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Sie taugte nichts

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She was good for nothing


Der Stadtvogt stand am offenen Fenster. Er hatte ein Oberhemd an und eine Brustnadel in der Hemdkrause stecken und war außerordentlich gut rasiert, das hatte er eigenhändig getan und sich dabei nur einen kleinen Schnitt zugezogen, doch über diesen hatte er ein Stückchen Zeitungspapier geklebt.

"Hörst Du, Kleiner" rief er.

Der Kleine war aber niemand Anderes als der Sohn der Waschfrau, der eben vorbeiging und ehrerbietig seine Mütze zog. Der Schirm war geknickt und auch sonst war sie nach und nach so eingerichtet worden, daß man sie in die Tasche stecken konnte. In seinen ärmlichen aber sauberen und durchaus ordentlich geflickten Kleidern und den schweren Holzschuhen stand der Knabe ehrerbietig da, als ob er vor dem Könige selber stehe.

"Du bist ein guter Junge" sagte der Stadtvogt, "Du bist ein höflicher Junge Deine Mutter spült wohl Wäsche unten am Fluß. Dahin sollst Du wohl auch mit dem, was Du in der Tasche hast. Das ist eine schlimme Sache mit Deiner Mutter. Wieviel hast Du da?"

"Ein halb Nößel," sagte der Knabe mit erschreckter, halbleiser Stimme.

"Und heute morgen bekam sie ebensoviel," fuhr der Mann fort.

"Nein, gestern war es" antwortete der Knabe.

"Zwei halbe geben ein ganzes. – Sie taugt nichts. Es ist traurig mit dieser Volksklasse. – Sag Deiner Mutter, sie sollte sich schämen. Und werde nicht auch zum Trunkenbold, aber das wirst Du ja doch. – Armes Kind. – Geh nun."

Und der Knabe ging; die Mütze behielt er in der Hand und der Wind blies durch sein blondes Haar, sodaß es sich in langen Strähnen aufrichtete. Er ging um die Straßenecke in das Gäßchen zum Flusse hinab, wo die Mutter draußen im Wasser neben der Waschbank stand und mit dem Wäscheklöpfel auf das schwere Leinen schlug. Es war starke Strömung im Flusse, denn die Schleusen der Wassermühle waren geöffnet. Die Laken wurden vom Strome fortgetrieben und rissen fast die Waschbank mit sich; die Waschfrau mußte sich kräftig dagegenstemmen.

"Ich bin nahe daran, fortzuschwimmen." sagte sie, "es ist gut, daß Du kommst, denn eine Hülfe tut den Kräften schon not! Es ist kalt hier draußen im Wasser; sechs Stunden habe ich schon hier gestanden. Hast Du etwas für mich?"

Der Knabe zog die Flasche hervor und die Mutter setzte sie an den Mund und trank einen Schluck.

"Ach, das tut gut. Wie das wärmt. Das ist ebenso gut wie warmes Essen, und es ist nicht so teuer. Trink, mein Junge. Du siehst so blaß aus, Du frierst in den dünnen Kleidern; es ist ja auch Herbst. Hu, Das Wasser ist kalt. Wenn ich nur nicht krank werde. Aber das tue ich nicht. Gib mir noch einen Tropfen und trinke auch, aber nur einen kleinen Tropfen, Du darfst Dich nicht daran gewöhnen, mein liebes armes Kind."

Sie ging um die Brücke, auf der der Knabe stand, und trat aufs Land. Das Wasser triefte aus der Schilfmatte, die sie um den Leib gebunden trug und es triefte auch aus ihrem Hemde.

"Ich quäle und placke mich ab, daß mir das Blut fast unter den Nägeln hervorspritzt, aber das tut nichts, wenn ich Dich nur ehrlich durch die Welt bringe, mein Kind."

Im gleichen Augenblick kam eine etwas ältere Frau, ärmlich an Kleidung und Gestalt. Sie hinkte auf dem einen Bein und trug über dem einen Auge eine mächtige falsche Locke, das sollte von der Locke verdeckt werden, aber das Gebrechen fiel dadurch nur noch mehr in die Augen. Es war eine Freundin der Waschfrau, "Humpelmaren mit der Locke" nannten die Nachbarn sie.

"Du Ärmste, wie Du Dich quälen und placken und in dem kalten Wasser stehen mußt. Du hast doch wahrhaftig ein bißchen Warmes nötig, und doch mißgönnt man Dir noch den Tropfen, den Du bekommst!" Und nun war bald des Stadtvogts ganze Rede zu dem Knaben der Waschfrau zu Ohren gebracht; denn Maren hatte das Ganze mitangehört und es hatte sie geärgert, daß er zu dem Kinde so von seiner eigenen Mutter und von dem Tropfen, den sie zu sich nahm, sprach, wehrend er gleichzeitig große Essen abhielt, bei denen der Wein flaschenweise floß. "Feine Weine und starke Weine werden da getrunken, auch ein bißchen über den Durst bei vielen. Aber das nennt man beileibe nicht trinken! Sie taugen etwas, aber Du taugst nichts!"

"Hat er so zu Dir gesprochen, Kind" sagte die Waschfrau und ihre Lippen bewegten sich zitternd. "Du hast eine Mutter, die nichts taugt. Vielleicht hat er recht, aber dem Kinde hätte er das nicht sagen dürfen. Doch von diesem Hause kommt viel über mich."

"Ihr habt ja dort im Hause gedient, als des Stadtvogts Eltern noch lebten und dort wohnten; das ist viele Jahre her. Seit der Zeit sind viele Scheffel Salz gegessen worden, da kann man schon Durst bekommen!" und Maren lachte. "Heute ist großes Mittagessen beim Stadtvogt, es sollte abgesagt werden, aber es wurde zu spät, und das Essen war schon fertig. Ich habe es von dem Hausknechte. Vor einer Stunde ungefähr ist ein Brief gekommen, daß der jüngere Bruder in Kopenhagen gestorben ist."

"Gestorben" schrie die Waschfrau auf und wurde totenbleich.

"Aber ja doch" sagte die Frau. "Geht es Euch so nahe? Nun ja, Ihr habt ihn ja gekannt von der Zeit an, wo Ihr im Hause dientet."

"Ist er tot! Er war der beste Mensch auf Erden. Unser Herrgott bekommt nicht viele, wie er war." Und Tränen liefen über ihre Wangen. "O, mein Gott. Es dreht sich alles vor mir im Kreise. Das kommt, weil ich die Flasche ausgetrunken habe; ich habe es nicht vertragen können. Ich fühle mich so krank" und sie lehnte sich gegen einen Bretterzaun.

"Aber Mutter, Ihr seid ja ganz krank" sagte die Frau. "Seht nur, daß es vorübergeht! Nein, Ihr seid wirklich krank. Es wird das beste sein, daß ich Euch nachhause bringe!"

"Aber die Wäsche hier."

"Da laßt mich nur machen. Faßt mich unter den Arm. Der Junge kann hier bleiben und solange aufpassen. Nachher komme ich und wasche den Rest. Es ist ja nicht mehr viel übrig."

Und die Waschfrau schwankte auf ihren Füßen.

"Ich habe zu lange in dem kalten Wasser gestanden. Seit heute morgen habe ich weder etwas Warmes noch etwas Kaltes in den Magen bekommen! Ich fühle, wie das Fieber in meinem Körper sitzt. O, Herr Jesus, hilf mir nachhause. Mein armes Kind" und sie brach in Tränen aus.

Der Knabe weinte und saß bald allein am Flusse neben der nassen Wäsche. Die beiden Frauen gingen nur langsam, die Waschfrau schwankend, das Gäßchen entlang, sie bogen um die Ecke am Hause des Stadtvogts vorbei, und gerade vor diesem sank sie auf das Pflaster. Die Leute liefen zusammen.

Humpelmaren lief in das Haus um Hülfe. Der Stadtvogt mit seinen Gästen sah aus dem Fenster.

"Das ist die Waschfrau" sagte er. "Sie hat wohl eins über den Durst getrunken; sie taugt nichts. Es ist schade um ihren hübschen Jungen. Für das Kind habe ich etwas übrig. Aber die Mutter taugt nichts."

Dann wurde sie wieder zur Besinnung gebracht und in ihr ärmliches Heim geführt, wo man sie auf das Bett legte. Die brave Maren machte ihr eine Tasse warmes Bier mit Butter und Zucker zurecht, eine Medizin, die sie immer für die beste hielt. Und dann ging sie zum Flusse hinunter und spülte schlecht aber mit viel guter Meinung die Wäsche, sie zog das nasse Zeug eigentlich nur ans Land und nahm es mit sich.

Am Abend saß sie in der ärmlichen Stube bei der Waschfrau. Ein paar gebratene Kartoffeln und ein prächtig fettes Stück Schinken hatte sie von der Köchin des Stadtvogts für die Kranke bekommen, daran taten sich der Knabe und Maren gütlich; die Kranke freute sich am Geruche, der so nährend wäre, wie sie sagte.

Und der Knabe kam ins Bett, in das gleiche Bett, in dem die Mutter lag, aber er hatte seinen Platz quer zu ihren Füßen und zog einen alten Fußteppich über sich, der aus roten und blauen Streifen zusammengenäht war.

Der Waschfrau ging es ein wenig besser; das warme Bier hatte sie gestärkt und der Duft des feinen Essens ihr wohlgetan.

"Dank, Du gute Seele" sagte sie zu Maren. "Wenn der Junge schläft, will ich Dir auch alles sagen. Ich glaube, er tut es schon. Wie süß und lieb er doch aussieht mit den geschlossenen Augen. Er weiß nicht, wie schlecht es seiner Mutter geht. Der liebe Gott möge ihm ein anderes Schicksal bescheren! – Als ich bei Gerichtsrats, den Eltern des Stadtvogts diente, traf es sich, daß der Jüngste von den Söhnen, der damals Student war, heimkam; damals war ich jung, wild und warmblütig, aber anständig, das kann ich auch vor Gott getrost behaupten!" sagte die Waschfrau. – "Der Student war so lustig und fröhlich, ein prachtvoller Mensch. Jeder Blutstropfen in ihm war rechtschaffen und gut. Einen besseren Menschen gab es auf der ganzen Welt nicht. Er war der Sohn des Hauses und ich nur das Dienstmädchen, aber wir wurden uns einig in Zucht und Ehren. Ein Kuß ist doch keine Sünde, wenn man einander richtig lieb hat. Und dann sagte er es seiner Mutter, die für ihn der Herrgott hier auf Erden war. Und sie war auch so klug, so liebevoll und so gut. – Dann reiste er fort und setzte mir seinen goldenen Ring auf den Finger. Als er fort war, rief mich meine Dienstherrin in ihr Zimmer. Ernst und doch so mild stand sie da und sprach mit mir, wie der liebe Gott auch hätte sprechen können. Sie erklärte mir den Abstand in Geist und Bildung zwischen ihm und mir. Jetzt sieht er noch, wie hübsch Du aussiehst, aber die Schönheit vergeht! Du bist nicht in dem Stande erzogen wie er, Ihr seid in den Reichen des Geistes nicht gleich, und darin liegt das Unglück. Ich achte den Armen, sagte sie, bei Gott erhält er vielleicht einen höheren Platz als mancher Reiche, aber auf Erden darf man nicht in der verkehrten Spur fahren, wenn man vorwärts will, sonst schlägt der Wagen um, und Ihr beiden würdet umschlagen! Ich weiß, daß ein braver Mann, ein Handwerker, um Dich gefreit hat, es ist der Handschuhmacher Erik. Er ist Witwer, er hat keine Kinder und steht sich gut; denke darüber nach." - "Jedes Wort, was sie sagte, schnitt mir wie ein Messer ins Herz, aber die Frau hatte recht. Und das drückte mich und lastete auf mir. Ich küßte ihr die Hand und weinte meine bittersten Tränen und noch mehr, als ich dann in meiner Kammer war und mich übers Bett warf. Es war eine schwere Nacht, die dieser Stunde folgte; der liebe Gott weiß es, wie ich gelitten und gestritten habe. Dann ging ich am Sonntag zum Abendmahl, um innere Klarheit zu finden. Da geschah es wie in einer Fügung, daß ich gerade den Handschuhmacher Erik traf, als ich aus der Kirche kam. Da war es mit meinen Zweifeln vorbei, wir paßten zu einander in Stellung und Verhältnissen, ja, er war sogar ein wohlhabender Mann, und so ging ich gerade auf ihn zu, nahm seine Hand und sagte: Sind Deine Gedanken immer noch bei mir? – Ja, ewig und immer werden sie das sein, sagte er. – Willst Du ein Mädchen haben, das Dich achtet und ehrt, wenn es Dich auch nicht liebt? Aber auch das kann wohl noch kommen. – Das wird kommen sagte er, und dann gaben wir einander die Hand. Ich ging heim zu meiner Dienstherrin. Den Goldring, den der Sohn mir gegeben hatte, trug ich auf meiner bloßen Brust, am Tage konnte ich ihn nicht auf meinen Finger setzen, aber jeden Abend, wenn ich mich ins Bett legte, setzte ich ihn auf. Ich küßte den Ring, daß meine Lippen dabei bluteten. Und dann gab ich ihn meiner Dienstherrin und sagte, daß ich in der nächsten Woche von der Kanzel herab mit dem Handschuhmacher aufgeboten werden würde. Da nahm sie mich in ihre Arme und küßte mich – sie sagte nicht, daß ich nichts tauge, aber damals war ich vielleicht auch noch besser, obgleich ich noch nicht so viel Widerstand im Leben hatte durchmachen müssen. Zu Lichtmeß fand dann die Hochzeit statt. Das erste Jahr ging es gut, wir hielten einen Gesellen und einen Burschen, und damals dientest Du auch bei uns, Maren."

"Ach, Ihr wart mir eine gute Dienstherrin" sagte Maren. "Niemals werde ich vergessen, wie freundlich Ihr und Euer Mann zu mir waret."

"Das waren die guten Jahre, in denen Du bei uns warst – Kinder hatten wir da noch nicht. – Den Studenten sah ich niemals mehr. – Doch, ich sah ihn, aber er sah mich nicht. Er kam zu seiner Mutter Begräbnis. Ich sah, ihn am Grabe stehen, er war kreideweiß und tiefbetrübt, aber es war um der Mutter willen! Als später der Vater starb, war er in fremden Ländern und kam nicht her, auch später ist er nicht mehr hier gewesen. Niemals hat er sich verheiratet, das weiß ich; er war wohl Rechtsanwalt. – An mich dachte er nicht mehr und hätte er mich gesehen, so hätte er mich wohl nicht mehr erkannt, so häßlich bin ich geworden. Und das ist ja auch gut so!"

Und sie sprach von den schweren Tagen der Prüfung, wie das Unglück geradezu über sie hergefallen war. Sie besaßen fünfhundert Reichstaler, und da in der Straße ein Haus für zweihundert zu haben war und es sich gelohnt hätte, es niederzureißen und ein neues zu bauen, wurde das Haus gekauft. Der Maurer und der Zimmermann machten einen Überschlag, wonach das weitere noch eintausendzwanzig Mark kosten würde. Kredit hatte der Handschuhmacher, das Geld bekam er in Kopenhagen geliehen, aber der Schiffer, der es bringen sollte, ging unter und das Geld mit.

"Damals war es, daß mein lieber Junge, der hier schläft, geboren wurde. – Der Vater fiel in eine schwere langwierige Krankheit. Dreiviertel Jahr lang mußte ich ihn aus- und anziehen. Es ging immer weiter rückwärts mit uns; wir liehen und liehen, all unser Eigentum ging verloren und der Vater starb. – Ich habe mich gequält und geplagt, habe gestritten und gestrebt um des Kindes willen, habe Treppen gescheuert und Wäsche gewaschen, grobe und feine. Aber Gott wollte, daß ich es nicht besser haben sollte, aber er wird mich wohl einmal erlösen und für den Knaben sorgen."

Dann schlief sie ein.

Am Morgen fühlte sie sich gekräftigt und, wie sie glaubte, stark genug, wieder an ihre Arbeit zu gehen. Sie war eben in das kalte Wasser gestiegen, als ein Zittern, eine Ohnmacht sie befiel. Krampfhaft griff sie mit der Hand nach vorwärts, machte einen Schritt an das Land und fiel dann um. Der Kopf war auf dem Trockenen, aber die Füße lagen draußen im Fluß. Ihre Holzschuhe, mit denen sie auf dem Grunde gestanden hatte – in jedem von ihnen war eine Strohlage – trieben in der Strömung; hier wurde sie von Maren aufgefunden, die mit Kaffee herunterkam.

Vom Stadtvogt war eine Bestellung zuhause, daß sie sogleich zu ihm kommen möge, er habe ihr etwas zu sagen. Das war zu spät. Ein Barbier wurde geholt, um ihr zur Ader zu lassen; aber die Waschfrau war tot.

"Sie hat sich totgetrunken!" sagte der Stadtvogt.

In dem Briefe, der die Nachricht vom Tode des Bruders brachte, war der Inhalt des Testaments angegeben und darin stand, daß sechshundert Reichstaler der Handschubmacherswitwe vermacht waren, die einmal bei seinen Eltern gedient habe. Nach bestem Gewisses sollte das Geld in kleineren oder größeren Teilen ihr und ihrem Kinde übergeben werden.

"Da hat einmal so ein Techtelmechtel zwischen meinem Bruder und ihr stattgefunden!" sagte der Stadtvogt. "Gut: daß sie aus dem Wege ist, nun bekommt der Knabe das Ganze. Ich werde ihn zu braven Leuten geben, daß ein guter Handwerker aus ihm wird." – Und in diese Worte legte der liebe Gott seinen Segen.

Der Stadtvogt rief den Knaben zu sich, versprach, für ihn zu sorgen und sagte zu ihm, wie gut es sei, daß seine Mutter gestorben wäre, sie taugte nichts.

Sie wurde auf den Kirchhof gebracht, auf den Armenfriedhof. Maren pflanzte einen kleinen Rosenstrauch auf das Grab – und der Knabe stand an ihrer Seite.

"Meine liebe Mutter" sagte er und seine Tränen strömten: "Ist es wahr, daß sie nichts taugte?"

"Ja, sie taugte!" sagte das alte Mädchen und sah zum Himmel auf. "Ich weiß das seit langen Jahren und seit der letzten Nacht noch mehr. Ich sage Dir, sie taugte. Und unser Herrgott im Himmelreich sagt es auch. Laß die Welt nur ruhig sagen: sie taugt nichts!"
The mayor was standing at his open window; he was wearing a dress shirt with a dainty breastpin in its frill. He was very well shaven, self-done, though he had cut himself slightly and had stuck a small bit of newspaper over the cut.

"Listen, youngster!" he boomed.

The youngster was none other than the washerwoman's son, who respectfully took off his cap as he passed. This cap was broken at the rim, so that he could put it into his pocket. In his poor but clean and very neatly mended clothes, and his heavy wooden shoes, the boy stood as respectfully as if he were before the king.

"You're a good boy, a well-behaved lad!" said the Mayor. "I suppose your mother is washing down at the river, and no doubt you are going to bring her what you have in your pocket. That's an awful thing with your mother! How much have you there?"

"A half pint," said the boy in a low, trembling voice.

"And this morning she had the same?" continued the Mayor.

"No, it was yesterday!" answered the boy.

"Two halves make a whole! She is no good! It is sad there are such people. Tell your mother she ought to be ashamed of herself. Don't you become a drunkard-but I suppose you will! Poor child! Run along now."

And the boy went, still holding his cap in his hand, while the wind rippled the waves of his yellow hair. He went down the street and through an alley to the river, where his mother stood at her washing stool in the water, beating the heavy linen with a wooden beater. The current was strong, for the mill's sluices were open; the bed sheet was dragged along by the stream and nearly swept away her washing stool, and the woman had all she could do to stand up against it.

"I was almost carried away," she said. "It's a good thing you've come, for I need something to strengthen me. It's so cold in the water; I've been standing here for six hours. Have you brought me anything?"

The boy drew forth a flask, and his mother put it to her lips and drank a little.

"Oh, that does me good! How it warms me! It's just as good as hot food, and it isn't as expensive! Drink, my boy! You look so pale, and you're freezing in your thin clothes. Remember it is autumn. Ooh, the water is cold! If only I don't get ill! But I won't. Give me a little more, and drink some yourself, but only a little drop, for you mustn't get used to it, my poor dear child!"

And she walked out of the water and up onto the bridge where the boy stood. The water dripped from the straw mat that she had tied around her waist and from her petticoat.

"I work and slave till the blood runs out at my fingernails, but I do it gladly if I can bring you up honestly, my sweet child!"

Just then came an elderly woman, poorly clad, lame in one leg, and with an enormously large, false curl hanging down over one of her eyes, which was blind. This curl was supposed to hide the eye, but it only made the defect the more conspicuous. The neighbors called her "limping Maren with the curl," and she was an old friend of the washerwoman's.

"You poor thing," she cried, "slaving and toiling in the cold water! You certainly need something to warm you a little, and yet the gossips cry about the few drops you take!" And soon all that the Mayor had said to the boy was repeated to his mother, for Maren had overheard it, and it had angered her to hear him talk so to the child about his own mother and the few drops she took, because on that same day the Mayor was having a big dinner party with many bottles of wine.

"Good wine, strong wine! Many will drink more than they should, but they don't call that drinking. They are all right, but you are good for nothing!"

"What! Did the Mayor really say that, child?" asked the laundress, her lips quivering. "So you have a mother who is good for nothing! Perhaps he's right, though he shouldn't say so to a child. But I mustn't complain; good things have come to me from that house."

"Why, yes, you were in service there, when the Mayor's parents were alive. That was many years ago. Many bushels of salt have been eaten since then, so people may well be thirsty! laughed Maren. "The big dinner today at the Mayor's would have been postponed if everything hadn't been prepared. I heard the news from the porter. A letter came, an hour ago, telling them that the Mayor's younger brother, in Copenhagen, is dead."

"Dead!" cried the laundress, turning as white as a ghost.

"What does it matter to you" said Maren. "Of course, you must have known him, since you worked in the house."

"Is he really dead? He was the best and kindest of men-indeed, there aren't many like him!" Tears were rolling down her cheeks. "Oh, my God! Everything is going around! That's because I emptied the bottle. I couldn't stand so much. I feel so ill!" And she leaned against the fence for support.

"Good heavens, you are ill, indeed!" said Maren. "Try to get over it! No, you really are sick! I'd better get you home!"

"But the washing there!"

"I'll take care of that. Here, give me your arm. The boy can stay here and watch it till I come back and wash what's left. It's only a few pieces."

The poor laundress' legs were trembling under her. "I've stood too long in the cold water, with no food since yesterday! I have a burning fever. Oh, dear Lord Jesus, help me to get home! Oh, my poor child!" And she wept.

The boy cried too, as he sat alone beside the river, guarding the wet linen. The two women made their way slowly, the washerwoman dragging her shaky limbs up the little alley and through the street where the Mayor lived. Just as she reached the front of his house, she sank down on the cobblestones. A crowd gathered around her.

Limping Maren ran into his yard for help. The Mayor and his guests came to the windows.

"It's the washerwoman!" he said. "She's had a bit too much to drink; she's no good! It's a pity for that handsome boy of hers, I really like that child, but his mother is good for nothing."

And the washerwoman was brought to her own humble room, where she was put to bed. Kindly Maren hastened to prepare a cup of warm ale with butter and sugar-she could think of no better medicine in such a case-and then returned to the river, where, although she meant well, she did a very poor job with the washing; she only pulled the wet clothes out of the water and put them into a basket.

That evening she appeared again in the washerwoman's miserable room. She had begged from the Mayor's cook a couple of roasted potatoes and a fine fat piece of ham for the sick woman. Maren and the boy feasted on these, but the patient was satisfied with the smell, "For that was very nourishing," she said.

The boy was put to bed, in the same one in which his mother slept, lying crosswise at his mother's feet, with a blanket of old blue and red carpet ends sewed together.

The laundress felt a little better now; the warm ale had given her strength, and the smell of the good food had been nourishing.

"Thank you, my kind friend," she said to Maren, "I'll tell you all about it, while the boy is asleep. He's sleeping already; see how sweet he looks with his eyes closed. He doesn't think of his mother's sufferings; may our Lord never let him feel their equal! Well, I was in service at the Councilor's, the Mayor' parents, when their youngest son came home from his studies. I was a carefree young girl then, but honest-I must say that before heaven. And the student was so pleasant and jolly; every drop of blood in his veins was honest and true; a better young man never lived. He was a son of the house, and I was only a servant, but we became sweethearts-all honorably; a kiss is no sin, after all, if people really love each other. And he told his mother that he loved me. She was an angel in his eyes, wise and kind and loving. And when he went away again he put his gold ring on my finger.

"After he had gone my mistress called me in to speak to me; she looked so grave and yet so kind, and spoke as wisely as an angel indeed. She pointed out to me the gulf of difference, both mentally and materially, that lay between her son and me. 'Now he is attracted by your good looks, but that will fade in time. You haven't received his education; intellectually you can never rise to his level. I honor the poor,' she continued, ' and I know that there is many a poor man who will sit in a higher seat in the kingdom of heaven than many a rich man; but that is no reason for crossing the barrier in this world. Left to yourselves, you two would drive your carriage full tilt against obstacles, until it toppled over with you both. Now I know that Erik, the glovemaker, a good, honest craftsman, wants to marry you; he is a well-to-do widower with no children. Think it over!'

"Every word my mistress spoke went through my heart like a knife, but I knew she was right, and that weighed heavily upon me. I kissed her hand, and my bitter tears fell upon it. But still bitterer tears fell when I lay upon my bed in my own room. Oh, the long, dreary night that followed-our Lord alone knows how I suffered!

"Not until I went to church on Sunday did peace of mind come after my pain. It seemed the working of Providence that as I left the church I met Erik himself. There were no doubts in my mind now; we were suited to each other, both in rank and in means; he was even a well-to-do man. So I went straight up to him, took his hand, and asked, 'Do you still think of me?'

" 'Yes, always and forever,' he said.

" 'Do you want to marry a girl who likes and respects you, but does not love you?'

" 'I believe love will come,' he said, and then we joined hands.

"I went home to my mistress. The gold ring that her son had given me I had been wearing every day next to my heart, and every night on my finger in bed, but now I drew it out. I kissed it until my lips bled, then gave it to my mistress and told her that next week the banns would be read for me and the glovemaker.

"My mistress took me in her arms and kissed me; she didn't say I was good for nothing, but at that time I was perhaps better than I am now, for I had not yet known the misfortunes of the world. The wedding was at Candlemas, and for our first year we were quite happy. My husband had a workman and an apprentice with him, and you, Maren, were our servant."

"Oh, and such a good mistress you were!" said Maren. "I shall never forget how kind you and your husband were to me!"

"Ah, but you were with us during our good times! We had no children then. I never saw the student again. Oh, yes, I saw him once, but he didn't see me. He came to his mother's funeral, and I saw him standing by her grave, looking so sad and pale-but that was all for his mother's sake. When his father died later he was abroad and didn't come to that funeral. He didn't come here again; he became a lawyer, and he never married, I know. But he thought no more of me, and if he had seen me he would certainly have never recognized me, ugly as I am now. And it is all for the best!"

Then she went on to tell of the bitter days of hardship, when misfortune had fallen upon them. They had saved five hundred dollars, and since in their neighborhood a house could be bought for two hundred, they considered it a good investment to buy one, tear it down, and build again. So the house was bought, and the bricklayers and carpenters estimated that the new house would cost a thousand and twenty dollars. Erik had credit and borrowed that sum in Copenhagen, but the captain who was to have brought the money was shipwrecked and the money lost.

"It was just then that my darling boy, who lies sleeping there, was born. Then his father had a long and severe illness, and for nine months I even had to dress and undress him every day. We kept on going backward. We had to borrow more and more; one by one all our possessions were sold; and at last Erik died. Since then I have worked and slaved for the boy's sake, have gone out scrubbing floors and washing linen, done coarse work or fine, whatever I could get. But I was not to be better off; it is the Lord's will! He will take me away and find better provisions for my child." Then she fell asleep.

In the morning she seemed better and decided she was strong enough to return to her work. But the moment she felt the cold water a shivering seized her; she grasped about convulsively with her hands, took one step forward, and fell. Her head lay on the dry bank, but her feet were in the water of the river; her wooden shoes, in each of which there was a handful of straw, were carried away by the current.

And here she was found by Maren, when she came to bring her some coffee.

A message had come to her lodging that the Mayor wanted to see her, for he had something to say to her. It was too late. A doctor was summoned; the poor washerwoman was dead.

"She has drunk herself to death," said the Mayor.

The letter that had brought the Mayor the news of his brother's death also gave a summary of his will, and among other bequests he had left six hundred dollars to the glovemaker's widow, who had formerly served his parents! The money was to be paid at discretion in large or small sums to her and her child.

"There was some nonsense about love between my brother and her," said the Mayor. "It's just as well she's out of the way. Now it will all come to the boy, and I'll place him with some honest people who will make him a good workman." And on these words our Lord laid his blessings.

And the Mayor sent for the boy, promised to take care of him, and told him it was a lucky thing his mother was dead; she was good for nothing.

They carried her to the churchyard, to a pauper's grave. Maren planted a little rose tree on her grave, while the boy stood beside her.

"My darling mother," he said as the tears started from his eyes. "Is it true that she was good for nothing?"

"No, it is not true!" said the old woman, looking up to heaven. "I have known it for many years and especially since the night before she died. I tell you she was a good and fine woman, and our Lord in heaven will say so, too, so let the world say: 'She was good for nothing!'"




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