beiden bösen Prinzessinnen."

"Das ist schrecklich!" sagte die Storchmutter, "ich kann das gar nicht mit anhören! – Sag mir schnell, was dann weiter geschah!"

"Die Prinzessin jammerte und weinte, Ihre Tränen rollten auf den Erlenstamm nieder. Da bewegte er sich, denn es war der Moorkönig selbst, der dort im Moore wohnt. Ich sah, wie der Stamm sich umdrehte, und da war er kein Stamm mehr; lange schlammbedeckte Zweige reckten sich empor wie Arme. Das arme Kind erschrak und sprang davon auf dem schwankenden Moorboden. Aber der kann an dieser Stelle mich nicht einmal tragen, geschweige denn sie. Sie versank sogleich, und der Erlenstamm tauchte auch unter, er war es, der sie hinabzog. Es stiegen noch ein paar große, schwarze Blasen auf, und dann war nichts mehr zu sehen. Nun liegt sie im Wildmoor begraben, niemals kommt sie mit der Blume nach Ägypten. Du hättest es nicht mit ansehen können, Mutter!"

"So etwas hättest Du mir in dieser Zeit überhaupt nicht erzählen dürfen! Das kann den Eiern schaden! – Die Prinzessin wird sich schon zu helfen wissen! Sie findet schon jemanden, der ihr beisteht! Wärest Du es gewesen oder ich, einer von den unsrigen, so wäre es vorbei mit uns!"

"Ich will doch jeden Tag nach ihr sehen!" sagte der Storchvater, und das tat er auch.

Nun verging eine lange Zeit darüber. Eines Tages jedoch sah er, daß tief aus dem Grunde des Moors ein grüner Stengel emporschoß. Und als er den Wasserspiegel erreicht hatte, trieb ein Blatt daraus hervor; breiter wurde es und immer breiter. Dicht neben ihm sproßte auch eine Knospe empor, und als der Storch eines Morgens über ihr dahinflog, öffnete sich die Blumenknospe in den heißen Sonnenstrahlen, und mitten darin lag ein wunderhübsches Kind, ein kleines Mädchen, frisch, als sei es gerade aus dem Bade genommen worden. Sie glich der Prinzessin aus Ägypten in solchem Maße, daß der Storch zuerst glaubte, sie sei es selbst, nur kleiner geworden. Doch als er darüber nachdachte, fand er es wahrscheinlicher, daß es ihr und des Moorkönigs Kind sei. Deshalb lag es wohl auch in einer Wasserrose.

"Da kann sie doch nicht liegen bleiben!" dachte der Storch. "In meinem Nest sind wir schon so viele, doch halt, da fällt mir etwas ein! Die Wikingerfrau hat keine Kinder, und sie hat sich schon oft so ein Kleines gewünscht. Ich werde ja immer beschuldigt, die kleinen Kinder zu bringen, nun will ich einmal ernst damit machen! Ich fliege mit dem Kind zur Wikingerfrau; das wird eine Freude werden!"

Der Storch nahm das kleine Mädchen, flog zum Blockhause, schlug mit dem Schnabel ein Loch in die Fensterscheibe aus Blasenhaut und legte das Kind an die Brust der Wikingerfrau. Dann flog er zur Storchmutter und erzählte ihr alles, und die Jungen durften zuhören, sie waren nun schon groß genug dazu.

"Siehst Du, die Prinzessin ist nicht tot! Sie hat das Kleine heraufgeschickt, und nun ist es untergebracht!"

"Das habe ich ja von vornherein gesagt!" meinte die Storchmutter. "Denk aber jetzt etwas an Deine eigenen Kinder. Jetzt kommt bald die Reisezeit; es kribbelt mir schon ab und zu unter den Flügeln. Der Kuckuck und die Nachtigall sind schon fort, und die Wachteln hörte ich eben davon sprechen, daß wir guten Wind bekommen werden. Unsere Jungen werden beim Manöver schon ihren Mann stehen, wie ich sie kenne!"

Nein, wie freute sich die Wikingerfrau, als sie am Morgen erwachte und das hübsche kleine Kind an ihrer Brust fand; sie küßte und streichelte es, doch es schrie ganz schrecklich und strampelte mit Armen und Beinen; gute Laune schien es nicht zu haben. Zuletzt weinte es sich in Schlaf, und wie es da lag, war es wirklich das Hübscheste, was man sehen konnte. Der Wikingerfrau war so leicht, so froh, so wohl zumute, sie nahm es als geheimes Zeichen, daß ihr Gemahl mit allen seinen Mannen ebenso unerwartet hereinschneien würde, wie die Kleine; da gab es denn bei ihr und im ganzen Hause ein emsiges Rühren, damit alles instand käme. Die

langen farbigen Wandbehänge mit den hineingewirkten Bildern ihrer Götter Odin, Thor und Freia, die sie mit ihren Mägden selbst gewebt hatte, wurden aufgehängt, die Sklaven mußten die alten Schilder, die als Schmuck an den Wänden hingen, putzen, Polster wurden auf die Bänke gelegt, und auf der Feuerstätte mitten in der Halle wurde trockenes Holz aufgeschichtet, damit das Feuer sogleich entzündet werden könne. Die Wikingerfrau griff selbst tüchtig mit zu, so daß sie am Abend herzlich müde war und gut schlief.

Als sie gegen Morgen erwachte, erschrak sie zutiefst, denn das kleine Kind war spurlos verschwunden. Sie sprang auf, zündete einen Kiefernspan an und sah sich um, da lag am Fußende ihres Bettes nicht mehr das kleine Kind, sondern eine große, häßliche Kröte. Ihr wurde ganz übel zumute bei dem Anblick, und sie nahm einen großen Stock ,um das Tier totzuschlagen. Doch es blickte sie mit so wunderlich betrübten Augen an, daß sie nicht zuschlagen konnte. Noch einmal sah sie sich nach allen Seiten um, der Frosch gab ein leises, so klägliches Quaken von sich, daß sie zusammenfuhr und ans Fenster sprang. Sie riß es auf und im gleichen Augenblick ging die Sonne auf; sie warf ihre Strahlen gerade auf das Bett und die große Kröte, und mit einem Male war es, als ob sich des Untiers breites Maul zusammenzöge und klein und rot würde, die Glieder streckten sich und wandelten sich zu der niedlichsten Gestalt, und da lag wieder ihr eigenes kleines hübsches Kind im Bette und kein häßlicher Frosch.

"Was ist das nur" sagte sie. "Habe ich einen bösen Traum geträumt! Das ist ja mein herziges kleines Elfenkind, das da vor mir liegt." Und sie küßte es und drückte es an ihr Herz, aber es kratzte und biß um sich wie eine kleine Wildkatze.

Nicht an diesem Tag, auch nicht am nächsten kam der Wikinger, obgleich er auf dem Heimwege war; denn er hatte den Wind gegen sich, der nach Süden blies wegen der Störche. Des einen Freude ist des andern Leid.

Nach ein paar Tagen und Nächten wurde es der Wikingerfrau klar, wie es mit ihrem kleinen Kinde stand. Ein scheußlicher Zauber ruhte auf ihm. Am Tage war es schön wie ein Lichtelf, hatte aber eine böse, wilde Natur, das Nachts dagegen war es eine häßliche Kröte, still und kläglich mit traurigen Augen. Hier waren zwei Naturen, die einander abwechselten, sowohl äußerlich wie innerlich; das kam daher, daß das kleine Mädchen, daß der Storch hierher gebracht hatte, am Tage das Äußere seiner Mutter, aber gleichzeitig die Sinnesart seines Vaters besaß, bei Nacht dagegen trat die körperliche Verwandtschaft mit ihm in der Gestalt zutage, während der Mutter Gemüt und Herz aus seinen Augen strahlte. Wer konnte diesen Zauber lösen? Die Wikingerfrau war in Angst und Betrübnis, und doch hing ihr Herz an diesem armen Geschöpfe, dessen Zustand sie ihrem Gemahl nicht zu offenbaren wagte, wenn er jetzt heimkehrte, dann würde er gewiß nach Schick und Brauch das arme Kind an der Fahrstraße aussetzen, damit es nähme, wer wollte. Das brachte die gute Wikingerfrau nicht übers Herz. Nur beim hellen Tageslichte sollte er das Kind zu sehen bekommen.

Eines Morgens sauste es von Storchschwingen über dem Dache. Da hatten über Nacht wohl hundert Storchpaare sich für das große Manöver ausgeruht, sie flogen jetzt auf, um nach Süden zu ziehen.

"Alle Mann fertig!" hieß es, "Frau und Kinder auch!"

"Uns ist so leicht!," sagten die jungen Störche, "es kribbelt und krabbelt uns in den Beinen, gerade als ob wir voll lebendiger Frösche steckten! Wie herrlich ist es, nach dem Ausland zu reisen!"

"Haltet Euch im Schwarm!" sagten Vater und Mutter, "und klappert nicht so viel mit dem Schnabel, das legt sich auf die Brust!"

Und sie flogen.

Zur gleichen Stunde erklangen die Luren über die Heide hin; der Wikinger mit all seinen Mannen war gelandet. Sie kehrten mit reicher Beute von der gallischen Küste heim, wo die Leute, wie in Britland, voll Schrecken sangen:

"Von den wilden Normannen befreie uns, Herr."

Welch Leben und welche Lust begann nun im Wikingerhause beim Wildmoor! Die Metkannen wurden in die Halle gebracht, das Feuer wurde entzündet, und Pferde wurden geschlachtet. Hier sollte ordentlich aufgetafelt werden! Der Opferpriester sprengte das warme Pferdeblut zur Weihe über die Sklaven, das Feuer knisterte, und der Rauch zog unter der Decke hin, daß der Ruß von den Balken tropfte, aber das war man gewöhnt. Es waren Gäste geladen, und sie wurden wohl aufgenommen; vergessen waren Feindschaft und Ränke. Es wurde gezecht, und dann warf man einander die abgenagten Knochen ins Gesicht, das war ein Zeichen guter Laune. Der Skalde – das war so eine Art Spielmann, der aber auch zu den Kriegern gehörte, die den Zug mitgemacht hatten, und die Taten mitangesehen hatte, die er besang – gab ein Lied zum besten, in dem er ihre Kriegs- und Heldentaten verkündete. Jeder Vers schloß mit dem Kehrreim: "Habe vergeht, Geschlechter vergehen, selbst gehst Du dahin, doch nie vergeht ein ruhmreicher Name." Dabei schlugen alle an ihre Schilde und hämmerten mit den Messern oder einem Knochen auf die Tischplatte, daß es weithin zu hören war.

Die Wikingerfrau saß auf der Querbank in der offenen Festhalle. Sie trug das Staatskleid und war mit goldenen Armringen und großen Bernsteinperlen geschmückt; der Skalde erwähnte auch ihrer in seinem Sange, sprach von dem goldenen Schatz, den sie ihrem reichen Gemahl zugebracht hätte, und dieser war von Herzen fröhlich über das schöne Kind, das er nur bei Tage in all seiner Wohlgestalt gesehen hatte. Die Wildheit, die sich bei ihm zeigte, gefiel ihm gerade. Sie könne, so meinte er, eine gewaltige Schildjungfrau werden, die einen Kampf wohl bestünde. Sie würde nicht mit der Wimper zucken, wenn eine geübte Hand ihr im Scherze mit scharfem Schwerte die Augenbrauen abtrennte.

Die Metkanne wurde geleert und neue aufgefahren. Es wurde gewaltig gezecht zu damaliger Zeit, es waren Leute, die wohl einen Tropfen vertragen konnten. Das Sprichwort lautete damals: "Das Vieh weiß, wenn es von der Weide gehen muß, doch ein unkluger Mann kennt nicht das Maß seines Magens." Ja, das wußte man, aber Wissen und Handeln, jedes Ding zu seiner Zeit. Man wußte auch, daß man "des Freundes satt wird, ist man zu lange in seinem Haus." Aber man blieb doch hier, Fleisch und Met sind gut Ding. Es ging lustig her, und des Nachts schliefen die Sklaven in der warmen Asche, tauchten die Finger in den fetten Ruß und leckten sie ab. Das waren gute Zeiten.

Noch einmal in diesem Jahre zog der Wiking aus, ungeachtet der nahen Herbststürme. Er ging mit seinen Mannen zu Britlands Küsten, "das sei ja nur übers Wasser," sagte er. Sein Weib blieb mit ihrem kleinen Mädchen zurück, und es war gewiß, daß die Pflegemutter bald die arme Kröte mit den frommen Augen und den tiefen Seufzern fast mehr liebte als die Schönheit, die kratzte und um sich biß.

Die rauhen, nassen Herbstnebel, die "Vögel-Mundlos," die die Blätter abnagen, legten sich über Wald und Heide, und der "Vogel Federlos," der Schnee, kam gleich hinterher geflogen; der Winter war auf dem Wege. Die Spatzen belegten das Storchnest mit Beschlag und nörgelten auf ihre Art an der abwesenden Herrschaft herum.

Wo war das Storchpaar mit all seinen Jungen?

Die Störche waren nun im Lande Ägypten, wo die Sonne so warm scheint, wie bei uns an warmen Sommertagen. Tamarinden und Akazien blühten ringsum, und Mohameds Mond strahlte blank von den Kuppeln der Moscheen. Auf den schlanken Türmen saß manch Storchpaar und ruhte nach der langen Reise. Ganze Scharen hatten auf den mächtigen Säulen und zerbrochenen Tempelbogen vergessener Stätten genistet; Dattelpalmen erhoben ihre dachartigen Wipfel wie Sonnenschirme, und die weißgrauen Pyramiden standen wie Schattenrisse in der klaren Luft vor der Wüste, wo der Strauß zeigte, daß er seine Beine zu gebrauchen verstand, und der Löwe saß und mit großen klugen Augen die Marmorsphinx betrachtete, die halb vom Sande begraben liegt. Das Wasser des Nils war zurückgetreten. Das ganze Flußbett wimmelte von Fröschen, und für die Storchfamilie war dies der schönste Anblick in diesem Lande. Die Jungen glaubten, es sei eine Augentäuschung, so ohnegleichen fanden sie das Ganze.

"So ist es hier immer in unserem warmen Lande" sagte die Storchmutter, und es kribbelte den Kleinen im Magen.

"Bekommen wir noch mehr zu sehen?" sagten sie, "sollen wir noch viel, viel weiter ins Land hinein?"

"Da gibts nichts weiter zu sehen!" sagte die Storchmutter; "hinter dem fruchtbaren Uferstrich liegt nur undurchdringlicher Wald, wo die Bäume ineinander wachsen und von stachligen Schlinggewächsen verfilzt sind, nur der Elefant mit seinen plumpen Füßen kann sich dort einen Weg bahnen. Die Schlangen dort sind uns zu groß und die Eidechsen zu flink. Wollt Ihr aber in die Wüste, so bekommt ihr Sand in die Augen, das heißt, wenn es fein zugeht. Geht es aber grob zu, so kommt ihr in eine Sandhose. Nein, hier ist es am besten. Hier sind Frösche und Heuschrecken. Hier bleibe ich und Ihr mit."

Und sie blieben; die Alten saßen in ihrem Neste auf dem schlanken Minaret, pflegten der Ruhe und hatten genug damit zu tun, ihre Federn zu glätten und mit dem Schnabel die roten Strümpfe zurechtzuzupfen. Ab und an reckten sie die Hälse, grüßten gravitätisch und hoben die Köpfe mit der hohen Stirn und den feinen, glatten Federn, und ihre braunen Augen leuchteten klug. Die Storchfräulein gingen gravitätisch im saftigen Schilfe umher, lugten heimlich zu den jungen Störchen hinüber, machten Bekanntschaften und verschluckten bei jedem dritten Schritt einen Frosch oder schwenkten eine kleine Schlange hin und her; das nähme sich gut aus, fanden sie, und schmecken tat es auch. Die jungen Männer fingen Händel an, pufften einander mit den Flügeln, schlugen mit den Schnäbeln um sich, ja stachen sich wohl sogar blutig, und dann verlobte sich hier einer und da eine, das war ja schließlich auch der Sinn des Lebens. Und sie bauten Nester und gerieten sich dabei aufs neue in die Haare, denn in den heißen Ländern ist man gar hitzig, aber vergnügt ging es doch zu, besonders den Alten machte es Spaß. Die eigenen Kinder kleidet eben alles. Jeden Tag schien hier die Sonne, jeden Tag gab es vollauf zu essen, man konnte nur an Lust und Freude denken. – Aber in dem reichen Schloß des ägyptischen Hauswirts, wie sie ihn nannten, hatte die Freude keine Stätte.

Der reiche, mächtige Herr lag auf dem Ruhebett, steif in allen Gliedern und ausgestreckt wie eine Mumie, mitten in dem große Saal mit den prächtig bemalten, farbigen Wänden. Verwandte und Diener standen um ihn her, tot war er nicht; daß er lebte, konnte man auch füglich nicht sagen. Die rettende Moorblume aus den nördlichen Ländern, die gesucht und gepflückt werden mußte von der, die ihn am herzlichsten liebte, ward ihm nicht gebracht. Seine junge schöne Tochter, die im Schwanenkleide über Meer und Land weit zum hohen Norden hinauf geflogen war, sollte niemals mehr zurückkehren. "Sie ist tot und fort!" hatten die beiden heimgekehrten Schwanenjungfrauen gemeldet sie hatten sich eine ganze Geschichte ausgedacht, die sie nun erzählten:

"Wir flogen alle drei hoch oben in der Luft, als uns ein Jäger sah und seinen Pfeil abschoß. Er traf unsere junge Freundin, und langsam ihr Fahrwohl singend glitt sie wir ein schwebender Schwan mitten in einen Waldsee hinab. Dort am Ufer unter einer duftenden Hängebirke begruben wir sie. Doch sie ist gerächt. Feuer banden wir unter die Flügel der Schwalbe, die unter dem Schilfdach des Jägers nistet, es zündete, das Haus loderte in Flammen auf, und er verbrannte darin. Weit hinaus über den See bis zu der hängenden Birke leuchtete es, wo sie als Erde in der Erde ruht. Niemals mehr kehrt sie zurück nach Ägypten."

Dann weinten die beiden, und der Storchvater, der die Geschichte mit anhören mußte, klapperte mit dem Schnabel, daß es schallte.

"Lüge und Erfindung" sagte er. "Ich hätte die größte Lust, ihnen meinen Schnabel in die Brust zu jagen."

"Und ihn dabei abzubrechen!" sagte die Storchmutter. "Dann wirst Du ja recht hübsch aussehen! Erst denk an Dich selbst und dann an Deine Familie; alles andere kommt erst in zweiter Reihe."

"Ich will mich doch morgen an den Rand der offenen Kuppel setzen, wenn sich alle die Gelehrten und Weisen versammeln, um über den Kranken zu beraten, vielleicht kommen sie dann der Wahrheit etwas näher."

Und die Gelehrten und Weisen kamen zusammen und sprachen viel, sprachen lang und breit, und der Storch konnte nicht daraus klug werden. – Für den Kranken kam auch nichts dabei heraus, auch nicht für die Tochter im Wildmoor, aber trotzdem können wir ja ein wenig zuhören, man muß sich ja sonst auch so vielerlei mit anhören.

Das Richtigste wird jetzt sein, auch zu hören und zu wissen, was dem vorausgegangen war, dann sind wir besser im Bilde, wenigstens ebenso gut wie der Storchvater.

"Liebe gebiert das Leben. Die höchste Liebe gebiert das höchste Leben. Nur durch Liebe ist Rettung für sein Leben zu gewinnen!" war gesagt worden, und das wäre außerordentlich klug und gut gesagt, versicherten die Gelehrten.

"Das ist ein schöner Gedanke" sagte auch der Storchvater sofort.

"Ich verstehe ihn nicht richtig!" sagte die Storchmutter, "und das ist nicht mein Fehler, sondern der des Gedankens, doch das kann mir auch gleichgültig bleiben, ich habe an mehr zu denken!"

Darauf hatte sich zwischen den Gelehrten eine lange und tiefsinnige Diskussion über die Liebe entsponnen, welche Unterschiede es darin gab, Liebe, die Verliebte fühlen, Liebe zwischen Eltern und Kindern, zwischen Licht und Pflanzen – es war so weitläufig und gelehrt auseinandergesetzt, daß es dem Storchvater unmöglich wurde, weiter zu folgen, geschweige denn, es zu wiederholen. Er wurde ganz gedankenvoll, schloß die Augen halb zu und stand noch einen ganzen Tag danach auf einem Bein, er hatte zu schwer an seiner Gelehrsamkeit zu balzen.

Doch eins verstand der Storchvater, denn er hatte die geringen wie die vornehmsten Leute aus Herzensgrund seufzen hören, daß es ein großes Unglück für viele Tausende und gleichzeitig für das Land sei, daß dieser Mann krank darnieder läge und nicht wieder genesen könne: Wohltat und Segen würde es bedeuten, wenn er seine Gesundheit zurückerhielte. "Aber wo wächst die Blume, die ihm die Gesundheit wiedergeben kann?" Danach hatten alle gefragt, in gelehrten Schriften, blinkenden Sternbildern, in Wetter und Wind hatten sie es zu erforschen gesucht, alle Umwege waren sie gegangen, um es herauszufinden, und zuletzt hatten die Gelehrten und Weisen, wie gesagt, dies eine herausbekommen: "Die Liebe gebiert Leben, Leben für den Vater," und damit hatten sie mehr gesagt, als sie selbst verstanden. Sie wiederholten und schrieben es als Rezept auf: "Liebe gebiert Leben." Aber wie dies Ding zubereitet werden müsse, ja, da hatte die Sache ihren Haken. Zuletzt wurden sie darüber einig, daß die Hülfe von der Prinzessin kommen müsse, von ihr, die mit ganzer Seele und von ganzem Herzen ihren Vater liebte. Man fand endlich auch heraus, wie es zustande gebracht werden müsse, aber darüber waren Jahr und Tag vergangen. Sie solle in der Nacht nachdem der Neumond zum ersten Male untergegangen wäre, sich hinaus zu der Marmorsphinx in der Wüste begeben, den Sand von einer Tür am Fußende fortscharren, und dort durch den langen Gang gehen, der ins Innere einer der großen Pyramiden führt, wo ein mächtiger König aus alter Zeit, von Pracht und Herrlichkeit umgeben, in seiner Mumienhülle läge. Hier sollte sie ihr Haupt zu dem Toten hinabbeugen, dann würde ihr offenbart werden, wie Leben und Rettung für ihren Vater zu gewinnen wären.

Alles dies hatte sie ausgeführt und im Traume erfahren, daß sie aus dem tiefen Moor droben im dänischen Lande, die Stelle war ganz genau bezeichnet, die Lotosblume heimbringen müsse, die in der Tiefe des Wassers ihre Brust berühre. Dann könne er gerettet werden.

Und deshalb flog sie im Schwanenkleid vom Lande Ägypten zum Wildmoor hinauf. Seht, alles dies wußten Storchvater und Storchmutter und wir wissen es nun genauer, als wir es vorher wußten. Wir wissen, daß der Moorkönig sie zu sich herabzog, wissen, daß sie für die Ihren daheim tot und verschollen war; nur der Weiseste und die Storchmutter sagten noch immer: "Sie wird sich schon retten!" Und darauf wollte man warten, denn etwas Besseres wußte man nicht.

"Ich glaube, ich mause den beiden bösen Prinzessinnen die Schwanenkleider" sagte der Storchvater. "Dann können sie doch nicht zum Wildmoor und noch mehr Übel anrichten; die Schwanenkleider selbst verstecke ich dort oben, bis man einmal Verwendung für sie findet."

"Wo oben willst Du sie denn verstecken?" fragte die Storchmutter.

"In unserem Nest beim Wildmoor" sagte er. "Ich und unsere jüngsten Kinder könnten uns gegenseitig helfen, sie mitzunehmen. Und werden sie uns zu beschwerlich, so gibt es genug Orte unterwegs, wo sie bis zum nächsten Zuge versteckt bleiben können. Ein Schwanenkleid wäre wohl genug für sie, aber zwei sind besser; es ist immer gut, auf Reisen in den nordischen Ländern gut versehen zu sein."

"Du wirst keinen Dank ernten!" sagte die Storchmutter. "Aber Du bist ja der Herr. Außer der Brutzeit habe ich ja nichts zu sagen."

In der Wikingerburg am Wildmoor, wohin die Störche im Frühjahr zogen, hatte man dem kleinen Mädchen inzwischen einen Namen gegeben; Helga war sie genannt worden, doch der Name war allzu zart für einen Sinn, wie er dieses schöne Mädchen hier erfüllte. Monat für Monat wuchs sie kräftiger heran. Nach einigen Jahren, während die Störche stets die gleiche Reise im Herbst nach dem Nil im Frühjahr nach dem Wildmoor machten, wurde aus dem kleinen Kinde ein großes Mädchen, und ehe man sich dessen versah, war es zu der schönsten Jungfrau von sechzehn Jahren erblüht. Doch in der schönen Schale steckte ein harter, bitterer Kern; sie war weit wilderen Sinnes als die anderen Menschen dieser harten, finsteren Zeit.

Es war ihr eine Lust, ihre weißen Hände in das dampfende Blut der zum Opfer geschlachteten Pferde zu tauchen; sie zerbiß in ihrer Wildheit den Hals des schwarzen Hahns, den der Opferpriester schlachten sollte, und zu ihrem Pflegevater sagte sie in vollem Ernste:

"Käme Dein Feind, schlänge ein Seil um die Balken unseres Daches und höbe es von der Kammer, in der Du schliefest, ich würde Dich nicht wecken, ob ich es auch könnte. Ich würde es nicht hören, so saust mir noch immer das Blut im Ohr, auf das Du mir vor Jahren eine Ohrfeige gabst, Du! Ich vergesse nicht."

Aber der Wiking achtete ihrer Worte nicht, er war, ebenso wie alle anderen, von ihrer Schönheit betört, wußte auch nichts davon, wie Klein-Helga Gestalt und Sinn bei Tag und Nacht wechselte. Ohne Sattel saß sie wie festgewachsen auf dem Pferde, das in wildem Lauf daherjagte, sprang auch nicht ab, wenn es sich mit den anderen bösartigen Pferden herumbiß. Oft warf sie sich mit allen Kleidern vom Abhange herab in des Fjorde starken Strom und schwamm dem Wiking entgegen, wenn sein Boot dem Lande zusteuerte. Von ihrem herrlichen langen Haar schnitt sie die längste Locke ab und flocht daraus eine Sehne für ihren Bogen: "Selbstgetan, wohlgetan!" sagte sie.

Die Wikingerfrau hatte wohl für die damalige Zeit und Gewohnheit einen festen Willen und ein starkes Gemüt, aber gegen die Tochter gesehen, war sie ein sanftes, ängstliches Weib: sie wußte ja auch, daß ein Zauber über dem entsetzlichen Kinde ruhte.

Nur allzu oft kam es Helga in den Sinn, sich voll böser Gelüste, gerade wenn die Mutter auf dem Söller stand oder in den Hof hinaustrat, auf den Brunnenrand zu setzen, mit Armen und Beinen um sich zu schlagen und sich darauf in das enge, dunkle Brunnenloch fallen zu lassen, wo sie nach Froschart untertauchte und wie der an die Oberfläche kam, um dann katzengleich wieder emporzugklettern wassertriefend durch den Festsaal zu laufen, so daß die grünen Blätter, mit denen der Fußboden bestreut war, in dem rinnenden Wasser schwammen.

Doch ein Band gab es, das Klein-Helga hielt, das war die Abenddämmerung. Da wurde sie still und gleichsam nachdenklich, ließ sich gebieten und leiten. Es war, als ob ein inneres Gefühl sie zur Mutter zöge, und wenn die Sonne sank und die innere und äußere Verwandlung vor sich ging, saß sie still und traurig, zur Froschgestalt zusammengeschrumpft da. Der Körper war nun weit größer als der dieses Tiers, aber gerade dadurch noch abschreckender. Sie sah wie ein abscheulicher Zwerg aus mit einem Froschkopf und Schwimmhäuten zwischen den Fingern. Es lag etwas so Betrübtes in den Augen, mit denen sie umherblickte; eine Stimme hatte sie nicht, nur ein hohles Quaken gab sie mitunter von sich, ganz wie ein Kind, das im Schlafe schluchzt. Da konnte die Wikingerfrau sie wohl auf ihren Schoß nehmen, die häßliche Gestalt vergessen und nur die traurigen Augen sehen; mehr als einmal sagte sie dann: "Fast möchte ich wünschen, daß Du immer mein stummes Froschkind wärest; für mich bist Du häßlicher anzusehen, wenn Du nach außenhin schön bist."

Und sie schrieb Runen gegen Zauber und Krankheit und warf sie über das schlimme Geschöpf, aber die Besserung trat nicht ein.

"Man sollte nicht glauben, daß sie so klein gewesen ist und in einer Seerose hat liegen können!" sagte der Storchvater. "Nun ist sie ein ganzer Mensch und ihrer ägyptischen Mutter leibhaftiges Ebenbild. Nie haben wir die Mutter seitdem gesehen! Sie konnte sich nicht retten, wie Du und der Gelehrteste da drüben glaubtet. Ich bin nun Jahr aus Jahr ein kreuz und quer über das Wildmoor hingeflogen, aber sie gab nie ein Lebenszeichen von sich. Ja, ich kann es Dir ja gestehen, ich bin in den Jahren, wo ich hier einige Tage vor Dir ankam, um das Nest auszubessern und ein und das andere in Stand zu setzen, jedesmal eine ganze Nacht lang wie eine Eule oder Fledermaus unaufhörlich über das offene Wasser hingeflogen, aber ohne jeden Gewinn. Die Schwanenkleider, die ich und die Jungen vom Nil hier herauf geschleppt haben – beschwerlich genug war es, in drei Reisen haben wir es einteilen müssen – liegen auch noch unbenützt da. Schon so lange Jahre haben sie nun auf dem Boden des Nestes herumgelegen, und geschieht hier einmal ein Feuerunglück, und das Blockhaus brennt ab, so sind sie doch weg."

"Und unser gutes Nest ist weg!" sagte die Storchmutter, "daran denkst Du weniger als an das Federzeug und die Moorprinzessin! Du kannst ja zu ihr hinabtauchen und gleich unten im Sumpfe bleiben! Du bist gegenüber Deiner eigenen Familie ein schlechter Vater, das habe ich gesagt, seit ich das erste Mal auf Eiern lag. Wenn nur nicht wir oder unsere Jungen von der tollen Wikingerdirne einmal einen Pfeil in die Flügel gejagt bekommen! Sie weiß ja nicht, was sie tut! Wir sind doch länger hier zuhause als sie, das sollte sie bedenken; wir vergessen nie unsere Pflichten, wir geben jedes Jahr unsere Abgaben: eine Feder, ein Ei und ein Junges, wie es billig ist. Glaubst Du, wenn sie draußen ist, daß ich hinuntergehen mag wie in alten Tagen, und wie ich es in Ägypten tat, wo ich mit den Leuten halb kameradschaftlich umgehe, und, ohne mir doch etwas zu vergeben, in Schüsseln und Töpfe hineingucke? Nein, ich bleibe hier oben sitzen und ärgere mich über sie – so ein Balg! Und über Dich ärgere ich mich auch! Du hättest sie in der Wasserrose liegen lassen sollen, dann wäre sie fort gewesen!"

"Du bist viel achtenswerter als Deine Rede" sagte der Storchvater – "ich kenne Dich besser, als Du Dich selbst kennst!"

Und dann machte er einen Sprung, zwei schwere Flügelschläge, streckte die Beine nach hinten und flog, oder besser, segelte davon, ohne die Schwingen zu bewegen. Als er ein gutes Stück fort war, machte er noch einen kräftigen Schlag, die Sonne schimmerte auf den weißen Federn, Hals und Kopf streckten sich voran. Kraft und Schwung kamen beim Fluge zum Ausdruck.

"Er ist noch immer der Herrlichste von allem" sagte Storchmutter, "aber ich sage es ihm nicht."

Schon zeitig während der Herbsternte kam der Wiking mit Beute und Gefangenen heim. Unter diesen war ein junger christlicher Priester, einer der Männer, die die alten nordischen Götter verfolgten. Oft in letzter Zeit war in der Halle und dem Frauengemach über den neuen Glauben gesprochen worden, der sich weit in allen südlichen Ländern verbreitet hatte, ja sogar durch den heiligen Ansgarius schon bis in den Norden vorgedrungen war. Selbst die kleine Helga hatte von dem Glauben an den weißen Christus gehört, der aus Liebe zu den Menschen sich selbst geopfert hatte, um sie zu erlösen; das war ihr, wie man zu sagen pflegt, zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus gegangen. Für das Wort Liebe schien sie nur Empfindung zu haben, wenn sie in elender Froschgestalt zusammengeschrumpft in der verschlossenen Kammer saß. Aber die Wikingerfrau hatte aufmerksam gelauscht und sich seltsam ergriffen bei den Geschichten und Sagen, die über den Sohn des einzigen wahren Gottes umliefen, gefühlt.

Die vom Zuge heimgekehrten Männer hatten von den prächtigen Tempeln aus köstlich behauenen Steinen erzählt, die für ihn errichtet worden waren, dessen Gebot die Liebe war. Ein paar schwere, goldene Gefäße, kunstvoll geformt und ganz und gar ans reinem Golde, denen würzige Gerüche entströmten, waren unter der heimgebrachten Beute. Es waren Räucherfässer, die die christlichen Priester vor dem Altar schwangen, auf dem niemals Blut floß sondern Wein, und dieser und das geweihte Brot verwandelten sich in seinen Leib und sein Blut, die hingegeben waren für noch ungeborene Geschlechter.

In des Blockhauses tiefem steinernen Keller war der junge Gefangene, der christliche Priester, untergebracht und mit Bastschnuren an Händen und Füßen gefesselt worden. "Herrlich wie Baldur anzusehen" war er, wie die Wikingerfrau sagte, und sie wurde von seiner Not gerührt; aber Jung-Helga verlangte, daß man eine Schnur durch seine Kniesehnen zöge und ihn an den Schwänzen der wilden Stiere festbände.

"Dann würde ich die Hunde loslassen! Hui, davon über Sumpf und Moor nach der Heide! Das wäre ein lustiger Anblick, aber noch lustiger, ihm bei dieser Fahrt folgen zu können!"

Doch der Wiking wollte nicht, daß er diesen Tod erleide, doch sollte er als Verleugner und Verfolger der hohen Götter morgigen Tages auf dem Blutsteine im Hain geopfert werden. Es war das erste Mal, daß hier ein Mensch geopfert wurde.

Jung-Helga bat, ob sie die Götterbilder und das Volk mit seinem Blute besprengen dürfe; sie wetzte ihr blankes Messer, und da gerade einer der großen bissigen Hunde, deren es genug auf dem Hofe gab, an ihr vorbei lief, stach sie ihm das Messer in die Seite: "Das geschieht, um seine Schärfe zu erproben" sagte sie, und die Wikingerfrau sah betrübt auf das wilde, bösartige Mädchen. Und als die Nacht kam und die Tochter sich an Leib und Seele verwandelte, sprach sie zu ihr mit des Kummers warmen Worten, die tief aus ihrer Seele drangen.

Die häßliche Kröte mit dem verzauberten Leib stand vor ihr und heftete die braunen, traurigen Augen auf sie, hörte zu und schien mit menschlicher Vernunft zu verstehen.

"Niemals, selbst nicht zu meinem Gemahl, ist mir über die Zunge gekommen, um dessen willen ich zwiefach durch Dich leide!" sagte die Wikingerfrau. "Es ist mehr Kummer über Dich in meinem Herzen, als ich selbst je geglaubt hätte. Groß ist die Liebe einer Mutter, doch in Deiner Seele wohnt keine Liebe. Dein Herz ist ein kalter Schlammklumpen! Woher kommst Du doch in mein Haus!"

Da erzitterte das häßliche Geschöpf ganz seltsam, es war, als berührten diese Worte ein unsichtbares Band zwischen Körper und Seele, und es erschienen große Tränen in seinen Augen.

"Deine harte Zeit wird noch einmal kommen!" sagte die Wikingerfrau. "Furchtbar wird sie werden, auch für mich! Besser wärest Du als Kind auf der Landstraße ausgesetzt worden, und die Nachtkälte hätte Dich in den Tod gelullt!" Und die Wikingerfrau vergoß bittere Tränen und ging zornig und betrübt hinter den Fellvorhang, der von einem Balken lose herabhing und die Stube teilte.

Einsam saß die zusammengeschrumpfte Kröte im Winkel. Lautlose Stille war in der Stube, aber nach kurzer Zeit entrang sich ihr ein halberstickter Seufzer; es war, als ob unter Schmerzen neues Leben in ihrem Herzen geboren werde. Sie tat einen Schritt vorwärts, lauschte, tat wieder einen Schritt und ergriff nun mit unbehülflichen Händen die schwere Stange, die vor die Tür geschoben war. Leise schob sie sie zur Seite, still nahm sie das Holzstück fort, das unter der Klinke steckte und ergriff die brennende Lampe, die in der Vorkammer stand. Es war, als gäbe ihr ein starker Wille ungeahnte Kräfte. Sie zog den eisernen Bolzen aus der vergitterten Tür und schlich sich zu dem Gefangenen hinab. Er schlief. Sie berührte ihn mit ihrer kalten, klammen Hand, und er erwachte. Als er die häßliche Gestalt erblickte, schauderte er wie vor einer bösen Erscheinung zurück. Sie zog ihr Messer, durchschnitt seine Fesseln und winkte ihm, ihr zu folgen.

Er rief heilige Namen, schlug das Kreuzeszeichen, und als die Gestalt unverändert vor ihm stand, sagte er: "Selig ist, wer gegen die Geringen verständig handelt, der Herr wird ihn erretten am Tage der Trübsal. – Wer bist Du? Woher dies Äußere eines Tieres und doch von barmherzigem Tun?"

Die Krötengestalt winkte, führte ihn hinter schützenden Decken durch einen einsamen Gang zum Stalle hinaus und zeigte auf ein Pferd; er schwang sich hinauf, doch auch sie hüpfte vor ihm aufs Pferd und hielt sich an seiner Mähne fest. Der Gefangene verstand sie, in hurtigem Trab ritten sie einen Weg entlang, den er nie allein gefunden haben würde, und kamen in die offene Heide hinaus.

Er vergaß ihre häßliche Gestalt und fühlte nur die durch dies Ungetüm bewiesene Gnade des Herrn. Fromme Gebete sprach er und stimmte heilige Lieder an. Da zitterte sie; war es des Gebetes und des Gesanges Macht, die auf sie einwirkten, oder waren es die Kälteschauer des beginnenden Morgens? Was mochte sie wohl empfinden. Sie hob sich hoch empor, wollte das Pferd anhalten und abspringen. Doch der christliche Priester hielt sie mit aller Kraft fest, sang laut einen Psalm, als könne er den Zauber lösen, der sie in die häßliche Froschgestalt gebannt hielt, und das Pferd jagte wilder davon. Der Himmel wurde rot, der erste Sonnenstrahl drang durch die Wolken, und durch den klaren Lichtstrahl geschah die Verwandlung, sie wurde wieder die junge Schönheit mit dem dämonisch bösen Sinn; er hielt das schönste junge Weib in seinen Armen. Darüber entsetzte er sich, sprang vom Pferde und hielt es an, indem er glaubte, einem neuen vernichtenden Blendwerk zum Opfer zu fallen. Aber Jung-Helga war ebenfalls mit einem Sprunge auf dem Erdboden. Das kurze Kinderröckchen reichte ihr kaum bis ans Knie. Sie riß das scharfe Messer aus ihrem Gürtel und stürzte sich auf den Überraschten.

"Wenn ich Dich fasse" rief sie, "wenn ich Dich fasse, renne ich Dir das Messer in den Leib, Du bist ja bleich wie Stroh, Bartloser Sklave."

Sie drang auf ihn ein; sie kämpften einen schweren Kampf, aber es war, als ob eine unsichtbare Kraft dem christlichen Manne Stärke gäbe. Er hielt sie fest, und der alte Eichbaum neben ihm kam ihm zu Hülfe und band gleichsam mit seinen halb aus dem Erdreich gelösten Wurzeln ihre Füße, die sich darin verwickelt hatten. Dicht dabei sprudelte eine Quelle. Er sprengte ihr das frische Wasser über Brust und Antlitz, gebot dem unreinen Geiste, von ihr zu weichen und segnete sie nach christlichem Brauche, aber das Wasser der Taufe hat keine Kraft, wo nicht des Glaubens Quelle auch von innen her strömt.

Und doch blieb er auch hier der Überlegene; ja mehr als Mannesstärke gegen die feindliche böse Macht lag in seiner Tat, die das Mädchen gleichsam benahm. Sie ließ die Arme sinken, sah mit verwunderten Augen und erbleichenden Wangen auf diesen Mann, der ihr wie ein mächtiger Zauberer erschien, stark an Mächten und geheimer Kunst. Finstere Runen warf er über sie, schwarze Zeichen waren es, die er in die Luft schrieb! Nicht vor der blinkenden Axt oder dem scharfen Messer, hätte er es vor ihren Augen gezückt, würde sie mit der Wimper gezuckt haben, aber sie tat es, als er des Kreuzes Zeichen auf ihre Brust und Stirne schrieb. Wie ein zahmer Vogel saß sie, das Haupt auf die Brust gebeugt.

Sanft sprach er nun zu ihr von dem Liebeswerke, das sie gegen ihn in dieser Nacht geübt, als sie in der garstigen Krötenhaut zu ihm hinabgekommen war, seine Banden gelöst und ihn dem Licht und Leben wiedergegeben hatte. Sie wäre auch gebunden, mit stärkeren Banden gebunden, als er es gewesen, doch auch sie solle, und zwar durch ihn, dem Licht und Leben wieder zugeführt werden. Zu dem heiligen Ansgarius wolle er sie bringen, dort, in seiner christlichen Stadt, würde der Zauber von ihr genommen werden. Doch nicht vor sich auf dem Pferde, ob sie auch gutwillig folgen würde, wagte er sie dorthin zu führen.

"Hinter mir mußt Du auf dem Pferde sitzen, nicht vor mir. Deiner zauberischen Schönheit eignet die Macht, die das Böse ausstrahlt; ich fürchte sie – und doch werde ich darüber siegen in Christo."

Er beugte seine Knie und betete fromm und innig, da war es, als würde die stille Waldnatur zu einer heiligen Kirche geweiht. Die Vögel begannen zu singen, als gehörten sie mit zu der neuen Gemeinde, die wilden Krauseminzen dufteten, als wollten sie Ambra und Räucherwerk ersetzen, und laut verkündete er die Worte der Schrift: "Das Licht von oben hat uns heimgesuchet, um zu leuchten denen, die in der Finsternis wandeln, und ihre Füße zu leiten auf dem Wege des Friedens."

Und er sprach von der Sehnsucht der Geschöpfe, und während er sprach, stand das Pferd, das sie in wildem Lauf getragen hatte, still und scharrte zwischen den langen Brombeerranken, so daß die reifen, saftigen Beeren in Klein-Helgas Schoß fielen, sich selbst zur Erquickung anbietend.

Geduldig ließ sie sich auf den Rücken des Pferdes heben und saß dort wie eine Schlafwandlerin, die nicht wacht, aber auch nicht wandelt. Der christliche Mann band zwei Zweige mit Bastfäden so zusammen, daß sie ein Kreuz bildeten, das hielt er hoch in der Hand, während sie durch den Wald ritten. Der wurde dichter und dichter, der Weg schmaler, die Schlehenbüsche standen vor ihnen wie Schlagbäume, so daß sie um sie herum reiten mußten. Die Quelle wurde nicht zum rinnenden Bache, sondern zu einem stehenden Sumpf, auch um ihn mußte man herumreiten. Aber Stärke und Erquickung lagen in der frischen Waldluft, und eine nicht geringere Kraft war in den Worten der Milde, die voller Glauben und christlicher Liebe erklangen, von dem innigen Wunsche beseelt, die schon Überwundene zu Licht und himmlischem Leben emporzufahren.

Der Tropfen, heißt es ja, höhlt den harten Stein. Die Meereswogen schleifen mit der Zeit die kantigen Felsblöcke rund, der Tau der Gnade, der zum ersten Male auf Klein-Helga niederrann, höhlte das Harte, rundete das Scharfe; wohl war es noch nicht zu erkennen, sie selbst wußte es nicht; was weiß der Keim in der Erde bei der erquickenden Feuchtigkeit und dem warmen Sonnenstrahl davon, daß er Pflanze und Blüte in sich trägt.

Wie der Gesang der Mutter unmerklich in der Seele des Kindes haftet, und es die einzelnen Worte nachlallt, ohne sie zu verstehen, bis sich diese später in den Gedanken sammeln und sichten, so wirkte auch hier das schöpferische Wort der Allmacht.

Sie ritten aus dem Walde hinaus, hin über die Heide, wieder durch pfadlose Wälder; da trafen sie gegen Abend auf Räuber.

"Wo hast Du das schöne Püppchen gestohlen?" riefen sie, hielten das Pferd an und rissen die beiden Reiter herunter, denn sie waren in großer Überzahl. Der Priester hatte keine andere Waffe als das Messer, das er Klein-Helga entwunden hatte, damit stieß er um sich. Einer der Räuber schwang seine Axt, doch der junge Christ sprang glücklich zur Seite, sonst wäre er erschlagen worden; nun fuhr die Schneide der Axt tief in den Hals des Pferdes, daß das Blut herausströmte und das Tier zu Boden stürzte. Da fuhr Klein-Helga, wie aus tiefen Gedanken geweckt, empor und warf sich über das stöhnende Tier. Der christliche Priester stellte sich als Schutz und Schirm vor sie, aber einer der Räuber schwang seinen schweren Eisenhammer gegen seine Stirn, so daß sie zerschmettert wurde und Blut und Hirn rings umher spritzten. Tot fiel er zur Erde nieder.

Die Räuber ergriffen Klein-Helga an ihrem weißen Arm; da, im gleichen Augenblick, ging die Sonne unter, und als der letzte Sonnenstrahl erlosch, verwandelte sie sich in eine häßliche Kröte. Das weißlich-grüne Maul klaffte über das halbe Gesicht, die Arme wurden dünn und schleimig, eine breite Hand mit Schwimmhäuten öffnete sich fächerförmig; – da ließen sie die Räuber entsetzt fahren. Sie stand als häßliches Untier mitten unter ihnen, und nach Froschart hüpfte sie empor, höher als sie selbst war, und verschwand im Dickicht. Da merkten die Räuber, daß sie es mit Lokes böser List oder geheimen Zauberkünsten zu tun hatten, und voller Entsetzen eilten sie davon.

Der Vollmond war schon aufgegangen und spendete Glanz und Licht, da kroch aus dem Gebüsch, in des Frosches häßlicher Haut, Klein-Helga hervor. Sie blieb bei dem Leichnam des christlichen Priesters und ihrem getöteten Renner stehen und sah sie mit Augen an, die zu weinen schienen. Der Froschkopf gab einen Laut von sich, der wie das Quäken eines Kindes, das in Weinen ausbricht, klang. Bald warf sie sich über den einen, bald über das andere, schöpfte Wasser mit ihren Händen, die durch die Schwimmhäute größer und hohler wurden, und goß es über sie aus. Aber tot waren sie und tot sollten sie bleiben. Das begriff sie. Bald konnten wilde Tiere kommen und ihre Leiber fressen; nein, das durfte nicht geschehen! Deshalb grub sie die Erde auf, so tief sie es vermochte. Ein Grab wollte sie für sie bereiten, doch sie hatte zum Graben nur einen harten Zweig und ihre beiden Hände. Aber an ihnen spannten sich zwischen den Fingern die Schwimmhäute. Sie rissen und das Blut floß. Sie sah, daß ihr die Arbeit nicht gelingen werde. Da nahm sie Wasser und wusch damit des Toten Antlitz, bedeckte es mit frischen, grünen Blättern, trug große Zweige zusammen und legte sie über ihn, dann schüttete sie Laub dazwischen, nahm die schwersten Steine, die sie aufheben konnte, legte sie über die toten Körper und verstopfte die Öffnungen mit Moos. Nun glaubte sie, daß der Grabhügel stark und sicher genug sei; aber während der schweren Arbeit war die Nacht vergangen, die Sonne brach hervor – und Klein- Helga stand da in all ihrer Schönheit, mit blutenden Händen und zum ersten Male mit Tränen auf den errötenden jungfräulichen Wangen.

Da war es ihr während der Verwandlung, als bekämpften sich in ihr zwei Naturen. Sie zitterte, schaute sich um, als erwache sie aus einem beängstigenden Traum, schoß dann auf eine schlanke Buche zu, hielt sich fest daran gepreßt, um doch eine Stütze zu haben, und dann kletterte sie schnell, in einem Nu, wie eine Katze in die Spitze des Baumes hinauf und klammerte sich dort fest. Da saß sie nun wie ein verängstigtes Eichhörnchen, saß den ganzen Tag in der tiefen Waldeinsamkeit, wo alles stille und tot war. Tot? Nein, da flogen ja ein paar Schmetterlinge umeinander im Spiel oder Streit. Dicht dabei waren auch ein paar Ameisenhaufen, jeder beherbergte mehrere Hundert emsiger Geschöpfchen, die hin und her wimmelten. In der Luft tanzten unzählige Mücken, Schwarm an Schwarm. Scharen von summenden Fliegen, Libellen und andere geflügelte Tierchen jagten vorbei, der Regenwurm kroch aus dem feuchten Boden hervor, Maulwürfe stießen herauf – sonst war es still und tot ringsum, tot, wie man sagt und es versteht. Niemand außer den Hähern beachtete Klein-Helga, sie flogen schreiend um die Spitze des Baumes, auf dem sie saß. In dreister Neugierde hüpften sie auf den Zweigen näher zu ihr heran. Ein Blick ihrer Augen Jagte sie wieder fort – aber klüger wurden sie deshalb doch nicht aus ihr, und sie auch nicht klüger aus sich selbst.

Als der Abend sich näherte und die Sonne zu sinken begann, rief die Verwandlung sie zu neuer Bewegung. Sie ließ sich am Stamme hinabgleiten, und während der letzte Sonnenstrahl erlosch, stand sie wieder da in eines Frosches zusammengeschrumpfter Gestalt mit den zerrissenen Schwimmhäuten an den Händen, doch die Augen erstratalten nun in einem Schönheitsglanze, wie er kaum früher der schönen Gestalt eigen war. Es waren die sanftesten frommen Mädchenaugen, die hinter der Froschlarve hervorleuchteten, sie zeugten von einer tiefen Seele, einem menschlichen Herzen. Und die schönen Augen weinten viele Tränen, weinten schwere Tränen eines erleichterten Herzens.

Noch immer lag bei dem Grabbügel das aus Zweigen zusammengebundene Kreuz, die letzte Arbeit dessen, der nun tot, dahingegangen war. – Klein-Helga nahm es auf und pflanzte es, der Gedanke kam ihr ganz ohne ihr Zutun, zwischen die Steine über ihm und dem erschlagenen Pferde. In wehmütiger Erinnerung brachen ihre Tränen aufs neue hervor, und in dieser Herzensstimmung ritzte sie das gleiche Zeichen in die Erde rings um das Grab, wahrlich die schönste Einfassung. Während sie mit beiden Händen das Zeichen des Kreuzes machte, fielen die Schwimmhäute wie zerrissene Handschuhe ab, und als sie sich im Quellwasser wusch und verwundert auf ihre feinen, weißen Hände herabsah, machte sie wieder das Zeichen des Kreuzes zwischen sich und den Toten in die Luft. Da erbebten ihre Lippen, da bewegte sich ihre Zunge, und der Name, den sie so oft während des Rittes durch den Wald gesungen und gesprochen vernommen hatte, wurde aus ihrem Munde hörbar. Sie sagte: "Jesus Christus."

Da fiel die Krötenhaut, und die junge Schönheit stand da; – doch das Haupt neigte sich müde, die Glieder bedurften der Ruhe – sie schlief.

Aber der Schlaf war nur kurz. Um Mitternacht wurde sie geweckt; vor ihr stand das tote Pferd voll strahlenden Lebens, aus seinen Augen und dem verwundeten Halse leuchtete ein Schwacher Schein, und neben ihm zeigte sich der erschlagene christliche Priester. "Schöner als Baldur" würde die Wikingerfrau gesagt haben, und doch kam er wie in feurigen Flammen.

Es lag ein Ernst in den großen, milden Augen, ein so gerechtes Urteil, ein so durchdringender Blick, daß es gleichsam bis in den tiefsten Herzenswinkel der nun Erprobten drang. Klein-Helga zitterte, und ihre Erinnerung erwachte mit einer Kraft wie am Tage des Jüngsten Gerichts. Alles, was ihr Gutes erwiesen, jedes liebevolle Wort, das ihr gesagt worden war, wurde gleichsam lebendig. Sie erkannte, daß es die Liebe gewesen, die sie hier in den Tagen der Prüfung aufrecht erhalten hatte. Sie sah klar, daß sie nur den Trieben ihrer Stimmungen gefolgt war, selbst aber nichts dazu getan hatte. Alles war ihr gegeben, und alles zu ihrem Besten gefügt worden. Sie beugte sich nieder, demütig und voller Scham vor dem, der in jeder Falte ihres Herzens lesen konnte, und im gleichen Augenblick fühlte sie sich wie von einem Blitzstrahl der Läuterung, dem flammenden Funken des heiligen Geistes durchdrungen.

"Du Tochter des Sumpfes" sagte der christliche Priester, "aus dem Sumpfe, aus der Erde bist Du gekommen – aus der Erde sollst Du einst auferstehen! Der Sonnenstrahl in Dir gebt, seines Körpers bewußt, zu seiner Quelle zurück, der Strahl, nicht von der Sonne, sondern der Strahl von Gott. Keine Seele soll verloren gehen. Doch lang ist das Zeitliche, die Flucht des Lebens in das Ewige. – Ich komme aus dem Lande des Todes; auch Du mußt einmal durch die tiefen Täler in das leuchtende Bergland, wo Gnade und Vollendung wohnen. Ich führe Dich nicht zur christlichen Taufe, erst mußt Du den Wasserschild über dem tiefen Grunde des Moors sprengen, die lebendige Wurzel Deines Lebens und Deiner Wiege heraufziehen, erst die Dir zugedachten Taten verrichten, ehe die Weihe kommen darf."

Und er hob sie auf das Pferd und reichte ihr ein goldenes Räuchergefäß wie das, was sie zuvor in der Wikingerburg gesehen hatte. Ein Duft, gar süß und kräftig, drang daraus hervor. Die offene Wunde auf der Stirn des Erschlagenen leuchtete wie ein strahlendes Diadem. Er nahm das Kreuz vom Grabe, hob es hoch empor, und nun Jagten sie von dannen durch die Lüfte, hin über den rauschenden Wald, über die Hügel hin, in denen einst die Hünen, auf ihren toten Pferden sitzend, begraben worden waren. Und die mächtigen Gestalten erhoben sich, ritten heraus und hielten auf den Spitzen der Hügel. Im Mondschein erstrahlte um ihre Stirnen der breite Goldring mit dem Goldknoten, ihre Mäntel flatterten im Winde. Der Lindwurm, der die Schätze bewachte, erhob sein Haupt und blickte ihnen nach. Das Zwergenvolk guckte aus Hügeln und Ackerfurchen, überall schimmerten ihre roten, blauen und grünen Lichtlein auf, es war ein Gewimmel wie bei den tanzenden Fünkchen in der Asche des verbrannten Papiers.

Hin über Wald und Heide, Bäche und Sümpfe flogen sie bis zum Wildmoor hinauf, das sie in großen Kreisen umschwebten. Der christliche Priester erhob das Kreuz, es leuchtete wie Gold, und von seinen Lippen ertönte der Meßgesang. Klein-Helga sang ihn mit, wie das Kind in den Gesang der Mutter einstimmt. Sie schwang das Räucherfaß, und ein Altarduft drang daraus hervor, so stark, so wundertätig, daß Schilf und Rohr im Sumpfe erblühten. Alle Keime schossen aus dem tiefen Grunde empor, alles, was Leben hatte, erhob sich, und ein Flor von Wasserrosen breitete sich über das Wasser wie ein gewirkter Blumenteppich. Darauf ruhte ein schlafende_ Weib, jung und schön, Klein-Helga glaubte sich selbst zu sehen, ihr Spiegelbild in dem stillen Gewässer. Es war ihre Mutter, die sie sah, des Moorkönigs Weib, die Prinzessin von den Wassern den Nils.

Der tote christliche Priester gebot, die Schlafende auf das Pferd zu heben, doch es sank unter der Bürde zusammen, als sei sein Leib nur ein Totenlaken, da' im Winde flattert. Aber das Zeichen des Kreuzes machte das Luftphantom stark, und alle drei ritten, bis sie festen Boden unter den Füßen fohlten.

Da krähte der Hahn in der Burg des Wiking, und die Geister lösten sich in Nebel auf, die vor dem Winde trieben; aber einander gegenüber standen sich Mutter und Tochter.

"Bin ich es selbst, die ich im tiefen Wasser sehe?" sagte die Mutter.

"Bin ich es selbst, die ich im blanken Schilde schaue?" rief die Tochter aus, und sie näherten sich einander, Brust an Brust, Arm in Arm. Am stärksten schlug das Herz der Mutter, und sie verstand es.

"Mein Kind! Meines eigenen Herzens Blüte! Mein Lotus aus den tiefen Gewässern."

Und sie umarmte ihr Kind und weinte; diese Tränen waren Klein- Helgas Taufe durch die Liebe.

"Im Schwanenkleid kam ich hierher und warf es ab" sagte die Mutter. "Ich versank durch den schwankenden Moorboden tief hinein in den schlammigen Sumpf, der sich wie eine Mauer um mich schloß. Doch bald fühlte ich eine frischere Strömung; eine Kraft zog mich tiefer und immer tiefer hinab, ich fühlte die Hand des Schlafes auf meinen Lidern, ich schlief ein, ich träumte – mir war es, als läge ich wieder in Ägypten in der Pyramide, aber vor mir stand noch immer der schwankende Erlenstamm, der mich schon auf der Oberfläche des Moore erschreckt hatte. Ich betrachtete die Risse in der Borke, sie leuchteten farbig und verwandelten sich in Hieroglyphen; es war die Mumienhülle, die ich betrachtete. Da barst sie, und daraus hervor trat der tausendjährige Herrscher in Mumiengestalt, schwarz wie Pech und glänzend wie die Waldschnecke oder der fette schwarze Morast; war es der Moorkönig oder die Mumie der Pyramide, ich wußte es nicht. Er schlang seine Arme um mich, und mir war es, als müsse ich sterben. Daß ich lebte, spürte ich erst wieder, als ich etwas Warmes an meiner Brust fühlte; dort saß ein kleiner Vogel, schlug mit den Flügeln und zwitscherte und sang. Vor meiner Brust flog er aufwärts zu der dunklen, schweren Decke, doch ein langes grünes Band hielt ihn noch bei mir fest. Ich hörte und verstand die Töne seiner Sehnsucht: Freiheit! Sonnenschein. Zum Vater! – Da gedachte ich meines Vaters im sonnigen Lande der Heimat, meines Lebens, meiner Liebe. Und ich löste das Band und ließ ihn fortflattern – zum Vater heim. Seit jener Stunde habe ich nicht mehr geträumt, ich schlief einen Schlaf gar schwer und lang, bis in dieser Stunde Töne und Duft mich aufhoben und erlösten!"

Das grüne Band, das des Vogels Schwinge an das Herz der Mutter knüpfte, wo flatterte es jetzt? Wo hatte man es hingeworfen? Nur der Storch hatte es gesehen; das Band war der grüne Stengel, und die Schleife die leuchtende Blüte, die Wiege des Kindes, das so lieblich herangewachsen war und nun wieder am Herzen der Mutter ruhte.

Und während sie dort Arm in Arm standen, flog der Storchvater in großen Kreisen um sie herum, schlug dann die Richtung nach seinem Neste ein, holte von dort die jahrelang verwahrten Schwanenkleider und warf eines für jede herab. Die Schwanenhaut schmiegte sich um sie, und sie erhoben sich von der Erde als zwei weiße Schwäne.

"Nun können wir miteinander sprechen!" sagte der Storchvater, "jetzt sprechen wir eine Sprache, mögen auch unsere Schnäbel verschieden zugeschnitten sein! Es trifft sich so glücklich wie nur irgend möglich, daß Ihr heute noch kommt, denn morgen wären wir fortgewesen, Mutter, ich und die Jungen. Wir fliegen nach Süden. Ja, schaut mich nur an, ich bin ja ein alter Freund aus dem Nillande, und Mutter auch, es steckt ein goldenes Herz hinter ihrem rauhen Schnabel. Sie hat immer geglaubt, daß die Prinzessin sich schon retten würde. Ich und die Jungen haben die Schwanenhäute mit heraufgenommen! Nein, wie froh bin ich! Und was für ein Glück, daß ich noch hier bin! Wenn der Tag graut, ziehen wir von dannen mit der ganzen großen Storchgesellschaft. Wir fliegen voran, fliegt nur hinterher, dann könnt Ihr den Weg nicht verfehlen. Ich und die Jungen werden Euch schon im Auge behalten!"

"Und die Lotosblume, die ich mitbringen sollte," sagte die ägyptische Prinzessin, "fliegt im Schwanenkleide an meiner Seite! Meines Herzens Blume bringe ich mit, das war die Lösung. Heimwärts, Heimwärts!"

Doch Helga sagte, daß sie das dänische Land nicht verlassen könne, ehe sie noch einmal ihre Pflegemutter, die liebreiche Wikingerfrau, gesehen habe. Vor Helgas Gedanken erstand jede schöne Erinnerung, jedes liebevolle Wort, jede Träne, die ihre Pflegemutter um sie geweint hatte, und fast war es ihr in diesem Augenblick, als liebte sie diese Mutter am meisten.

"Ja, wir müssen zum Wikingerhofe!" sagte der Storchvater, "dort warten ja Mutter und die Jungen! Wie sie die Augen aufreißen und die Klapper in Gang bringen werden! Mutter sagt ja nicht viel; sie ist kurz und bündig, meint es aber um so besser! Ich will gleich einmal klappern, damit sie hören können, daß wir kommen."

Und dann klapperte der Storchvater mit dem Schnabel, und er und die Schwäne flogen zur Wikingerburg.

Drinnen lagen noch alle in tiefem Schlafe. Erst spät in der Nacht war die Wikingerfrau zur Ruhe gekommen. Sie litt Angst um Klein-Helga, die nun seit drei vollen Tagen mit dem christlichen Priester verschwunden war. Sie mußte ihm fortgeholfen haben, denn ihr Pferd war es, das im Stalle fehlte. Welche Macht mochte dies alles bewirkt haben? Die Wikingerfrau dachte an die Wundertaten, die durch den weißen Christus und seine Anhänger und Jünger geschehen sein sollten. Die wechselnden Gedanken nahmen im Traume Gestalt an, es war ihr, als ob sie noch wach und nachdenklich auf ihrem Bette säße. Draußen brütete die Finsternis, der Sturm kam, sie hörte das Rollen des Meeres im Westen und Osten, von der Nordsee und vom Kattegat her. Die ungeheure Schlange, die in der Meerestiefe die Erde umspannte, erzitterte in Krämpfen und Zuckungen. Die Nacht der Götter, Ragnarok, wie die Heiden den Jüngsten Tag nannten, da alles vergehen sollte, selbst die hohen Götter, nahte. Die Hörner ertönten, und über den Regenbogen hin ritten die Götter, in Stahl gekleidet, um den letzten Kampf zu kämpfen. Ihnen voran flogen mit breiten Schwingen die Schildjungfrauen, die Reihe schloß mit den Gestalten der toten Hünen. Die ganze Luft leuchtete um sie mit Nordlichtglanz, aber die Finsternis behielt den Sieg. Es war eine entsetzliche Stunde.

Und dicht neben der geängstigten Wikingerfrau saß Klein-Helga in der häßlichen Froschgestalt, auch sie zitterte und schmiegte sich an die Pflegemutter, die sie auf ihren Schoß nahm und sie liebevoll im Arme hielt, wie häßlich ihr auch die Froschhülle erschien. Die Luft hallte wider von Schwerterklirren und Keulenschlägen, und von sausenden Pfeilen, die wie Hagelschauer über sie hinstürmten. Die Stunde war gekommen, da Himmel und Erde sich auftun, die Sterne herabfallen, und alles im Feuer Suturs vergehen sollte. Doch sie wußte, daß ein neuer Himmel, eine neue Erde kommen und Korn wegen würde, wo jetzt das Meer über den gelben Sandboden hinrollte, daß der unnennbare Gott über die Erde gebieten und Baldur, der milde, liebreiche, erlöst aus den Reichen des Todes, zu ihm aufsteigen würde. Er kam, die Wikingerfrau sah ihn, sie erkannte sein Antlitz – es war der christliche Priester.

"Weißer Christus" rief sie laut, und bei Nennung des Namens drückte sie einen Kuß auf die Stirn ihres häßlichen Froschkindes. Da fiel die Froschhaut, und Klein-Helga stand da in all ihrer Schönheit, sanft wie nie zuvor und mit strahlenden Augen. Sie küßte die Hände der Pflegemutter, segnete sie für all ihre Sorgfalt und Liebe, die sie ihr in den Tagen der Not und Prüfung erwiesen hatte und dankte ihr für die guten Gedanken, die sie in ihr gesät und erweckt hatte. Sie dankte ihr für die Nennung des heiligen Namens, und wiederholte ihn: Weißer Christus. Dann erhob sich Klein-Helga als ein mächtiger Schwan, die Schwingen breiteten sich groß und herrlich, und mit einem Flügelschlage, rauschend, wie wenn die Scharen der Zugvögel fortfliegen, schwebte sie davon.

Dabei erwachte die Wikingerfrau, und draußen war noch immer der starke Flügelschlag zu hören. Es war, wie sie wußte, die Zeit, wo die Störche von hier fortzogen; sie waren es wohl, die sie hörte. Noch einmal wollte sie sie vor ihrer Abreise sehen und ihnen Lebewohl sagen. Sie stand auf und trat auf die Schwelle hinaus. Da sah sie auf dem Dachfirst des Nebenhauses Storch an Storch, und rings um das Gehöft, über den hohen Bäumen, flogen ganze Scharen in großen Schwenkungen. Aber gerade vor ihr auf dem Brunnenrande, wo Klein-Helga so oft gesessen und sie mit ihrer Wildheit erschreckt hatte, saßen nun zwei Schwäne und blickten sie mit klugen Augen an. Da dachte sie an ihren Traum, der sie noch lebendig wie Wirklichkeit erfüllte, und sie dachte an Klein-Helga in der Schwanengestalt und an den christlichen Priester, und es war ihr plötzlich wunderlich froh ums Herz.

Die Schwäne schlugen mit den Schwingen, neigten ihre Hälse, als wollten sie ihr ihren Gruß darbieten; die Wikingerfrau breitete die Arme nach ihnen aus, als ob sie sie verstände, und lächelte unter Tränen und vielerlei Gedanken.

Da erhoben sich mit Flügelschlag und Klappern alle Störche zur Reise nach dem Süden.

"Wir warten nicht auf die Schwäne" sagte die Storchmutter, "wollen sie mit, dann müssen sie kommen. Wir können nicht hierbleiben, bis die Brachvögel reisen. Es ist doch etwas Schönes, so in Familie zu reisen, und nicht wie die Buchfinken und die Streithähne, wo die Hähne für sich fliegen und die Hennen für sich. Im Grunde genommen finde ich das nicht anständig! Und was ist das für ein Flügelschlag, den die Schwäne an sich haben."

"Jeder fliegt nach seiner Art" sagte der Storchvater, "die Schwäne fliegen schräg, die Kraniche im Dreieck und die Brackvögel in Schlangenlinie."

"Sprich nicht von Schlangen, solange wir hier oben fliegen!" sagte die Storchmutter, "das macht den Jungen nur Gelüste, die sich nicht befriedigen lassen."

"Sind das die hohen Berge dort unten, von denen ich hörte?" fragte Helga im Schwanenkleid.

"Das sind Gewitterwolken, die unter uns ziehen!" sagte die Mutter.

"Was sind das für weiße Wolken, die sich so hoch erheben?" fragte Helga.

"Was Du dort siehst, sind die mit ewigem Schnee bedeckten Berge!" sagte die Mutter. Und sie flogen über die Alpen zu dem tiefblauen Mittelmeer hinab.

"Afrika! Ägyptens Strand" jubelte die Tochter des Nils im Schwanengewand, als sie hoch aus der Luft wie einen weißlich-gelben, wellenförmigen Streifen die Heimat sichtete.

Auch die Vögel sahen den Streifen und beschleunigten ihren Flug.

"Ich rieche Nilschlamm und nasse Frösche" sagte die Storchmutter, "es juckt mich schon im Schnabel danach. Ja, nun werdet Ihr schlemmen! Und Ihr werdet auch den Marabu, den Ibis und die Kraniche zu sehen bekommen! Sie gehören alle zur Familie, sind aber nicht halb so schön wie wir. Sie stellen sich vornehm, besonders der Ibis. Er ist eben von den Ägyptern verwöhnt worden, sie stopfen ihn mit Kräutern aus wie die Mumien. Ich will mich lieber mit lebenden Fröschen ausstopfen lassen. Das wollt Ihr wohl auch lieber, und das sollt Ihr auch haben! Besser, etwas im Bauche, während man lebt, als zu Staat und Schmuck sein, wenn man tot ist! Das ist meine Meinung, und die ist immer die richtige."

"Nun sind die Störche gekommen!" sagte man in dem reichen Hause am Ufer des Nils, wo in der offenen Halle auf weichen, mit Leopardenfell bedeckten Polstern der königliche Herr aufgestreckt lag, nicht tot und auch nicht lebend, hoffend auf die Lotosblume aus den tiefen Mooren des Nordens. Angehörige und Diener standen um sein Lager, Und hinein in die Halle flogen zwei mächtige weiße Schwäne; sie waren mit den Störchen gekommen. Sie warfen das blendendweiße Federgewand ab, und zwei herrliche Frauen, einander so ähnlich wie zwei Tautropfen, standen da. Sie beugten sich zu dem bleichen, hinsiechenden alten Mann nieder, warfen ihre langen Haare zurück, und als Klein-Helga sich über den Großvater beugte, röteten sich seine Wangen, seine Augen bekamen Glanz, und Leben strömte wieder durch die gelähmten Glieder. Der Alte erhob sich gesundet und verjüngt, und Tochter und Enkeltochter hielten ihn in ihren Armen wie zum freudigen Morgengruße nach einem langen, schweren Traum.

Und Freude herrschte im ganzen Hause, und im Storchenneste auch. Aber dort war es doch zumeist um der guten Nahrung, der unzählig vielen Frösche willen. Und während die Gelehrten hastig in kurzen Umrissen die Geschichte der beiden Prinzessinnen und der Blume der Gesundheit aufzeichneten, die eine große Begebenheit und ein Segen für Haus und Land war, erzählten die Storcheltern sie auf ihre Weise und für ihre Familie zugeschnitten; aber erst, als alle satt waren, denn sonst hätten sie ja anderes zu tun gehabt, als Geschichten anzuhören.

"Nun wirst Du sicherlich etwas werden!" flüsterte die Storchmutter; "und das wäre auch nur gerecht!"

"Ach, was sollte ich denn werden!" sagte der Storchvater, "was habe ich denn getan? Nichts."

"Du hast mehr getan, als alle anderen. Ohne Dich und die Jungen hätten die beiden Prinzessinnen Ägypten niemals wiedergesehen und den Alten gesund bekommen. Du wirst etwas. Du bekommst bestimmt den Ehrendoktor, und unsere Jungen sind geborene Doktoren, und ihre Jungen bringen es dann noch weiter. Du siehst auch schon aus wie ein ägyptischer Doktor – wenigstens in meinen Augen."

Die Gelehrten und Weisen entwickelten den Grundgedanken, wie sie es nannten, der sich durch die ganze Begebenheit zöge: "Liebe gebiert Leben" und legten ihn auf verschiedene Weise aus: "Der warme Sonnenstrahl wäre die ägyptische Prinzessin, sie wäre zu dem Moorkönig hinabgestiegen, und ihrer Umarmung entspränge die Blüte – "

"Ich kann die Worte nicht so ganz richtig wiederholen" sagte der Storchvater, der vom Dache aus zugehört hatte und im Neste davon erzählen sollte. "Es war so verwickelt, was sie sagten, und so klug, daß sie sogleich zu Würden und Geschenken kamen, selbst der Mundkoch bekam einen großen Orden – wahrscheinlich für die Suppe."

"Und was hast Du bekommen?" fragte die Storchmutter. "Den Wichtigsten sollten sie doch nicht vergessen, denn das bist Du. Die Gelehrten haben bei der ganzen Sache nur geklappert. Aber Du wirst auch noch daran kommen!"

Spät in der Nacht, als der Frieden des Schlafes über dem von neuem glücklichen Hause ruhte, wachte noch immer jemand, aber es war nicht der Storchvater, obwohl er droben auf einem Bein aufrecht im Neste stand und Schildwache schlief, nein, Klein-Helga wachte; sie neigte sich über den Altan und blickte in die klare Luft empor zu den großen, leuchtenden Sternen, deren Glanz sich hier strahlender und reiner zeigte, als sie es im Norden gesehen hatte, und doch waren es dieselben Gestirne. Sie dachte an die Wikingerfrau am Wildmoor, an der Pflegemutter milde Augen, an die Tränen, die sie über das arme Froschkind geweint hatte, das nun in Glanz und Sternenpracht an den Wassern des Nils in der herrlichen Frühjahrsluft stand. Sie dachte an die Liebe in der Brust des heidnischen Weibes, an die Liebe, die sie einem elenden Geschöpf erwiesen hatte, das in Menschengestalt ein böses Tier und in Tiergestalt ekelerregend anzusehen und zu berühren war. Sie schaute zu den leuchtenden Sternen empor und dachte an den Glanz auf der Stirn des Toten, als sie über Wald und Moor hingeflogen waren. Töne klangen in ihrer Erinnerung auf, Worte vom Urquell der Liebe, der höchsten Liebe, die alle Geschlechter umfaßte, und auf die sie gelauscht hatte, als sie mit ihm von dannen geritten war.

Ja, was war nicht gegeben, gewonnen, erreicht! Klein-Helgas Gedanken umfasten bei Tage und bei Nacht die ganze Größe ihres Glückes, und bei seinem Anblick stand sie wie ein Kind, das sich eilig vom Geber zur Gabe wendet, und überschaute ihre herrlichen Gaben. Sie ging gleichsam auf in der sich steigernden Glückseligkeit, die kommen konnte und würde. Durch Wunderwerke war sie ja zu immer höherer Freude, immer höherem Glück emporgetragen worden, und hierin verlor sie sich eines Tages so völlig, daß sie des Gebers nicht mehr gedachte. Es war die Kühnheit ihres jugendlichen Mutes, die in raschem Schwunge weitereilte. Ihre Augen leuchteten, aber aus ihrer Träumerei wurde sie in diesem Augenblicke durch ein starkes Geräusch im Hofe unter sich emporgerissen. Da sah sie zwei mächtige Strauße eilig in engen Kreisen umherlaufen; nie zuvor hatte sie dieses Tier, einen so großen, plumpen und schweren Vogel, gesehen. Die Schwingen sahen aus wie beschnitten, der Vogel selbst als ob man ihm Gewalt angetan habe, und sie fragte, was ihm denn geschehen sei. Nun hörte sie zum ersten Male die Sage, die die Ägypter von dem Strauße erzählen.

Schön sei einst sein Geschlecht gewesen, seine Schwingen groß und stark. Da sagten eines Abends des Waldes mächtige Vögel zu ihm: "Bruder, wollen wir morgen, wenn Gott will, zum Flusse fliegen und trinken?" Und der Strauß antwortete: "Ich will es." Als es tagte, flogen sie fort, zuerst der Sonne, dem Auge Gottes, entgegen, höher und immer höher hinauf, der Strauß allen anderen weit voran. Stolz flog er dem Lichte entgegen, er verließ sich auf seine Kraft und nicht auf den Geber, er sagte nicht: "Wenn Gott will." Da zog der rächende Engel den Schleier von der Flammenstrahlenden, und gleichen Augenblicks verbrannten des Vogels Schwingen, elend sank er zur Erde nieder. Er und sein Geschlecht vermögen niemals mehr sich zu erheben. Sie fliehen in ewigem Schrecken, stürmen im Kreise herum in dem engen Raum, eine Mahnung für uns Menschen, bei allen unseren Gedanken, bei jeder Handlung zu sagen: "Wenn Gott will."

Zeitig im Frühjahr, als die Störche wieder gen Norden zogen, nahm Klein-Helga ihr goldenes Armband, ritzte ihren Namen hinein und winkte dem Storchvater zu. Sie legte ihm den Goldreif um den Hals und bat ihn, ihn der Wikingerfrau zu überbringen, die daraus erkennen könne, daß ihre Pflegetochter lebte, glücklich wäre und an sie dächte.

"Das ist schwer zu tragen!" dachte der Storch, als er ihn um den Hals fühlte; "aber Gold und Ehre soll man nicht auf die Landstraße werfen. Sie werden dort oben zugeben müssen, daß der Storch Glück bringt."

"Du legst Gold und ich lege Eier" sagte die Storchmutter, "aber Du legst nur einmal, und ich mache es in jedem Jahr. Doch eine Anerkennung erhält keiner von uns. Das kränkt!"

"Man hat das Bewußtsein der guten Tat, Mutter" sagte der Storchvater.

"Das kannst Du Dir nicht auf den Rock hängen!" sagte die Storchmutter, "das gibt weder guten Fahrwind noch eine Mahlzeit."

Und dann flogen sie fort.

Die kleine Nachtigall, die im Tamarindenstrauche sang, wollte auch bald nach Norden ziehen. Droben im Wildmoor hatte klein-Helga sie oft gehört. Botschaft wollte sie ihr mitgeben, denn die Sprache der Vögel verstand sie, seit sie im Schwanenkleide geflogen war; oft hatte sie seitdem mit Storch und Schwalbe gesprochen. Die Nachtigall würde sie verstehen, und sie bat sie, zum Buchenwalde auf der jütischen Halbinsel zu fliegen, wo ein Grab aus Stein und Reisig aufgerichtet war, sie bat sie, alle kleinen Vögel zu bitten, über dem Grabe zu wachen und all ihre Lieder darüber zu singen.

Und die Nachtigall flog, und die Zeit flog dahin.

Auf der Pyramide stand zur Erntezeit der Adler, er sah einen stattlichen Zug reichbeladener Kamele, köstlich gekleideter, bewaffneter Männer auf schnaubenden arabischen Rossen, heranziehen. Silberweiß schimmerten ihre Leiber, die rötlichen Nüstern bebten, und lange, dichte Mähnen hingen bis zu den feinen Fesseln hinab. Reiche Gäste, ein königlicher Prinz aus dem Lande Arabien, schön wie ein Prinz sein muß, hielten ihren Einzug in dem stolzen Hause, wo nun das Storchnest leer stand. Die, die droben zu wohnen pflegten, waren ja jetzt im nördlichen Lande, aber bald würden sie wieder zurückkommen. – Und gerade an dem Tage kamen sie, an dem die Freude und Lust ihren Höhepunkt erreicht hatten. Hochzeitsjubel herrschte im Hause, und Klein-Helga, im Schmuck von Juwelen und Seide, war die Braut. Der Bräutigam war der junge Prinz aus dem Lande Arabien, und beide saßen am obersten Ende des Tisches zwischen Mutter und Großvater.

Aber sie schaute nicht auf des Bräutigams männlich gebräunte Wangen, auf denen der schwarze Bart sich kräuselte, sie blickte nicht in seine feurigen dunklen Augen, die sich auf sie hefteten, sie schaute hinaus, zu den blinkenden, funkelnden Sternen empor, die vom Himmel herabstrahlten.

Da rauschten draußen starke Flügelschläge durch die Luft; die Störche kamen zurück. Das alte Storchpaar, wie müde es auch von der Reise war, und wie sehr es auch der Ruhe bedurfte, flog sogleich auf das Geländer der Veranda hinab; sie wußten, welches Fest heute gefeiert wurde. Schon an der Grenze des Landes hatten sie gehört, daß Klein-Helga sie auf einer Wand hatte abmalen lassen, da sie mit zu ihrer Geschichte gehörten.

"Das ist doch eine große Ehre" sagte der Storchvater.

"Das ist sehr wenig" sagte die Storchmutter, "weniger hätte es wohl kaum sein können!"

Als Helga sie erblickte, erhob sie sich und ging zu ihnen auf die Veranda hinaus, um ihnen den Rücken zu streicheln. Das alte Storchpaar neigte die Hälse, und die jüngsten Jungen sahen zu und fühlten sich geehrt.

Helga sah zu den leuchtenden Sternen empor, die klarer und klarer erstratalten. Zwischen ihnen und ihr bewegte sich eine Gestalt, reiner noch als die Luft und dadurch sichtbar. Sie schwebte ihr näher und näher es war der tote christliche Priester, auch er kam zu ihrem Hochzeitsfeste, kam herab aus des Himmels Reichen.

"Glanz und Herrlichkeit dort droben übertrifft alles, was die Erde kennt!!" sagte er.

Und Klein-Helga betete so sanft, so innig, wie sie nie zuvor gebetet hatte, daß sie nur einen einzigen Augenblick hineinschauen dürfe, nur einen einzigen Blick in das, Himmelreich werfen dürfe zum Vater.

Und er trug sie empor zu Glanz und Herrlichkeit, überströmend von Gedanken und Tönen; nicht nur äußerlich erklang und leuchtete es um sie, die Klänge und der Glanz waren auch in ihr. Worte können es nicht wiedergeben.

"Nun müssen wir zurück, Du wirst vermißt!" sagte er.

"Nur einen Blick noch" bat sie; "nur einen einzigen kurzen Augenblick."

"Wir müssen zur Erde, alle Gäste gehen schon fort."

"Nur einen Blick den letzten."

Klein-Helga, stand wieder auf der Veranda – aber alle Fackeln draußen waren gelöscht, alle Lichter im Hochzeitssaal waren fort, die Störche fort, keine Gäste zu sehen, kein Bräutigam, alles wie fortgeweht während der drei kurzen Augenblicke.

Da überkam Helga eine Angst; sie ging durch die große, leere Halle in die nächste Kammer hinein. Dort schliefen fremde Soldaten. Sie öffnete die Seitentür, die in ihre eigene Stube hineinführte, und als sie darin zu stehen vermeinte, stand sie draußen im Garten. – So war es doch hier vorhin nicht gewesen; rötlich schimmerte der Himmel, der Tag graute herauf.

Drei Augenblicke im Himmel nur, und eine ganze Erdennacht war vergangen!

Da sah sie die Störche: sie rief zu ihnen hinauf, sprach ihre Sprache, und der Storchvater drehte den Kopf, lauschte und näherte sich.

"Du sprichst unsere Sprache!" sagte er, "was willst Du? Was führt Dich hierher, Du fremdes Weib?"

"Ich bin es ja, ich – Helga! Erkennst Du mich nicht? Vor drei Minuten sprachen wir noch zusammen, dort in der Veranda."

"Das ist ein Irrtum!" sagte der Storch; "das mußt Du alles geträumt haben."

"Nein, nein" sagte sie und erinnerte ihn an die Wikingerburg und das Wildmoor, die Reise hierher.

Da blinzelte der Storchvater mit den Augen: "Das ist ja eine alte Geschichte, die ich aus der Zeit meiner Ururgroßmutter gehört habe. Ja, gewiß war hier in Ägypten einmal eine Prinzessin aus dem Lande Dänemark, aber sie verschwand an ihrem Hochzeitsabend vor vielen hundert Jahren und kam niemals wieder. Das kannst Du selbst auf dem Denkstein hier im Garten lesen. Darein sind Schwäne und Störche gemeißelt, und zu oberst stehst Du selbst in weißem Marmor."

So war es. Klein-Helga sah es, verstand es und sank auf die Knie.

Die Sonne brach strahlend hervor, und wie einst in längstvergangener Zeit bei ihren Strahlen die Froschhaut fiel und die herrliche Gestalt sichtbar wurde, so erhob sich nun unter der Taufe des Lichts eine Schönheitsgestalt, klarer und reiner als die Luft, ein Lichtstrahl – zum Vater empor.

Der Leib verfiel in Staub, und wo er gestanden hatte, lag eine welke Lotosblume.

"Das war doch ein neuer Schluß bei der Geschichte" sagte der Storchvater; "den hätte ich nie und nimmer erwartet, aber er gefällt mir ganz gut."

"Was wohl die Jungen dazu sagen werden?" fragte die Storchmutter.

"Ja, das ist freilich das Wichtigste" sagte der Storchvater.
Storkene fortælle for deres Smaa saa mange Eventyr, alle fra Sumpen og Mosen, de ere, almindeligviis, afpassede efter Alder og Fatteevne; de mindste Unger ere fornøiede med at der siges »krible, krable, plurremurre!« det finde de udmærket, men de Ældre ville have en dybere Betydning, eller idetmindste Noget om Familien. Af de to ældste og længste Eventyr, som have holdt sig hos Storkene, kjende vi Alle det ene, det om Moses, der af sin Moder blev sat ud i Nilens Vande, fundet af Kongens Datter, fik en god Opdragelse og blev en stor Mand, som man siden ikke veed om, hvor han blev begravet. Det er ganske almindeligt!

Det andet Eventyr kjendes endnu ikke, maaskee fordi det er næsten indenlandsk. Det Eventyr er gaaet fra Storkemo'er til Storkemo'er i tusinde Aar og hver af dem har fortalt det bedre og bedre, og vi fortælle det nu allerbedst.

Det første Storkepar, som kom med det og levede ind i det, havde deres Sommer-Ophold paa Vikingens Bjælkehuus oppe ved Vildmosen i Vendsyssel; det er i Hjøring Amt, høit mod Skagen i Jylland, naar vi skulle tale med Kundskaber; det er endnu en uhyre stor Mose, man kan læse om den i Amtsbeskrivelsen. Her har været Havbund, men den har hævet sig, staaer der; den strækker sig milevidt til alle Sider omgivet af vaade Enge og gyngende Kjær, med Tørvemoser, Multebær og usle Træer; næsten altid svæver en Taage hen over den og for halvfjerdsindstyve Aar siden fandtes her endnu Ulve; den kan rigtignok kaldes »Vildmosen« og man kan tænke sig hvor vildsomt, hvor megen Sump og Sø, her har været for tusind Aar siden! ja, i det Enkelte saae man den Gang her, hvad man endnu seer: Rørene havde samme Høide, samme Slags lange Blade og violbrune Fjæderblomster, som de bære endnu, Birken stod med hvid Bark og fine, løsthængende Blade ligesom endnu, og hvad de Levende, som kom her, angaae, ja, Fluen bar sin Florsklædning med samme Snit som nu, Storkens Liv-Couleur var Hvidt med Sort og røde Strømper, derimod havde Menneskene paa den Tid et andet Kjolesnit end nu til Dags, men hver af dem, Træl eller Jæger, hvem som helst, der traadte ud paa Hængedyndet, gik det for tusind Aar siden som det endnu gaaer dem, der komme her, de plumpede i, og sank ned til Dyndkongen, som de kaldte ham, der regjerede nede i det store Mose-Rige. Gungekongen kunde han ogsaa kaldes, men vi synes nu bedst om at sige Dyndkongen; og det kaldte Storkene ham ogsaa. Meget lidt veed man om hans Regjering, men det er maaskee det Bedste.

Nær ved Mosen, tæt op til Lümfjorden, laae Vikingens Bjælkehuus med steensat Kjelder, Taarn og tre Sæt Stokværk; øverst paa Taget havde Storken bygget Rede, Storkemoder laae paa Æg og var vis paa, de vilde lykkes.

En Aften blev Storkefader noget længe ude og da han kom hjem, saae han forpjusket og iilfærdig ud.

»Jeg har noget ganske Forfærdeligt at fortælle Dig!« sagde han til Storkemoder.

»Lad være med det!« sagde hun, »husk paa, at jeg ligger paa Æg, jeg kunde have Skade af det og da virker det paa Æggene!«

»Du maa vide det!« sagde han. »Hun er kommen her, Datteren af vor Vert i Ægypten! hun har vovet Reisen herop! og væk er hun!«

»Hun, som er af Feernes Slægt! fortæl dog! Du veed, at jeg kan ikke taale at vente i denne Tid, da jeg ligger!«

»Seer Du, Mo'er! hun har dog troet paa, hvad Doctoren sagde, som Du fortalte mig; hun har troet paa, at Moseblomsten heroppe kunde hjelpe hendes syge Fader og hun er fløiet i Fjæderham med de to andre Fjæderhams-Prindsesser, der hvert Aar skulle her Nord paa for at bade sig og forynges! hun er kommen, og hun er væk!«

»Du gjør det saa vidtløftigt!« sagde Storkemoder, »Æggene kunne blive forkølede! jeg kan ikke taale at være i Spænding!«

»Jeg har passet paa!« sagde Storkefader, »og iaften, jeg gik i Rørene, hvor Hængedyndet kan bære mig, da kom tre Svaner, der var Noget ved Svinget, som sagde mig: pas paa, det er ikke heelt Svane, det er Svaneham kun! Du kjender det paa Følelsen, Mo'er! ligesom jeg, Du veed, hvad der er det Rette!«

»Ja vist!« sagde hun, »men fortæl om Prindsessen! jeg er kjed af at høre om Svaneham!«

»Her midt i Mosen, veed Du, er ligesom en Sø,« sagde Storkefader, »Du kan see et Stykke af den, naar Du vil lette Dig; derop til Rørene og det grønne Hængedynd laae en stor Elletrunte; paa den satte de tre Svaner sig, sloge med Vingerne og saae sig om; den ene af dem kastede Svanehammen, og jeg kjendte i hende vor Huus-Prindsesse fra Ægypten; hun sad nu og havde ingen anden Kappe om sig, end sit lange, sorte Haar; hun bad de to andre, hørte jeg, at passe vel paa Svanehammen, naar hun dukkede ned under Vandet for at plukke Blomsten, som hun troede at see. De nikkede og lettede, løftede paa den løse Fjæderkjole; see hvad mon de vil med den, tænkte jeg, og hun spurgte dem vistnok lige om det samme og Svar fik hun, Syn for Sagen, de fløi iveiret med hendes Fjæderham: »»Dyk Du ned!«« raabte de, »»aldrig flyver Du meer i Svaneham, aldrig seer Du Ægyptens Land! sid Du i Vildmosen!«« og saa reve de hendes Fjæderham i hundrede Stykker, saa at Fjædrene fløi rundt omkring, som om det var et Sneefog! og bort fløi de to Skarns-Prindsesser!«

»Det er rædsomt!« sagde Storkemoder, »jeg kan ikke taale at høre det! - siig mig saa, hvad der skete videre!«

»Prindsessen jamrede og græd! Taarerne trillede ned paa Elletrunten og saa rørte den sig, for det var Dyndkongen selv, ham, der boer i Mosen. Jeg saae, hvor Trunten vendte sig og saa var den ingen Trunte meer, der stak op lange, dyndede Grene, ligesom Arme; da blev det stakkels Barn forskrækket og sprang afsted ind paa det gyngende Hængedynd, men der kan det ikke bære mig, mindre hende, hun sank strax i, og Elletrunten gik ned med, det var ham der halede; der kom store, sorte Bobler og saa var der ikke Spor mere. Nu er hun begravet i Vildmosen, aldrig kommer hun med Blomst til Ægyptens Land. Du havde ikke holdt ud at see paa det, Mo'er!«

»Saadant Noget skulde Du slet ikke fortælle mig i denne Tid! det kan gaae ud over Æggene! - Prindsessen hytter sig nok! hun faaer sagtens Hjelp! havde det været mig eller Dig, een af vore, saa havde det været forbi!«

»Jeg vil dog hver Dag see efter!« sagde Storkefader, og det gjorde han.

Nu gik der en lang Tid.

Da saae han en Dag, at dybt fra Bunden skjød frem en grøn Stilk, og da den naaede op til Vandspeilet, voxte frem et Blad, bredere og altid bredere; tæt ved kom en Knop, og da Storken en Morgenstund fløi hen over den, aabnede sig, ved de stærke Solstraaler, Blomsterknoppen og midt i den laae et deiligt Barn, en lille Pige, ligesom om hun var steget op fra Bad; hun lignede i den Grad Prindsessen fra Ægypten, at Storken først troede at det var hende, der var blevet lille, men da han tænkte sig om, fandt han det rimeligere at det var hendes og Dyndkongens Barn; derfor laae hun i Aakande.

»Der kan hun da ikke blive liggende;« tænkte Storken, »i min Rede ere vi allerede saa mange! men, der falder mig Noget ind! Vikingefruen har ingen Børn, tidt ønskede hun sig en Lille, jeg faaer jo Skyld for at bringe de Smaa, nu vil jeg dog engang gjøre Alvor af det! jeg flyver til Vikingefruen med Barnet; der vil blive en Fornøielse!«

Og Storken tog den lille Pige, fløi til Bjælkehuset, slog med Næbbet Hul paa den Blæreskinds Rude, lagde Barnet ved Vikingefruens Bryst, fløi saa til Storkemo'er og fortalte, og Ungerne hørte paa det; de vare store nok dertil.

»Seer Du, Prindsessen er ikke død! hun har sendt den Lille herop, og nu er den anbragt!«

»Det har jeg jo sagt fra første Færd!« sagde Storkemoder, »tænk nu lidt paa dine egne! det er snart paa Reisetiden; det begynder af og til at krille mig under Vingerne! Gjøgen og Nattergalen ere allerede afsted, og Vagtlerne hører jeg tale om, at vi snart faae god Medvind! vore Unger staae sig nok ved Manoeuveren, kjender jeg dem ret!«

Naa, hvor Vikingefruen blev glad, da hun om Morgenen vaagnede og fandt ved sit Bryst det lille, deilige Barn; hun kyssede og klappede det, men det skreg forfærdeligt og sprællede med Arme og Been, det syntes slet ikke fornøiet; tilsidst græd det sig isøvn og som det da laae der, var det Noget af det Deiligste, man kunde see paa. Vikingefruen var saa glad, saa let, saa karsk, det bares hende for, at nu vilde vist hendes Husbond med alle hans Mænd ligesaa uventet komme, som den Lille, og saa fik hun og hele Huset travlt, for at Alt kunde være istand. De lange, couleurte Tapeter, som hun og Pigerne selv havde, vævet med Billeder af deres Afguder, Odin, Thor og Freia, som de kaldtes, bleve hængte op, Trællene maatte skure de gamle Skjolde, som der pyntedes med, Hynder bleve lagte paa Bænkene og tørt Brænde paa Ildstedet midt i Hallen, for at Baalet strax kunde tændes. Vikingefruen tog selv fat med, saa at hun ud paa Aftenen var betydelig træt og sov godt.

Da hun nu henimod Morgenen vaagnede, blev hun inderlig forskrækket, thi det lille Barn var reent borte; hun sprang op, tændte en Fyrrespaan og saae rundt om, og da laae der, hvor hun strakte sine Fødder i Sengen, ikke det lille Barn, men en stor, hæslig Padde; hun blev ganske ækel ved den, tog en svær Stang og vilde slaae Frøen ihjel, men den saae paa hende med saadanne underlige, bedrøvede Øine, at hun ikke kunde slaae til. Endnu engang saae hun rundt om, Frøen gav et fiint, ynkeligt Qvæk, hun foer sammen derved og sprang fra Sengen hen til Lugen, den smak hun op; Solen kom idetsamme frem, kastede sine Straaler lige ind i Sengen paa den store Padde, og det var med Eet som om Udyrets brede Mund trak sig sammen og blev lille og rød, Lemmerne strakte sig i den nydeligste Skikkelse, det var hendes eget lille, deilige Barn, der laae og ingen hæslig Frø.

»Hvad er dog det!« sagde hun, »har jeg drømt en ond Drøm! det er jo mit eget yndige Alfebarn, der ligger!« og hun kyssede og trykkede det til sit Hjerte, men det rev og bed om sig ligesom en vild Kattekilling.

Ikke den Dag, heller ikke den næste kom Vikingeherren, skjøndt han var paa Veien, men Vinden var imod, den blæste syd paa for Storkene. Medbør for Een er Modbør for en Anden.

I et Par Dage og Nætter blev det Vikingefruen klart, hvordan det stod sig med hendes lille Barn, det var jo en forfærdelig Trolddom, der hvilede over det. Ved Dagen var det deiligt som en Lysalf, men havde en ond, vild Natur, om Natten derimod var det en hæslig Padde, stille og klynkende, med sorrigfulde Øine; her var to Naturer, der skiftede om, baade udad og indad; det kom af, at den lille Pige, som Storken havde bragt, eiede ved Dagen sin rette Moders Ydre, men paa den Tid sin Faders Sindelag; ved Natten derimod fik det Slægtskabet med ham synligt i sit Legems * Skikkelse, derimod straalede da, inde i det, Moderens Sind og Hjerte. Hvo kunde løse denne ved Seidkunst øvede Magt. Vikingefruen havde Angest og Bedrøvelse derover, og dog hang hendes Hjerte ved den stakkels Skabning, om hvis Tilstand hun ikke troede at turde fortælle sin Husbond, naar han nu snart kom hjem, thi da vilde han vist, som Skik og Brug var, lægge det stakkels Barn ud paa Alfarvei og lade det tage af hvem, der vilde. Det nænte den skikkelige Vikingefrue ikke, han skulde kun ved den lyse Dag faae Barnet at see.

En Morgenstund susede Storkevingerne hen over Taget; der havde om Natten over hundrede Storkepar udhvilet sig efter den store Manoeuver, nu fløi de op for at drage Syd paa.

»Alle Mand færdig!« hed det, »Kone og Børn med!«

»Jeg er saa let!« sagde Storkeungerne, »det kribler og krabler mig lige ud i Benene som om jeg var fyldt med levende Frøer! hvor det er deiligt at skulle reise udenlands!«

»Hold Jer i Flokken!« sagde Fader og Moder, »og lad ikke Knebbren gaae saa meget, det tager paa Brystet!«

Og de fløi.

I samme Stund klang Luren hen over Heden, Vikingen var landet med alle sine Mænd; de vendte hjem med rigt Bytte fra den galliske Kyst, hvor Folket, som i Bretland, i deres Skræk sang:

»Fri os fra de vilde Normanner!«


Naa, hvor der blev Liv og Lystighed i Vikingeborgen ved Vildmosen. Mjødkarret kom ind i Hallen, Baalet blev tændt og Heste bleve slagtede; her skulde ordentligt brases op. Offergoden sprængte det varme Hesteblod paa Trællene som Indvielse; Ilden knittrede, Bøgen trak hen under Loftet, Soden dryppede fra Bjælken, men det var man vant til. Gjester vare indbudte, og de fik gode Gaver, glemt var Rænker og Falskhed; drukket blev der, og de kastede hverandre de gnavede Knokler i Ansigtet, det var Tegn paa godt Humeur. Skjalden, - det var saadan en Slags Spillemand, men som ogsaa var Krigsmand, havde været med dem og vidste hvad det var han sang om, - gav dem en Vise, hvori de hørte om alle deres Krigsgjerninger og Mærkeligheder; ved hvert Vers kom det samme Omqvæde: »Formue døer, Frænder døe, selv døer man ligerviis, men aldrig døer et herligt Navn!« og saa sloge de Alle paa Skjolde og hamrede med Kniven eller et Knokkelbeen paa Bordpladen, saa at det kunde høres.

Vikingefruen sad paa Tværbænken i den aabne Gildeshal, hun havde Silkekjole, Guld-Armringe og store Ravperler; hun var i sin bedste Stads, og Skjalden nævnede ogsaa hende i sin Sang, talte om den gyldne Skat, hun havde bragt sin rige Husbond, og denne var rigtig glad i det deilige Barn, han havde kun seet det ved Dagen i al dets Deilighed; Vildskaben, der var ved det, syntes han godt om; hun kunde blive, sagde han, en drabelig Skjoldmø, der slog sin Kæmpe! ikke vilde hun blinke med Øinene, naar øvet Haand, i Spøg, hug med det skarpe Sværd Øienbrynene af hende.

Mjødkarret blev tømt, et nyt kjørt op, ja der blev drukket fyldeligt, det var Folk, der kunde taale fuldt op. Det Ordsprog var der dengang: »Qvæget veed, naar det skal gaae hjem fra Græsning, men uklog Mand kjender aldrig sin Maves Maal«. Ja, det vidste man, men man veed Eet og gjør et Andet! man vidste ogsaa, at »Kjær bliver kjedelig, naar han sidder længe i anden Mands Huus!« men man blev dog her, Suul og Mjød er en god Ting! det gik lysteligt; og til Natten sov Trællene i den varme Aske, dyppede Fingrene i den fede Sod og slikkede dem. Det var en rar Tid!

Endnu engang i Aaret drog Vikingen paa Tog, uagtet Efterhøstens Storme reiste sig; han gik med sine Mænd til Bretlands Kyst, det var jo »bare over Vandet«, sagde han, og hans Huusfrue blev tilbage med sin lille Pige, og vist var det, at Pleiemoderen snart næsten holdt mere af den stakkels Padde med de fromme Øine og de dybe Suk, end af Deiligheden, der rev og bed om sig.

Den raae, vaade Efteraars-Taage, »Mundløs«, der gnaver Bladene af, laae hen over Skov og Hede, »Fugl Fjæderløs«, som de kalde Sneen, fløi tæt paa hinanden, Vinteren var paa Vei; Spurvene toge Storke-Reden i Beslag og raisonnerede paa deres Viis over det fraværende Herskab; dette selv, Storkeparret med alle Ungerne, ja hvor vare de nu?

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Storkene vare nu i Ægyptens Land, hvor Solen skinnede varmt, som hos os paa en deilig Sommerdag, Tamarinder og Akasier blomstrede rundt om, Muhameds Maane straalede blank fra Tempel-Kuplerne; paa de slanke Taarne sad mangt et Storkepar og hvilede ud efter den lange Reise; hele store Flokke havde Rede ved Rede paa de mægtige Søiler og sønderbrudte Buer af Templer og glemte Steder; Daddelpalmen løftede sit Skjærmtag høit op, som om den vilde være Solskjærm. De hvidgraae Pyramider stode som Skyggerids paa den klare Luft henimod Ørkenen, hvor Strudsen viste, den kunde bruge sine Been, og Løven sad med store, kloge Øine og saae paa Marmor-Sphinxen, der laae halv begravet af Sandet. Nilens Vande vare traadte tilbage, hele Flodleiet mylrede med Frøer og det var nu for Storkefamilien det allerdeiligste Skue i dette Land. Ungerne troede, at det var Øien-Forblindelse, saa mageløst fandt de det Hele.

»Saadanne er det her, og saadanne have vi det altid i vort varme Land!« sagde Storkemoder, og det kriblede de Smaa i Maven.

»Faae vi endnu Mere at see?« sagde de, »skal vi meget meget længer ind i Landet?«

»Der er ikke Noget videre at see!« sagde Storkemoder; »ad den frodige Kant er kun vildsom Skov, hvor Træerne voxe i hverandre og filtres sammen af piggede Slyngplanter, kun Elephanten med sine plumpe Been kan der træde sig Vei; Slangerne ere os for store og Fiirbenene for muntre. Ville I ad Ørkenen til, saa faae I Sand i Øinene, gaaer det fiint til og gaaer det grovt til, komme I ind i en Sandhose; nei, her er bedst! her er Frøer og Græshopper! her bliver jeg og I med!«

Og de bleve; de Gamle sade i deres Rede paa den slanke Minaret, hvilede sig og havde dog travlt med at glatte Fjædrene og gnide med Næbbet paa de røde Strømper; saa løftede de Halsene, hilsede gravitetisk og hævede Hovedet med den høie Pande og de fine, glatte Fjædre, og deres brune Øine straalede saa klogt. Hun-Ungerne gik gravitetisk om mellem de saftige Rør, skottede efter de andre Storke-Unger, gjorde Bekjendtskab og slugte ved hvert tredie Skridt en Frø, eller gik og dinglede med en lille Slange, det tog sig godt ud, troede de, og det smagte. Han-Ungerne gjorde Klammeri, baskede hinanden med Vingerne, hug med Næbbet, ja stak til Blods, og saa blev den forlovet og den forlovet, Han-Ungerne og Hun-Ungerne, det var jo det, de levede for; og de byggede Rede, og kom saa igjen i nyt Klammeri, for i de hede Lande ere de nu Alle saa hidsige, men fornøieligt var det, og især en stor Glæde for de Gamle: Alting klæder Ens Unger! hver Dag var her Solskin, hver Dag fuldtop at æde, man kunde kun tænke paa Fornøielse. - Men inde i det rige Slot hos den ægyptiske Husvert, som de kaldte ham, var den slet ikke tilhuse.

Den rige, mægtige Herre laae paa Løibænk, stiv i alle sine Lemmer, udstrakt som en Mumie, midt i den store Sal med de broget malede Vægge; det var ligesom om han laae i en Tulipan. Slægtninge og Tjenere stode om ham, død var han ikke, leve kunde man heller ikke ret sige at han gjorde; den frelsende Moseblomst fra de nordlige Lande, den, der skulde søges og plukkes af Den, som høiest elskede ham, vilde aldrig blive bragt. Hans unge, deilige Datter, som i Svaneham fløi over Hav og Lande, høit mod Norden, skulde aldrig vende tilbage; »hun er død og borte!« havde de to hjemvendte Svane-Jomfruer meldt; de havde sat en heel Historie sammen derom, den fortalte de:

»Vi fløi alle Tre høit i Luften, da saae en Jæger os og afskjød sin Piil; den ramte vor unge Veninde, og langsomt syngende sit Farvel sank hun, som en døende Svane, ned midt i Skovsøen; der ved Bredden under en duftende Hængebirk begravede vi hende! Dog Hævn have vi taget; Ild bandt vi under Vingen paa Svalen, der byggede under Jægerens Rør-Tag, det tændtes, Huset slog op i Lue, han brændte inde, det lyste ud over Søen hen til den heldende Hængebirk, hvor hun nu er Jord i Jorden; aldrig kommer hun til Ægyptens Land!«

Og saa græd de begge To, og Storkefader, den Gang han hørte det, knebbrede med Næbbet, saa at det skraldede efter:

»Løgn og Paafund!« sagde han. »Jeg kunde have Lyst til at jage dem Snabelen lige ind i Brystet!«

»Og brække den af!« sagde Storkemoder, »saa kom Du til at see godt ud! tænk først paa Dig selv og saa paa din Familie, alt Andet ligger udenfor!«

»Jeg vil dog sætte mig paa Randen af den aabne Kuppel imorgen, naar alle de Lærde og Vise samles for at tale om den Syge; maaskee de saa komme Sandheden lidt nærmere!«

Og de Lærde og Vise kom sammen og talte meget, vidt og bredt, som Storken ikke kunde faae Noget ud af, - og der kom heller ikke Noget ud deraf for den Syge, eller for Datteren i Vildmosen; men derfor kunne vi gjerne høre lidt paa det, man maa jo høre paa saa Meget.

Men nu er det rigtigst ogsaa at høre og vide hvad der var gaaet forud, saa ere vi bedre med i Historien, idetmindste ligesaa meget som Storkefader.

»Kjærlighed føder Liv! den høieste Kjærlighed føder det høieste Liv! kun gjennem Kjærlighed er Livets Frelse for ham at vinde!« var der blevet sagt, og det var overmaade klogt og godt sagt, forsikkrede de Lærde.

»Det er en kjøn Tanke!« sagde strax Storke fader.

»Jeg forstaaer den ikke rigtigt!« sagde Storkemoder, »og det er ikke min Skyld, men Tankens, dog det kan da ogsaa være det samme, jeg har Andet at tænke paa!«

Og nu havde de Lærde talt om Kjærligheden mellem Dit og Dat, Forskjellen der var, Kjærligheden, som Kjærestefolk fornam, og den mellem Forældre og Børn, mellem Lyset og Væxterne, hvorledes Solstraalen kyssede Dyndet og at Spiren derved kom frem - det var saa vidtløftigt og lærd sat ud, at det blev umuligt for Storkefader at følge med, end sige at gjentage det; han blev ganske tankefuld derved, lukkede Øinene halvt i og stod paa eet Been en heel Dag derefter; Lærdommen var ham saa svær at bære.

Dog det forstod Storkefader, han havde hørt baade Smaafolk og de Allerfornemste tale lige ud af Hjertebunden, at det var en stor Ulykke for mange Tusinder og for Landet med, at den Mand laae syg og ikke kunde komme sig; Glæde og Velsignelse vilde det være, om han fik sin Sundhed igjen. »Men hvor voxer Sundhedsblomsten for ham?« derom havde de spurgt Allesammen, spurgt i lærde Skrifter, i blinkende Stjerner, i Veir og Vind, spurgt ad alle de Omveie, der vare at finde, og tilsidst havde de Lærde og Vise, som sagt, faaet det ud: »Kjærlighed føder Liv, Livet til Faderen,« og der sagde de mere end de selv forstode; de gjentoge og skrev da op som Recept: »Kjærlighed føder Liv«, men hvorledes hele den Ting efter Recepten skulde laves sammen, ja derved stod man. Tilsidst bleve de enige derom, Hjelpen maatte komme ved Prindsessen, hun, der med hele sin Sjæl og sit Hjerte holdt af denne Fader. Man faldt endeligt ogsaa paa, hvorledes det kunde bringes istand, ja det var nu mere end Aar og Dag siden, hun skulde om Natten, naar Nyet der tændtes, igjen var nede, begive sig ud til Marmor-Sphinxen ved Ørkenen, kaste Sandet bort fra Døren i Fodstykket, og der, gaae gjennem den lange Gang, som førte ind midt i en af de store Pyramider, hvor en af Oldtids mægtige Konger, omgivet af Pragt og Herlighed, laae i Mumie-Hylster; her skulde hun helde sit Hoved til den Døde, og da vilde aabenbares hende, hvor Liv og Frelse for hendes Fader var at vinde.

Alt det havde hun udført, og i Drømme erfaret, at fra den dybe Mose oppe i det danske Land, Stedet var blevet ganske nøiagtigt betegnet, maatte hun hjembringe den Lotus-Blomst, der i Vandets Dyb havde berørt hendes Bryst, da vilde han frelses.

Og derfor fløi hun i Svaneham fra Ægyptens Land op til Vildmosen. See, alt Dette vidste Storkefader og Storkemoder, og nu veed vi det tydeligere, end vi før vidste det. Vi veed, at Dynd-Kongen drog hende ned til sig, veed, at hun for dem i Hjemmet er død og borte; kun den Viseste af dem Alle sagde endnu, ligesom Storkemoder: »hun hytter sig nok!« og det vilde de da vente paa, for de vidste ikke noget Bedre.

»Jeg troer, at jeg rapser Svanehammen fra de to Skarns-Prindsesser!« sagde Storkefader, »saa kunne de da ikke komme til Vildmosen at gjøre Fortræd; Svanehammene selv gjemmer jeg deroppe til der er Brug for dem!«

»Hvor oppe gjemmer Du dem?« spurgte Storkemoder.

»I vor Rede ved Vildmosen!« sagde han. »Jeg og vore yngste Unger kunne hjelpes ad med at føre dem, og blive de os for besværlige, saa er der Steder nok paa Veien til at skjule dem til næste Trækning. Een Svaneham var vel nok for hende, men to ere bedre; det er godt at have meget Reisetøi i et nordligt Land!«

»Du faaer ikke Tak for det!« sagde Storkemoder, »men Du er jo Herre! jeg har ikke Noget at sige uden i Liggetiden!«

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I Vikingeborgen ved Vildmosen, hvorhen Storkene fløi mod Vaaren, havde den lille Pige faaet Navn; Helga havde de kaldt hende, men det Navn var altfor blødt for et saadant Sind, som det, den deiligste Skikkelse her havde; Maaned for Maaned kom det mere frem, og i Aaringer, ja, medens Storkene gjorde samme Reise, i Høst mod Nilen, i Foraar mod Vildmosen, blev det lille Barn en stor Pige, og før man tænkte derover, var hun den deiligste Jomfru i sit sextende Aar; deilig af Skal, men haard og * beesk af Kjærne, vildere end de Fleste i denne haarde, mørke Tid.

Det var hende en Lyst at stænke med sine hvide Hænder det dampende Blod af den slagtede Offerhest; hun bed i Vildskab Halsen over paa den sorte Hane, som Offergoden skulde slagte, og til sin Pleiefader sagde hun i fuld Alvor:

»Kom din Fjende og slog Toug om Bjælkehovederne af Taget, lettede det over dit Kammer, medens Du sov, jeg skulde ikke vække Dig om jeg kunde! jeg hørte det ikke, saaledes surrer Blodet mig endnu om det Øre, hvorpaa Du for Aaringer siden gav mig en Kindhest, Du! Jeg husker!«

Men Vikingen troede ikke paa de Ord, han var, ligesom de Andre, daaret af hendes Deilighed; vidste heller ikke om, hvorledes Sind og Skind skiftede hos liden Helga. Uden Sadel sad hun, som groet fast til Hesten, der jog i fuldt Løb, og ikke sprang hun af, om den bedes med de andre ondsindede Heste. I alle sine Klæder kastede hun sig tidt fra Skrænten ud i Fjordens stærke Strømning, og svømmede Vikingen imøde, naar hans Baad styrede mod Land. Af sit deilige, lange Haar skar hun den længste Lok og flettede sig deraf en Stræng til sin Bue:

»Selvgjort er velgjort!« sagde hun.

Vikingefruen var vel efter Tid og Vane stærk i Villie og Sind, men mod Datteren var hun at ligne som en blød, angest Qvinde; hun vidste jo ogsaa, at det var Trolddom, der hvilede over det forfærdelige Barn.

Det var som om Helga, ret af ond Fornøielse, lidt for ofte fandt paa, naar Moderen stod paa Svalen eller traadte ud i Gaarden, at sætte sig op paa Brøndkanten, slaae med Arme og Been, og derpaa lade sig plumpe ned i det snevre, dybe Hul, hvor hun, med Frø-Naturen, dukkede og løftede sig igjen, kravlede saa, ligesom om hun var en Kat, og kom drivende af Vand ind i Høisalen, saa at de grønne Blade, der vare strøede paa Gulvet, vendte sig i den vaade Strøm.

Dog eet Baand var der, som holdt liden Helga, det var Aftenskumringen; i den blev hun stille og ligesom eftertænksom, lod sig kalde og føre; da ligesom drog en indre Fornemmelse hende til Moderen, og naar Solen sank og Forvandlingen ude og inde fulgte, sad hun der stille, sørgmodig, skrumpet sammen i Padde-Skikkelsen, Kroppen var vel nu langt større end dette Dyrs, men just derved desgrueligere; hun saae ud som en ynkelig Dværg med Frø-Hoved og Svømmehud mellem Fingrene. Der var Noget saa bedrøveligt i de Øine, hun saae med, Stemmen havde hun ikke, kun et huult Qvæk, ret som et Barn, der hulker i Drømme; da kunde Vikingefruen tage hende paa sit Skjød, hun glemte den hæslige Skikkelse, saae kun paa de bedrøvede Øine og sagde meer end eengang:

»Næsten kunde jeg ønske, at Du altid var mit stumme Frø-Barn; Du er mere forfærdelig at see paa, naar Deiligheden vender udad!«

Og hun skrev Runer mod Seid og Syge, kastede dem over den Elendige, men Bedring viste sig ikke.

»Man skulde ikke troe, at hun har været saa lille, at hun har ligget i en Aakande!« sagde Storkefader; »nu er hun et heelt Menneske og hendes ægyptiske Moder opad Dage; hende saae vi aldrig siden! hun hyttede sig ikke, som Du og den Lærdeste troede. Jeg har nu Aar ud, Aar ind fløiet paa kryds og tværs over Vildmosen, men hun gav aldrig Tegn fra sig! Ja, det kan jeg sige Dig, jeg har i de Aaringer, jeg er kommet herop nogle Dage forud for Dig, at jeg kunde bøde paa Reden, sætte Et og Andet i Stand, fløiet en heel Nat, som om jeg var en Ugle eller Flaggermuus, idelig over det aabne Vand, men til ingen Nytte! den fik vi da heller ikke for de to Svanehamme, som jeg og Ungerne slæbte herop fra Nilens Land; det var besværligt nok, i tre Keiser toge vi dem. Nu have de ligget i mange Aar paa Bunden af Reden, og skeer her nu engang Ilds-Ulykke, skeer det, at Bjælkehuset brænder af, saa ere de da væk!«

»Og vor gode Rede er væk!« sagde Storkemoder, »den tænker Du mindre paa, end paa det Fjædertøi og din Mose-Prindsesse! Du skulde engang gaae ned til hende og blive i Dyndet! Du er en daarlig Fader for dine Egne, det har jeg sagt fra jeg laae paa Æg første Gang. Faae vi eller vore Unger bare ikke en Piil i Vingen af den gale Vikingetøs! hun veed jo ikke, hvad hun gjør. Vi ere dog lidt ældre hjemme her end hun, det skulde hun betænke; vi glemme aldrig vore Skyldigheder, vi give vore Afgifter aarlig, en Fjæder, et Æg og en Unge, som Ret er. Troer Du, at naar hun er udenfor, jeg gider gaae derned, som i gamle Dage, og som jeg gjør i Ægypten, hvor jeg er halv Kammerat med dem, uden at glemme mig, kiger i Kar og i Gryde? Nei, jeg sidder heroppe og ærgrer mig over hende - Tøs! - og jeg ærgrer mig over Dig med! Du skulde have ladet hende ligge i Aakanden, saa havde hun været væk!«

»Du er meget agtværdigere end din Tale!« sagde Storkefader - »jeg kjender Dig bedre, end Du kjender Dig selv!«

Og saa gjorde han et Hop, to tunge Vingeslag, strakte Benene bagud og fløi, seilede afsted, uden at røre Vingerne, han var et godt Stykke borte, da tog han et kraftigt Tag, Solen skinnede paa de hvide Fjædre, Hals og Hoved strakte sig fremad! Der var Fart og Sving.

»Han er dog den Deiligste endnu af dem Allesammen!« sagde Storkemoder, »men jeg siger ham det ikke.«

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Tidlig denne Høst kom Vikingen hjem med Bytte og Fanger; mellem disse var en ung, Christen Præst, een af de Mænd, der forfulgte de nordiske Landes Afguder. Ofte i den sidste Tid var i Hal og Fruerstue blevet talt om den nye Tro, der bredte sig vidt om i alle Lande Syd paa, ja ved den hellige Ansgarius endogsaa var naaet op til Hedeby ved Slien; selv liden Helga havde hørt om Troen paa den hvide Christ, der af Kjærlighed til Menneskene havde givet sig hen for at frelse dem; det var for hende, som man siger, gaaet ind ad det ene Øre og ud ad det andet; det Ord Kjærlighed syntes hun kun at have Fornemmelse for, naar hun i den ynkelige Frø-Skikkelse krøb sammen i det aflukkede Kammer; men Vikingefruen havde lyttet til og følt sig forunderlig grebet ved de Sagn og Sagaer, der gik om Sønnen af een eneste sand Gud.

Mændene, komne hjem fra Tog, havde fortalt om de prægtige Templer af hugne kostelige Stene, reiste for ham, hvis Bud var Kjærlighed; et Par svære, gyldne Kar, kunstigt udskaarne og heelt af det pure Guld, vare hjembragte, der var ved hvert en egen krydret Duft, det var Røgelsekar, som de christne Præster svang foran Altret, hvor aldrig Blod flød, men Vinen og det indviede Brød forvandledes i hans Blod, som havde givet sig hen for endnu ufødte Slægter.

I Bjælkehusets dybe, steensatte Kjelder var den fangne, unge christne Præst bragt ned, snørt med Bastbaand om Fødder og Hænder; deilig var han, »som Baldur at see!« sagde Vikingefruen og hun rørtes ved hans Nød, men ung Helga lystede, at der skulde drages et Toug gjennem hans Haser og han bindes til Halerne af de vilde Oxer.

»Saa skulde jeg slippe Hundene løs; hui! afsted over Moser og Kjær, ad Heden til! det vilde være lystigt at see, lystigere endnu at kunne følge ham paa Farten!«

Dog den Død vilde Vikingen ikke han skulde lide, men som Fornægter og Forfølger af de høie Guder, imorgen den Dag offres paa Blodstenen i Lunden, det var første Gang at her et Menneske offredes.

Ung Helga bad om hun maatte bestænke Gudebillederne og Folket med Blodet af ham; hun sleb sin blanke Kniv og da een af de store, glubske Hunde, hvoraf der var nok paa Gaarden, løb hende hen over Fødderne, stak hun den Kniven ind i Siden: »Det er for at prøve den!« sagde hun, og Vikingefruen saae bedrøvet paa den vilde, ondsindede Pige, og da Natten kom og Skjønheds Skikkelsen hos Datteren i Krop og Sjæl skiftede om, talte hun til hende Sorgens varme Ord, ud af en bedrøvet Sjæl.

Den grimme Padde med Troldens Krop stod foran og heftede de brune, sorgfulde Øine paa hende, hørte og syntes at forstaae med Menneskets Tanke.

»Aldrig, selv til min Husbond, er det kommet paa min Tunge om hvad dobbelt jeg lider ved Dig!« sagde Vikingefruen, »der er mere Ynk i mit Hjerte over Dig, end jeg selv troede! stor er en Moders Kjærlighed! men aldrig kom Kjærlighed i dit Sind! Dit Hjerte er som en kold Dyndklump! hvorfra er Du dog kommet i mit Huus!«

Da sittrede forunderligt den ynkelige Skikkelse, det var som om de Ord berørte et usynligt Baand mellem Legem og Sjæl, der kom store Taarer i Øinene.

»Din haarde Tid vil engang komme!« sagde Vikingefruen, »gruelig vil den blive ogsaa for mig! - bedre om Du, som Barn var stillet ud paa Alfarvei, og Nattekulden havde lullet Dig til Døde!« Og Vikingefruen græd de salte Taarer og gik vred og bedrøvet bort, om bag det løse Skindtæppe, der hang over Bjælken og deelte Stuen.

Alene sad i Krogen den sammenskrumpne Padde; der var lydløst, men efter korte Mellemrum kom, inde i hende, et halvqvalt Suk; det var, som om, i Smerte, et Liv fødtes i Hjertets Vraa. Hun gjorde et Skridt frem, lyttede, gik atter et Skridt og greb nu med de ubehjelpelige Hænder om den tunge Stang, der var skudt for Døren; sagte fik hun den fra, stille trak hun bort Pinden, der var stukket ind over Klinken; hun greb den tændte Lampe, der stod i Kamret foran; det var som en stærk Villie gav hende Kræfter; hun drog Jernpinden ud af den stængede Lem, listede sig ned til Fangen; han sov; hun rørte ved ham med sin kolde, klamme Haand, og da han vaagnede og saae den hæslige Skikkelse, gøs han, som for et ondt Syn. Hun drog sin Kniv, overskar hans Baand og vinkede ad ham, at han skulde følge hende.

Han nævnede hellige Navne, gjorde Korsets Tegn, og da Skikkelsen stod uforandret, sagde han Bibelens Ord:

»Salig er Den, som handler forstandigen mod den Ringe; Herren skal redde ham paa en ond Dag! - Hvo er Du? Hvorfra dette Ydre af Dyret og dog fuld af Barmhjertighedens Gjerning!«

Paddeskikkelsen vinkede, og førte ham bag skjulende Tæpper, hen ad en eensom Gang, ud til Stalden, pegede paa en Hest, han svang sig op paa den, men ogsaa hun satte sig der forrest og holdt i Dyrets Manke. Den Fangne forstod hende og i hurtig Trav rede de en Vei, som han aldrig vilde have fundet, ud til den aabne Hede.

Han glemte hendes hæslige Skikkelse, Herrens Naade og Barmhjertighed fornam han virkede gjennem Utysket; fromme Bønner bad han og hellige Sange istemte han; da sittrede hun, var det Bønnens og Sangens Magt, der virkede her, eller var det Kulde-Gyset ved Morgenen, der snart vilde komme? hvad var det vel hun fornam? hun løftede sig høit i Veiret, vilde standse Hesten og springe ned; men den christne Præst holdt hende fast med al sin Kraft, sang høit en Psalme, som mægtede den at løse Trolddommen, der holdt hende i den hæslige Frø-Skikkelse, og Hesten jog vildere frem, Himlen blev rød, den første Solstraale trængte gjennem Skyen, og ved det klare Væld af Lyset kom Omskiftelsen, hun var den unge Deilighed med det dæmoniske, onde Sind; han holdt den skjønneste, unge Qvinde i sine Arme og forfærdedes derover, sprang ned fra Hesten, standsede den, i det han troede at møde en ny ødelæggende Trolddom; men ung Helga var i samme Spring ogsaa paa Jorden, den korte Barnekjole naaede hende kun til Knæet; den skarpe Kniv rev hun af sit Bælte og styrtede ind paa den Overraskede.

»Lad mig naae Dig!« raabte hun, »lad mig naae Dig, og Kniven skal komme op i Dig! Du er jo bleg som Hø! Træl! skjægløs!«

Hun trængte ind paa ham; de brødes i en svær Kamp, men det var som om en usynlig Kraft gav den christne Mand Styrke; han holdt hende fast, og det gamle Egetræ tæt ved kom ham til Hjelp ved ligesom med sine fra Jorden halv løsnede Rødder at binde hendes Fødder, der vare gledne ind under dem. Tæt ved sprudlede en Kilde, han stænkede hende med det friske Væld over Bryst og Ansigt, bød den urene Aand fare ud og signede hende efter christelig Brug, men Daabens Vand har ikke Kraft der, hvor ikke Troens Væld ogsaa strømmer indenfra.

Og dog var han ogsaa heri den Stærke; ja meer end Mands Styrke mod den stridende onde Kraft laae der i hans Gjerning, den ligesom betog hende, hun lod Armene synke, saae med forundrede Blikke og blegnende Kinder paa denne Mand, der syntes en mægtig Troldmand, stærk i Seid og hemmelig Kunst; det var mørke Runer, han læste, Lønstaver, han tegnede i Luften! Ikke for den blinkende Øxe eller skarpe Kniv, om han havde svunget den mod hendes Øine, vilde hun have gjort et Blink, men hun gjorde det, da han skrev Korsets Tegn paa hendes Pande og Bryst; og sad hun nu som en tam Fugl, Hovedet bøiede sig mod Brystet.

Da talte han mildt til hende om den Kjærlighedens Gjerning, hun havde øvet mod ham i denne Nat, da hun i Frøens hæslige Ham var kommen, havde løst hans Baand og ført ham ud til Lys og Liv; hun var ogsaa bunden, bunden med trangere Baand, end han, sagde han, men ogsaa hun skulde, og ved ham, komme til Lys og Liv. Til Hedeby, til den hellige Ansgarius, vilde han bringe hende, der, i den christne Stad, vilde Fortryllelsen hæves; men ikke foran paa Hesten, selv om hun godvillig sad der, turde han føre hende.

»Bag paa Hesten maa du sidde, ikke foran mig! Din Trolddoms Skjønhed har en Magt, som er fra det Onde, jeg frygter den - og dog er Seiren for mig i Christo!«

Han bøiede sine Knæ, bad saa fromt og inderligt! det var som om den tause Skov-Natur indviedes derved til en hellig Kirke; Fuglene begyndte at synge som hørte de med til den nye Menighed, de vilde Krusemynter duftede som vilde de erstatte Ambra og Røgelse; høit forkyndte han Skriftens Ord: »Lyset fra det Høie har besøgt os, for at skinne for dem, som sidde i Mørket og i Dødens Skygge, at styre vore Fødder paa Fredens Vei! -«

Og han talte om Alnaturens Forlængsel, og mens han talte stod Hesten, der havde baaret dem i vildt Løb, stille og ruskede i de store Brombærranker, saa at de modne, saftige Bær faldt paa liden Helgas Haand, bydende sig selv til Vederqvægelse.

Hun lod sig taalmodig løfte op paa Hestens Ryg, sad der som en Søvngjængerske, der ikke vaager og dog ikke vandrer. Den christne Mand bandt to Grene sammen med et Bastbaand, at de dannede et Kors, det holdt han høit i Haanden og saa red de gjennem Skoven, der blev tættere, Veien dybere, eller slet ingen Vei. Slaaentornen stod som Vei-Bom, man maatte ride uden om den; Kilden blev ikke til rindende Bæk, men til staaende Mose, man maatte ride uden om den. Der laae Styrke og Vederqvægelse i den friske Skovluft, der laae en ikke ringere Kraft i Mildhedens Ord, der klang i Tro og Christen-Kjærlighed, i den inderlige Trang til at føre den Betagne til Lys og Liv.

Regndraaben, siger man jo, huler den haarde Steen, Havets Bølger gjøre i Tiden de afrevne kantede Klippe-Stene runde, Naadens Dug, som var oprundet for liden Helga, hulede det Haarde, rundede det Skarpe; vel var det ikke at kjende, hun vidste det ikke selv, hvad veed Spiren i Jorden, ved det qvægende Væde og den varme Solstraale, at den gjemmer i sig Væxt og Blomst.

Som Moderens Sang for Barnet umærkeligt hefter sig i Sindet, og det laller efter de enkelte Ord, uden at forstaae dem, men disse siden samle sig i Tanken og i Tiden blive klarere, saaledes virkede ogsaa her Ordet, der mægter at skabe.

De rede ud af Skoven, hen over Heden, atter igjennem veiløse Skove, da mødte de henimod Aften Røvere.

»Hvor har Du stjaalet den deilige Glut!« raabte de, stoppede Hesten, rev de to Ridende ned, thi mandsstærke vare de. Præsten havde ikke andet Værge end Kniven, som han havde taget fra liden Helga, den stødte han om sig med, een af Røverne svingede sin Øxe, men den unge, christne Mand gjorde et lykkeligt Spring tilside, ellers var han bleven ramt, nu foer Øxens Eg dybt ind i Hestens Hals, saa Blodet strømmede ud og Dyret styrtede til Jorden; da foer liden Helga, som vækket af sin lange, dybe Tanke-Hvile, hen og kastede sig over det gispende Dyr; den christne Præst stillede sig foran hende til Værn og Værge, men een af Røverne svingede sin tunge Jernhammer mod hans Pande, saa at den knustes og Blod og Hjerne sprøitede rundt om, død faldt han til Jorden.

Røverne grebe liden Helga om hendes hvide Arm, da gik Solen i det samme ned, den sidste Solstraale slukkedes og hun forvandledes til en hæslig Padde; den hvidgrønne Mund gik ud over det halve Ansigt, Armene bleve tynde og slimede, en bred Haand med Svømmehud bredte sin Vifte-Form; - da slap Røverne hende forfærdet; hun stod som det hæslige Udyr midt imellem dem og efter Frøens Natur hoppede hun i Veiret, høiere, end hun selv var og forsvandt i Tykningen; da mærkede Røverne, at det var Lokes onde List, eller hemmelig Seid-Kunst og forfærdet skyndte de sig bort derfra.

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Fuldmaanen var alt oppe, snart gav den Glands og Lysning, og frem fra Krattet krøb, i Frøens ynkelige Ham, liden Helga; hun standsede ved Liget af den christne Præst og ved sin dræbte Ganger, hun saae paa dem med Øine, som syntes at græde; Frøhovedet gav et Qvæk, som om et Barn brister i Graad. Hun kastede sig snart over den Ene, snart over den Anden, tog Vand i Haanden, der ved Svømmehuden blev større og mere huul og gød det over dem. Døde vare de, døde vilde de blive! hun forstod det. Snart kunde de vilde Dyr komme og æde deres Krop; nei, det maatte ikke skee! derfor gravede hun i Jorden saa dybt hun mægtede det; en Grav vilde hun aabne for dem, men hun havde kun, til at grave med, en haard Trægreen og begge sine Hænder, men paa dem spændte mellem Fingrene Svømmehuden, den revnede, Blodet flød. Hun begreb, at Arbeidet vilde ikke lykkes hende; da tog hun Vand og af vaskede den Dødes Ansigt, bedækkede det med friske, grønne Blade, bar store Grene hen og lagde over ham, rystede Løv derind imellem, tog saa de sværeste Stene, hun mægtede at løfte, lagde dem over de døde Legemer og tilstoppede Aabningerne med Mos, da troede hun, at Gravhøien var stærk og fredet, men under dette tunge Arbeide var Natten skredet hen, Solen brød frem - og liden Helga stod i al sin Deilighed, med blødende Hænder og for første Gang med Taarer paa de rødmende, jomfruelige Kinder.

Da var det i Forvandlingen, som to Naturer brødes inde i hende; hun sittrede, saae omkring sig, som vaagnede hun af en ængstende Drøm, foer derpaa hen til den slanke Bøg, holdt sig fast ved den, for dog at have en Støtte, og snart, i et Nu, klattrede hun, som en Kat, op i Træets Top, og klamrede sig fast; hun sad der som et ængstet Egern, sad der den lange Dag i den dybe Skov-Eensomhed, hvor Alt er stille og dødt, siger man jo! - dødt, ja der fløi et Par Sommerfugle om hinanden, i Leeg eller Strid; der var tæt ved nogle Myretuer, hver med flere Hundrede travle Smaaskabninger, der mylrede frem og tilbage; i Luften dandsede utallige Myg, Sværm ved Sværm; der joge forbi Skarer af surrende Fluer, Vor Herres Høns, Guldsmede og andre vingede Smaadyr, Regnormen krøb frem fra den vaade Grund, Muldvarpene skjøde op, - forresten var det stille, dødt rundt om, dødt, som man siger og forstaaer det. Ingen lagde Mærke til liden Helga uden Skovskaderne der fløi skrigende om Træets Top, hvor hun sad; de hoppede hen ad Grenene mod hende i dristig Nysgjerrighed; et Blink af hendes Øie var et Blink, der jog dem bort igjen, - men de bleve ikke klogere paa hende og hun ikke heller paa sig selv.

Da Aftenen var nær, og Solen begyndte at synke, kaldte Forvandlingen hende til ny Bevægelse; hun lod sig glide ned af Træet, og idet den sidste Solstraale slukkedes, stod hun der i Frøens sammenkrympede Skikkelse, med Hændernes sønderrevne Svømme-Hinder, men Øinene straalede nu med en Skjønheds-Glands, som de knap eiede før i Deilighedens Skikkelse; det var de mildeste, fromme Pige-Øine, der lyste frem bag Frø-Larven, de vidnede om det dybe Sind, det menneskelige Hjerte; og Skjønheds-Øinene brast i Graad, græd Hjertets tunge Lettelses-Taarer.

Der laae endnu ved den reiste Grav det Kors af Grene, der med Bast-Baand var bundet sammen, det sidste Arbeide af ham, som nu var død og borte; liden Helga tog det, Tanken kom af sig selv, hun plantede det mellem Stenene over ham og den dræbte Hest; ved Erindringens Vemod brøde Taarer frem, og i denne Hjerte-Stemning ridsede hun det samme Tegn ind i Jorden rundt om Graven, det hegnede saa pynteligt om den, - og i det hun med begge Hænder ridsede Korsets Tegn, faldt Svømmehuden, som en sønderreven Handske af, og da hun vaskede sig i Kildens Væld, og undrende saae paa sine fine, hvide Hænder, gjorde hun atter Korsets Tegn i Luften, mellem sig og den Døde, da bævede hendes Læber, da rørte sig hendes Tunge og det Navn, hun oftest paa Ridtet gjennem Skoven havde hørt udsjunget og udtalt, blev lydeligt fra hendes Mund, hun sagde det: »Jesus Christ!«

Da faldt Paddehammen, hun var den unge Deilighed; - dog Hovedet bøiede sig træt, Lemmerne trængte til Hvile, - hun sov.

Men Søvnen var kun kort; ved Midnat blev hun vækket; foran hende stod den døde Hest, saa straalende, fuld af Liv, det lyste ud af Øinene og ud af den saarede Hals; tæt ved den viste sig den dræbte, christne Præst; »skjønnere end Baldur!« vilde Vikingefruen have sagt, og dog kom han som i Ildsluer.

Der var en Alvor i de store, milde Øine, en Retfærdighedens Dom, et saa gjennemtrængende Blik, at det lyste ligesom ind i Hjertets Kroge hos den Prøvede. Liden Helga sittrede derved, og hendes Hukommelse vaktes med en Kraft som paa Dommens Dag. Alt hvad Godt der var ydet hende, hvert kjærligt Ord der var sagt hende, blev ligesom levende gjort; hun forstod, at det var Kjærligheden, der havde holdt hende oppe her i Prøvelsens Dage, i hvilke Afkom af Sjæl og Dynd gjærer og stræber; hun erkjendte, at hun kun havde fulgt Stemningernes Tilskyndelser, og selv Intet gjort for sig; Alt var blevet givet hende, Alt var ligesom blevet ledet; hun bøiede sig ringe, ydmyg, skamfuld for Den, der maatte kunde læse hver Fold i Hjertet; og i dette Øieblik fornam hun som et Lynblink af Luttrelsens Flamme, den hellige Aands Lue.

»Du Dyndets Datter!« sagde den christne Præst: »Af Dynd, af Jord est Du kommen, - af Jord skal Du igjen opstaae! Solstraalen i Dig gaaer legemsbevidst tilbage til sit Ophav, Straalen ikke fra Sol-Legemet, men Straalen fra Gud! Ingen Sjæl skal fortabes, men langt er det Timelige, der er Livsens Flugt i det Evige. - Jeg kommer fra de Dødes Land; ogsaa Du skal engang reise gjennem de dybe Dale ind i det lysende Bjergland, hvor Naaden og Fuldendelsen boer. Jeg fører Dig ikke til Hedeby efter Christen-Daab, først maa Du sprænge Vandskjoldet over den dybe Mosegrund, drage den levende Rod op for dit Liv og din Vugge, øve din Gjerning før Indvielsen tør komme.«

Og han løftede hende op paa Hesten, rakte hende et gyldent Røgelsekar som det, hun før havde seet i Vikingeborgen, der kom en Duft saa sød og stærk derfra. Pandens aabne Vunde paa den Dræbte lyste som et straalende Diadem; Korset tog han fra Graven, løftede det høit i Veiret, og nu foer de afsted gjennem Luften, hen over den susende Skov, hen over Høiene hvor Kæmperne vare jordede, siddende paa deres dræbte Gangere; og de mægtige Skikkelser reiste sig, rede ud og holdt øverst paa Høien; i Maaneskinnet straalede om deres Pande den brede Guldring med Guld-Knude, Kaaben flagrede i Vinden. Lindormen, som rugede over Skatte, løftede sit Hoved og saae efter dem. Dvergfolket kiggede frem fra Høie og Plovfurer, de mylrede med røde, blaae og grønne Lys, en Vrimmel at see som Gnisterne i Asken af det brændte Papir.

Hen over Skov og Hede, Aaer og Kjær fløi de, op mod Vildmosen; hen over den svævede de i store Kredse. Den christne Præst løftede Korset høit, det skinnede som Guld, og fra hans Læber lød Messesangen; liden Helga sang den med, som Barnet synger ved sin Moders Sang; hun svingede Røgelsekarret, der kom en Alterduft, saa stærk, saa under virkende, at Mosens Siv og Rør blomstrede derved; alle Spirer skjøde op fra den dybe Bund, Alt, hvad Liv havde løftede sig, der bredte sig et Flor af Aakander, som var det et indvirket Blomstertæppe og paa dette laae en sovende Qvinde, ung og deilig, liden Helga troede at see sig selv, sit Speilbilled i det stille Vand; det var hendes Moder hun saae, Dyndkongens Viv, Prindsessen fra Nilens Vande.

Den døde, christne Præst bød, at den Sovende løftedes op paa Hesten, men denne sank under Byrden som var dens Legem kun et Liiglagen, der flyver i Vinden, men Korsets Tegn gjorde Luft-Phantomet stærkt, og alle Tre rede de hen til den faste Grund.

Da goel Hanen i Vikingens Borg og Synerne løste sig op i Taage, der foer hen i Vinden, men ud for hinanden stod Moder og Datter.

»Er det mig selv, jeg seer i det dybe Vand!« sagde Moderen. »Er det mig selv, jeg seer i det blanke Skjold!« udbrød Datteren, og de nærmede sig hinanden, Bryst mod Bryst, Favn i Favn, stærkest slog Moderens Hjerte og hun forstod det.

»Mit Barn! mit eget Hjertes Blomst! min Lotus fra de dybe Vande!«

Og hun omarmede sit Barn og græd; Taarerne vare en ny Livsens, Kjærlighedens Daab for liden Helga.

»I Svaneham kom jeg herhid og kastede den!« sagde Moderen, »jeg sank igjennem den gyngende Flom, dybt ned i Mosens Dynd, der som en Muur lukkede sig om mig; men snart fornam jeg en friskere Strømning; en Kraft drog mig dybere, altid dybere, jeg følte Søvnens Tryk paa mine Øienlaage, jeg sov ind, jeg drømte - jeg syntes, jeg igjen laae i Ægyptens Pyramide, men foran mig stod endnu den gyngende Elletrunte, der paa Mosens Flade havde skrækket mig, jeg betragtede Revnerne i Barken, og de lyste frem i Farver og bleve Hieroglypher, det var Mumiens Hylster jeg saae paa, det brast, og ud derfra traadte den tusindaarige Drot, Mumie-Skikkelsen, sort som Beg, sortglindsende som Skovsneglen eller det fede, sorte Dynd, Dyndkongen eller Pyramidens Mumie, jeg vidste det ikke. Han slyngede sine Arme om mig og det var som om jeg maatte døe. Livet fornam jeg først igjen ved at det blev varmt paa mit Bryst og der en lille Fugl slog med Vingerne, qviddrede og sang. Den fløi fra mit Bryst høit mod det mørke, tunge Loft, men et langt, grønt Baand bandt den endnu til mig; jeg hørte og forstod dens Længsels Toner: Frihed! Solskin! til Faderen! - da tænkte jeg paa min Fader i Hjemmets solbelyste Land, mit Liv, min Kjærlighed! og jeg løsnede Baandet, lod den flagre bort - hjem til Faderen. Siden Min Stund har jeg ikke drømt, jeg sov en Søvn, tilvisse saa tung og lang, til i denne Stund Toner og Duft løftede og løste mig!«

Det grønne Baand fra Moderens Hjerte til Fuglens Vinge, hvor flagrede det nu, hvor laae det henkastet? kun Storken havde seet det; Baandet var den grønne Stilk, Sløifen den skinnende Blomst, Vugge for det Barn, som nu var voxet i Deilighed og igjen hvilede ved Moderens Hjerte.

Og mens de stode der Favn i Favn, fløi Storkefader i Kredse om dem, tog saa Fart til sin Rede, hentede de der i Aaringer gjemte Fjæderhamme, kastede een til dem hver, og den sluttede sig om dem og de løftede sig fra Jorden som to hvide Svaner.

»Lad os nu tale!« sagde Storkefader, »nu forstaae vi hinandens Sprog, om end Næbbet er anderledes skaaret paa den ene Fugl end paa den anden! det træffer sig saa heldigt som Noget kan, at I komme denne Nat, imorgen havde vi været afsted, Mutter, jeg og Ungerne! vi flyve Syd paa! ja, see kun paa mig! jeg er jo en gammel Ven fra Nil-Landet og det er Mutter med, hun har det i Hjertet mere end i Knebbren. Hun troede altid, at Prindsessen nok hyttede sig; jeg og Ungerne have baaret Svanehammen herop -! naa, hvor jeg er glad! og hvor det er et Held, at jeg er her endnu; naar det gryer ad Dag trække vi afsted! stort Storke-Selskab! Vi flyve foran, flyv kun bag efter, saa tage I ikke feil af Veien; jeg og Ungerne skal ogsaa nok have et Øie med!«

»Og Lotus-Blomsten jeg skulde bringe!« sagde den ægyptiske Prindsesse, »den flyver i Svaneham ved min Side! mit Hjertes Blomst har jeg med, saaledes har det løst sig. Hjemad, hjemad!«

Men Helga sagde, at hun ikke kunde forlade det danske Land, før hun engang endnu havde seet sin Pleiemoder, den kjærlige Vikingefrue. I Helgas Tanke gik op hver smuk Erindring, hvert kjærligt Ord, hver Taare, Pleiemoderen havde grædt og næsten var det i dette Øieblik, som om hun holdt meest af denne Moder.

»Ja, vi maae til Vikingegaarden!« sagde Storkefader, »der venter jo Mo'er og Ungerne! hvor ville de dreie Øine og lade Knebbren gaae! ja, Mo'er siger nu ikke saa meget! kort og fyndig er hun, og saa mener hun det endnu bedre! jeg vil strax slaae en Skralde, at de kunne høre at vi komme!«

Og saa skraldede Storkefader med Næbbet og han og Svanerne fløi til Vikingeborgen.

Derinde laae Alle endnu i dyb Søvn; først seent paa Natten var Vikingefruen kommen til Ro; hun laae i Angest for liden Helga, der nu i hele tre Døgn havde været forsvundet med den christne Præst; hun maatte have hjulpet ham bort, det var hendes Hest, der savnedes paa Stalden, ved hvilken Magt var alt Dette bevirket. Vikingefruen tænkte paa de Underværker, der hørtes skete ved den hvide Christ og ved dem, som troede paa ham og fulgte ham. De vexlende Tanker fik Skikkelse i Drømmens Liv, det forekom hende, at hun endnu sad vaagen, eftertænkende paa sin Seng, og udenfor rugede Mørket. Stormen kom, hun hørte Havets Rullen i Vest og Øst, fra Nordsøen og Kattegattets Vande; den uhyre Slange, som omspændte Jorden i Havdybet, rystede i Krampetrækninger; det var mod Gudernes Nat, Ragnarok, som Hedningfolket kaldte den yderste Time, da Alt skulde forgaae, selv de høie Guder. Gjallerhornet lød, og hen over Regnbuen rede Guderne, klædte i Staal, for at kæmpe den sidste Kamp; foran dem fløi de vingeklædte Skjoldmøer, og Rækken sluttedes med de døde Kæmpers Skikkelser; den hele Luft lyste om dem med Nordlys-Blink, men Mørket var det seirende. Det var en rædsom Stund.

Og tæt ved den ængstede Vikingefrue sad paa Gulvet liden Helga i Frøens hæslige Skikkelse, ogsaa hun skjælvede og knugede sig op til Pleiemoderen, som tog hende paa sit Skjød og i Kjærlighed holdt hende fast, i hvor hæslig end Paddehammen syntes. Luften gjenlød af Sværd- og Kølle-Slag, af susende Pile, som var det en stormende Hagelbyge, der gik hen over dem. Timen var kommen, da Jord og Himmel vilde briste, Stjernerne falde, Alt gaae tilgrunde i Surturs Ild, men en ny Jord og Himmel, vidste hun, vilde komme, Kornet bølge, hvor Havet nu rullede hen over den golde Sandbund, den unævnelige Gud raade og op til ham steg Baldur, den milde, kjærlige, løst fra de Dødes Rige - han kom - Vikingefruen saae ham, hun kjendte hans Aasyn, - det var den christne, fangne Præst. »Hvide Christ!« raabte hun høit og i Navnets Nævnelse trykkede hun et Kys paa sit hæslige Frøbarns Pande; da faldt Paddehammen, og liden Helga stod der i al sin Deilighed, mild som aldrig før og med straalende Øine; hun kyssede Pleiemoderens Hænder, velsignede hende for al den Omhu og Kjærlighed, hun i Trængselens og Prøvelsens Dage forundte hende; takkede hende for de Tanker, hun havde nedlagt i hende og vakt, takkede hende for Navnets Nævnelse det hun gjentog: hvide Christ! og liden Helga løftede sig som en mægtig Svane, Vingerne bredte sig saa store, med en Susen, som naar Trækfuglenes Skare flyver bort.

Vikingefruen vaagnede derved, og udenfor lød endnu det samme stærke Vingeslag, - det var Tiden vidste hun, at Storkene droge herfra, dem var det hun hørte; endnu engang vilde hun see dem før deres Afreise og sige dem Farvel! Hun stod op, gik ud paa Svalen, og da saae hun paa Sidehusets Tagryg Stork ved Stork, og rundt om Gaarden, hen over de høie Træer, fløi Skarer i store Svingninger, men ligeud for hende, paa Brøndkanten, hvor liden Helga saa tidt havde siddet og skrækket hende ved sin Vildskab, sade nu to Svaner og saae med kloge Øine paa hende; og hun huskede paa sin Drøm, den fyldte hende endnu heel, aldeles som en Virkelighed, hun tænkte paa liden Helga i Svaneskikkelse, hun tænkte paa den christne Præst, og følte sig med Eet forunderlig glad i Hjertet.

Svanerne sloge med Vingerne, bøiede deres Halse, som vilde de ogsaa give deres Hilsen; og Vikingefruen bredte sine Arme ud imod dem, som om hun forstod det, smilede i Graad og mange Tanker.

Da løftede sig med Vinge-Larm og Knebbren alle Storkene til Reisen Syd paa.

»Vi vente ikke paa Svanerne!« sagde Storkemoder, »vil de med, maae de komme! vi kunne ikke blive her til Brokfuglene reise! Der er dog noget kjønt i at reise saaledes familieviis, ikke som Bogfinker og Bruushøns, hvor Hannerne flyve for sig og Hunnerne for sig, det er egentligt talt ikke anstændigt! og hvad er det for et Vingeslag Svanerne gjør?«

»Hver flyver paa sit Sæt!« sagde Storkefader, »Svanerne tage det paa skraa, Tranerne i Trekant og Brokfuglene i Slangelinie!«

»Nævn ikke Slange naar vi flyve heroppe!« sagde Storkemoder, »det giver kun Ungerne Lyster, som ikke kunne tilfredsstilles!«

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»Er det de høie Bjerge dernede, jeg hørte om!« spurgte Helga i Svaneham.

»Det er Tordenskyer, som drive under os!« sagde Moderen.

»Hvad er det for hvide Skyer, som løfte sig saa høit?« spurgte Helga.

»Det er de evigt besneede Bjerge, Du seer!« sagde Moderen, og de fløi over Alperne, ned mod det blaanende Middelhav.

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»Africas Land! Ægyptens Strand!« jublede i Svane-Skikkelse Nilens Datter, idet hun høit fra Luften øinede, som en hvidguul, bølgeformig Stribe, sin Hjemstavn.

Ogsaa Fuglene saae den og fremskyndte deres Flugt.

»Jeg lugter Nil-Dynd og vaade Frøer!« sagde Storkemoder, »det kriller i mig! - Ja, nu skulle I faae at smage, og I skulle see Marabu, Ibis og Traner! de høre alle til Familien, men ere ikke nær saa kjønne, som vi; de stille sig fornemme an, især Ibis; han er nu blevet forvænt af Ægypterne, de gjøre ham til Mumie, stoppe ham med Kryder-Urter. Jeg vil heller stoppes med levende Frøer, det ville I med og det skulle I blive! Bedre Noget i Skrotten mens man lever, end at være til Stads naar man er død! det er min Mening og den er altid den rigtige!«

»Nu ere Storkene komne!« sagde man i det rige Huus ved Nilens Bred, hvor i den aabne Hal, paa bløde * Hynder dækkede med Leopardens Skind, den kongelige Herre laae udstrakt, ikke levende heller ikke død, haabende paa Lotus-Blomsten fra den dybe Mose i Norden. Slægtninge og Tyende stode om ham.

Og ind i Hallen fløi to prægtige, hvide Svaner, de vare komne med Storkene; de kastede den blendende Fjæderham og der stode to deilige Qvinder, hinanden saa liig som to Dugdraaber; de bøiede sig hen over den blege, henvisnede gamle Mand, de kastede deres lange Haar tilbage, og idet liden Helga bøiede sig over Bedstefaderen, rødmede hans Kinder, hans Øine fik Glands, der kom Liv i de stivnede Lemmer. Den Gamle reiste sig karsk og forynget; Datter og Datterdatter holdt ham i deres Arme som til Morgenhilsen i Glæde efter en lang, tung Drøm.

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Og der var Glæde over al den Gaard og i Storkereden med, men der var det dog meest over den gode Føde, de mylrende mange Frøer; og mens de Lærde i Hast optegnede saa løseligt Historien om de to Prindsesser og om Sundheds-Blomsten, der var en stor Begivenhed og Velsignelse for Huus og Land, fortalte Storkeforældrene den paa deres Viis og for deres Familie, men først da de Alle vare mætte, ellers havde de jo Andet at bestille end at høre paa Historier.

»Nu bliver Du da Noget!« hviskede Storkemoder; »det er ikke rimeligt Andet!«

»O, hvad skulde jeg blive!« sagde Storkefader, »og hvad har jeg gjort? Ingenting!«

»Du har gjort mere, end alle de Andre! uden Dig og Ungerne havde de to Prindsesser aldrig seet Ægypten igjen og faaet den Gamle rask. Du bliver Noget! Du faaer bestemt DoctorGraden og vore Unger fødes siden med den, og deres Unger igjen videre frem! Du seer ogsaa allerede ud som en ægyptisk Doctor, - i mine Øine!«

De Lærde og Vise udviklede Grundtanken, som de kaldte det, der gik gjennem den hele Begivenhed: »Kjærlighed føder Liv!« den gav de Forklaring paa forskjellige Maader: »den varme Solstraale var Ægyptens Prindsesse, hun steg ned til Dyndkongen og i deres Møden sprang Blomsten frem -«

»Jeg kan ikke saaledes rigtig gjentage Ordene!« sagde Storkefader, der havde hørt til fra Taget og skulde fortælle derom i Reden. »Det var saa indviklet hvad de sagde, det var saa klogt, at de strax fik Rang og Skjenkads, selv Mundkokken fik et stort Udmærkelses-Tegn - det var nok for Suppen!«

»Og hvad fik Du?« spurgte Storkemoder, »De skulde da ikke glemme den Vigtigste og Den er Du! de Lærde have kun knebbret ved det Hele! men dit kommer vel!«

I den sildige Nat, da Søvnens Fred hvilede over det * rige lykkelige Huus, var der Een, der endnu vaagede, og det var ikke Storkefader, uagtet han paa eet Been stod op i Reden og sov Skildvagt, nei, liden Helga vaagede, heldede sig ud over Altanen og saae paa den klare Luft med de store, lysende Stjerner, større og renere i Glands, end hun havde seet dem i Norden, og dog de samme. Hun tænkte paa Vikingefruen ved Vildmosen, paa Pleiemoderens milde Øine, de Taarer, hun havde grædt over det arme Frøbarn, der nu stod i Glands og Stjernepragt ved Nilens Vande i deilig Foraars-Luft. Hun tænkte paa Kjærligheden i den hedenske Qvindes Bryst, den Kjærlighed, hun havde viist en ynkelig Skabning, der i Menneske-Ham var et ondt Dyr og i Dyrets Ham væmmelig at see og røre ved. Hun saae paa de lysende Stjerner og huskede paa Glandsen fra den Dødes Pande, da de fløi hen over Skov og Mose; der klang Toner i hendes Erindring, Ord, hun havde hørt udtale, da de red afsted og hun sad som den Betagne, Ord om Kjærlighedens store Ophav, den høieste Kjærlighed, der omfattede alle Slægter.

Ja, hvad var ikke givet, vundet, opnaaet! Liden Helgas Tanke omfattede, ved Nat, ved Dag, hele sin Lykke-Sum og stod i Skuet af den som Barnet, der vender sig ilsomt fra Giveren til det Givne, alle de deilige Gaver; hun ligesom gik op i den stigende Lyksalighed, der kunde komme, vilde komme; hun var jo baaren gjennem Underværker til altid høiere Glæde og Lykke og heri fortabte hun sig en Dag, saa ganske, at hun ikke mere tænkte paa Giveren. Det var Ungdoms-Modets Kjækhed, der gjorde sit raske Kast! hendes Øine lyste derved, men øiebliklig reves hun ud derfra ved en stærk Støien nede i Gaarden under sig. Der saae hun to mægtige Strudse løbe ilsomt omkring i enge Kredse; aldrig før havde hun seet dette Dyr, saa stor en Fugl, saa plump og tung, Vingerne saae ud som vare de stækkede, Fuglen selv som var der gjort den Overlast, og hun spurgte om hvad der var skeet med den, og for første Gang hørte hun det Sagn, Ægypterne fortælle om Strudsen.

Deilig havde dens Slægt engang været, dens Vinger store og stærke; da sagde en Aften Skovens mægtige Fugle til den: »Broder! skulle vi imorgen, om Gud vil det, flyve til Floden og drikke?« Og Strudsen svarede: »jeg vil det!« Da det dagedes fløi de afsted, først høit op ad mod Solen, Guds Øie, altid høiere og høiere, Strudsen langt foran alle de Andre; den fløi i Stolthed mod Lyset; den stolede paa sin Kraft og ikke paa Giveren; den sagde ikke: »om Gud vil!« da drog Straffens Engel Sløret bort fra den Flammestraalende, og i dette Nu forbrændte Fuglens Vinger, den sank, elendig, til Jorden. Den og dens Slægt mægter aldrig meer at hæve sig; den flyer i Skræk, stormer om i Kredse i det snevre Rum; en Mindelse er det for os Mennesker, i al vor Tanke, ved hver vor Gjerning at sige: »om Gud vil!«

Og Helga bøiede tankefuld sit Hoved, saae paa den jagende Struds, saae dens Angest, saae dens taabelige Glæde ved Skuet af sin egen store Skygge paa den hvide solbelyste Væg. Og i Sind og Tanke slog Alvoren sin dybe Rod. Et Liv saa rigt, fremad i Lykken, var givet, vundet, - hvad vilde skee, hvad vilde endnu komme -? Det Bedste: »om Gud vil!«

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I det tidlige Foraar, da Storkene atter droge Nord paa, tog liden Helga sit Guld-Armbaand, ridsede deri sit Navn, vinkede ad Storkefader, gav ham Guldringen om Halsen, bad ham bringe den til Vikingefruen, der vilde heraf forstaae, at Pleiedatteren levede, var lykkelig og huskede paa hende.

»Det er svært at bære!« tænkte Storken, da han fik det om Halsen; »men Guld og Ære skal man ikke kaste paa Landeveien! der er Lykke ved Storken vil de sande deroppe!«

»Du lægger Guld, og jeg lægger Æg!« sagde Storkemoder, »men Du lægger kun eengang, jeg gjør det alle Aaringer! men Paaskjønnelse faae Ingen af os! det krænker!«

»Man har Bevidstheden, Mo'er!« sagde Storkefader. »Den kan Du ikke hænge uden paa!« sagde Storkemoder, »den giver hverken Medbør eller Maaltid!«

Og saa fløi de.

Den lille Nattergal, der sang i Tamarindebusken, vilde ogsaa snart drage Nord paa; deroppe ved Vildmosen havde liden Helga tidt hørt den; Bud med vilde hun give den, Fuglenes Sprog kunde hun, fra hun fløi i Svaneham, hun havde tidt siden talt det med Stork og Svale, Nattergalen vilde forstaae hende; og den bad hun at flyve til Bøgeskoven paa den jydske Halvø, hvor Graven var reist af Steen og Grene, hun bad den bede alle Smaafugle der værne om Graven og synge en Sang og atter en Sang.

Og Nattergalen fløi - og Tiden fløi hen!

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Ørnen stod paa Pyramiden og saae i Høst et stadseligt Tog med rigtladte Kameler, med kosteligt klædte, væbnede Mænd paa fnysende, arabiske Heste, skinnende hvide som Sølv, og med røde, bævrende Næsebor, Manken stor og tæt, hængende ned om de fine Been. Rige Gjester, en kongelig Prinds fra Arabiens Land, deilig som en Prinds skal være det, drog ind i det stolte Huus, hvor nu Storkereden stod tom; de som boede oppe i den vare jo i et nordligt Land, men snart vilde de komme tilbage. - Og netop den Dag kom de, da her var rigest paa Glæde og Lystighed. Her var Bryllupsstads, og liden Helga var Bruden, klædt i Silke og Juveler; Brudgommen var den unge Prinds fra Arabiens Land; de sade øverst ved Bordet mellem Moder og Bedstefader.

Men hun saae ikke paa Brudgommens brune, mandige Kind, hvor det sorte Skjæg krusede sig, hun saae ikke paa hans ildfulde, mørke Øine, der fæstede sig paa hende, hun saae ud, op mod den blinkende, funklende Stjerne, der straalede ned fra Himlen.

Da raslede det med stærke Vingeslag derude i Luften, Storkene kom tilbage; og det gamle Storkepar, i hvor træt det end var af Reisen og nok kunde trænge til at hvile ud, fløi dog strax ned paa Rækværket ved Verandaen, de vidste det, hvilken Fest det var. De havde allerede ved Landets Grændse hørt, at liden Helga havde ladet dem afmale paa Muren, de hørte med til hendes Historie.

»Det er meget net betænkt!« sagde Storkefader. »Det er meget lidt!« sagde Storkemoder, »mindre kunde det da ikke være!«

Og da Helga saae dem, reiste hun sig og gik ud i Verandaen til dem, for at klappe dem ned ad Byggen. Det gamle Storkepar neiede med Halsene, og de yngste Unger saae derpaa og følte sig beærede.

Og Helga saae op til den lysende Stjerne, der straalede mere og mere klar; og imellem den og hende bevægede sig en Skikkelse, renere endnu end Luften og derved synlig, den svævede hende ganske nær, det var den døde christne Præst, ogsaa han kom paa hendes Høitidsfest, kom fra Himmeriges Rige. »Glandsen og Herligheden der overgaaer Alt hvad Jorden kjender!« sagde han.

Og liden Helga bad saa blødt, saa inderligt, som hun aldrig før havde bedet, at hun, kun et eneste Minut, turde see derind, kun kaste et eneste Blik ind i Himmeriges Rige, til Faderen.

Og han løftede hende i Glands og Herlighed, i en Strømning af Toner og Tanker; det var ikke blot udenom hende, det lyste og klang, men inden i hende. Ord kan ikke udsige det.

»Nu maae vi tilbage, Du savnes!« sagde han.

»Kun eet Blik endnu!« bad hun; »kun et eneste kort Minut!«

»Vi maae til Jorden, alle Gjester gaae bort!«

»Kun eet Blik! det sidste -!«

Og liden Helga stod atter i Verandaen, - men alle Blus derudenfor vare slukkede, alle Lys i Brudesalen vare borte, Storkene borte, ingen Gjester at see, ingen Brudgom, Alt, som veiret hen i tre korte Minuter.

Da følte Helga Angest, gik igjennem den tomme, store Hal, ind i det næste Kammer, der sov fremmede Soldater, hun aabnede Sidedøren, der førte ind til hendes Stue, og idet hun troede at staae der, stod hun udenfor i Haven, - saaledes var her jo ikke før; rødlig skinnede Himlen, det var mod Daggry.

Tre Minuter i Himlen kun, og en heel Jord-Nat var gaaet!

Da saae hun Storkene; hun raabte til dem, talede deres Sprog, og Storkefader dreiede Hovedet, lyttede og nærmede sig.

»Du taler vort Sprog!« sagde han, »hvad vil Du? Hvorfor kommer Du her, du fremmede Qvinde?«

»Det er jo mig! det er Helga! kjender Du mig ikke? For tre Minuter siden talte vi sammen, derhenne i Verandaen.«

»Det er en Feiltagelse!« sagde Storken; »det har Du drømt Altsammen!«

»Nei, nei!« sagde hun og erindrede ham om Vikingeborgen og om Vildmosen, Reisen herhid -!

Da blinkede Storkefader med Øinene: »Det er jo en gammel Historie, jeg har hørt fra min Tip-tip-Oldemoders Tid! ja vist var her i Ægypten en saadan Prindsesse fra det danske Land, men hun forsvandt paa sin Bryllups-Aften for mange hundrede Aar siden og kom aldrig igjen! det kan Du selv læse Dig til her paa Monumentet i Haven, der er jo hugget baade Svaner og Storke, og øverst staaer Du selv i det hvide Marmor.«

Saaledes var det. Liden Helga saae det, forstod det og sank i Knæ.

Solen straalede frem, og som i Fordumstid ved dens Straaler Frøhammen faldt og den deilige Skikkelse kom tilsyne, saa løftede sig nu ved Lysets Daab en Skjønheds-Skikkelse klarere, renere end Luften, en Lysstraale - til Faderen.

Legemet sank i Støv: der laae en henvisnet Lotus-Blomst, hvor hun havde staaet.

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»Det var da en ny Slutning paa Historien!« sagde Storkefader, »den havde jeg nu slet ikke ventet! men jeg kunde ganske godt lide den!«

»Hvad mon Ungerne ville sige om den?« spurgte Storkemoder.

»Ja, det er rigtignok det Vigtigste!« sagde Storkefader.




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