DEUTSCH

Die wilden Schwäne

NEDERLANDS

De wilde zwanen


Weit von hier, dort, wo die Schwalben hinfliegen, wenn wir Winter haben, wohnte ein König der elf Söhne und eine Tochter Elisa hatte. Die elf Brüder waren Prinzen und gingen mit dem Stern auf der Brust und dem Säbel an der Seite in die Schule. Sie schrieben mit Diamantgriffeln auf Goldtafeln und lernten ebenso gut auswendig, wie sie lasen; man konnte gleich hören, daß sie Prinzen waren. Die Schwester Elisa saß auf einem kleinen Schemel von Spiegelglas und hatte ein Bilderbuch, welches für das halbe Königreich erkauft war.

Oh, die Kinder hatten es so gut; aber so sollte es nicht immer bleiben!

Ihr Vater, welcher König über das ganze Land war, verheiratete sich mit einer bösen Königin, die den armen Kindern gar nicht gut war. Schon am ersten Tag konnten sie es merken. Auf dem ganzen Schloß war große Pracht, und da spielten die Kinder "Es kommt Besuch," aber statt daß sie, wie sonst, allen Kuchen und alle gebratenen Äpfel erhielten, die nur zu haben waren, gab sie ihnen bloß Sand in einer Teetasse und sagte, sie möchten tun, als ob etwas darin sei.

Die Woche darauf brachte sie die kleine Schwester Elisa auf das Land zu einem Bauernpaar, und lange währte es nicht, da redete sie dem König so viel von den armen Prinzen vor, daß er sich gar nicht mehr um sie kümmerte.

"Fliegt hinaus in die Welt und ernährt euch selbst!" sagte die böse Königin. "Fliegt wie die großen Vögel ohne Stimme!" Aber sie konnte es doch nicht so schlimm machen, wie sie gern wollte; sie wurden elf herrliche wilde Schwäne. Mit einem sonderbaren Schrei flogen sie aus den Schloßfenstern hinaus über den Park und den Wald dahin.

Es war noch ganz früh am Morgen, als sie da vorbeikamen, wo die Schwester Elisa in der Stube des Landmannes lag und schlief. Hier schwebten sie über dem Dach, drehten ihre langen Hälse und schlugen dann mit den Flügeln, aber niemand hörte oder sah es. Sie mußten wieder weiter, hoch gegen die Wolken empor, hinaus in die weiter Welt. Da flogen sie hin zu einem großen dunklen Wald, der sich bis an den Strand erstreckte.

Die arme, kleine Elisa stand in der Stube des Landmannes und spielte mit einem grünen Blatt; anderes Spielzeug hatte sie nicht. Und sie stach ein Loch in das Blatt, sah hindurch und gegen die Sonne empor, und da war es, als sähe sie ihrer Brüder klare Augen. Jedesmal, wenn die warmen Sonnenstrahlen auf ihre Wangen schienen, gedachte sie aller ihrer Küsse.

Ein Tag verging ebenso wie der andere. Strich der Wind durch die großen Rosenhecken draußen vor dem Haus, so flüsterte er den Rosen zu: "Wer kann schönen sein als Ihr?" Aber die Rosen schüttelten das Haupt und sangen: "Elisa ist es!" Und saß die alte Frau am Sonntag vor der Tür und las in ihrem Gesangbuch so wendete der Wind die Blätter um und sagte zum Buch: "Wer kann frömmer sein als du?" - "Elisa ist es!" sagte das Gesangbuch. Und es war die reine Wahrheit, was die Rosen und das Gesangbuch sagten.

Als sie fünfzehn Jahre alt war, sollte sie nach Hause. Und als die Königin sah, wie schön sie war, wurde sie ihr gram und voll Haß. Gern hätte sie sie in einen wilden Schwan verwandelt wie die Brüder, aber das wagte sie nicht gleich, weil ja der König seine Tochter sehen wollte.

Frühmorgens ging die Königin in das Bad, welches von Marmor erbaut und mit weichen Kissen und den prächtigsten Decken geschmückt war. Und sie nahm drei Kröten, küßte sie und sagte zu der einen: "Setze dich auf Elisas Kopf, wenn sie in das Bad kommt, damit sie dumm wird wie du!" - "Setze dich auf ihre Stirn, damit sie häßlich wird wie du, so daß ihr Vater sie nicht kennt!" - "Ruhe an ihrem Herzen," flüsterte sie der dritten zu; "laß sie einen bösen Sinn erhalten, damit sie Schmerzen davon hat!" Dann setzte sie die Kröten in das klare Wasser, welches sogleich eine grüne Farbe erhielt, rief Elisa, zog sie aus und ließ sie in das Wasser hinabsteigen. Und indem Elisa untertauchte, setzte sich die eine Kröte ihr in das Haar, die andere auf ihre Stirn und die dritte auf die Brust. Aber sie schien es gar nicht zu merken. Sobald sie sich emporrichtete, schwammen drei rote Mohnblumen auf dem Wasser. Wären die Tiere nicht giftig gewesen und von der Hexe geküßt worden, so wären sie in rote Rosen verwandelt. Aber Blumen wurden sie doch, weil sie auf ihrem Haupt und an ihrem Herzen geruht hatten. Sie war zu fromm und unschuldig, als daß die Zauberei Macht über sie haben konnte!

Als die böse Königin das sah, rieb sie Elisa mit Walnußsaft ein, so daß sie ganz schwarzbraun wurde, bestrich ihr das hübsche Antlitz mit einer stinkenden Salbe und ließ das herrliche Haar sich verwirren. Es war unmöglich, die schöne Elisa wiederzuerkennen.

Als sie der Vater sah, erschrak er sehr und sagte, es sei nicht seine Tochter. Niemand, außer dem Kettenhund und den Schwalben, wollte sie erkennen; aber das waren arme Tiere, die nichts zu sagen hatten.

Da weinte die arme Elisa und dachte an ihre elf Brüder, die alle weg waren. Betrübt stahl sie sich aus dem Schloß und ging den ganzen Tag über Feld und Moor bis in den großen Wald hinein. Sie wußte gar nicht, wohin sie wollte, aber die fühlte sich so betrübt und sehnte sich nach ihren Brüdern. Die waren sicher auch, gleich ihr, in die Welt hinausgejagt, die wollte sie suchen und finden. Nur kurze Zeit war sie im Wald gewesen, da brach die Nacht an. Sie kam ganz vom Weg und Steg ab, darum legte sie sich auf das weiche Moos nieder, betete ihr Abendgebet und lehnte ihr Haupt an einen Baumstumpf. Es war da so still, die Luft so mild, und ringsumher im Gras und im Moos leuchteten, einem grünen Feuer gleich, Hunderte von Johanneswürmchen. Als sie einen der Zweige leise mit der Hand berührte, fielen die leuchtenden Käfer wie Sternschnuppen zu ihr nieder.

Die ganze Nacht träumte sie von ihren Brüdern. Sie spielten wieder als Kinder, schrieben mit dem Diamantgriffel auf die Goldtafel und betrachteten das herrliche Bilderbuch, welches das halbe Reich gekostet hatte. Aber auf die Tafel schrieben sie nicht, wie früher, Nullen und Striche, sondern die mutigen Taten, die sie vollführt, alles, was sie erlebt und gesehen hatten. Und im Bilderbuch war alles lebendig, die Vögel sangen, und die Menschen gingen aus dem Buch heraus und sprachen mit Elisa und ihren Brüdern. Aber wenn diese das Blatt umwendeten, sprangen sie gleich wieder zurück, damit keine Unordnung hineinkomme.

Als sie erwachte, stand die Sonne schon hoch. Sie konnte sie freilich nicht sehen, die hohen Bäume breiteten ihre Zweige dicht und fest über sie aus. Aber die Strahlen spielten dort oben gerade wie ein wehender Goldflor. Da war ein Duft von Grünem, und die Vögel setzten sich fast auf ihre Schultern. Sie hörte Wasser plätschern. Das waren viele große Quellen, die alle in einen See ausliefen, in dem der herrlichste Sandhoden war. Freilich wuchsen dort dichte Büsche ringsumher, aber an einer Stelle hatten die Hirsche eine große Lichtung gemacht, und hier ging Elisa zum Wasser hin. Dies war so klar, daß man, wenn der Wind nicht die Zweige und Büsche berührte, so daß sie sich bewegten, hätte glauben können, sie seine auf dem Boden abgemalt, so deutlich spiegelte sich dort jedes Blatt, sowohl das, welches von der Sonne beschienen, als das, welches im Schatten war.

Sobald Elisa ihr eigenes Gesicht erblickte, erschrak sie, so braun und häßlich war es. Doch als sie ihre kleine Hand benetzte und Augen und Stirne rieb, glänzte die weiße Haut wieder vor. Da entkleidete sie sich und ging in das frische Wasser hinein. Ein schöneres Königskind, als sie war, wurde in dieser Welt nicht gefunden.

Als sie sich wieder angekleidet und ihr langes Haar geflochten hatte, ging sie zur sprudelnden Quelle, trank aus der hohlen Hand und wanderte tief in den Wald hinein, ohne selbst zu wissen, wohin. Sie dachte an ihre Brüder, dachte an den lieben Gott, der sie sicher nicht verlassen würde. Gott ließ die wilden Waldäpfel wachsen, um die Hungrigen zu sättigen. Er zeigte ihr einen solchen Raum, die Zweige bogen sich unter der Last der Früchte. Hier hielt sie ihre Mittagsmahlzeit, setzte Stützen unter die Zweige und ging dann in den dunkelsten Teil des Waldes hinein. Da war es so still, daß sie ihre eigenen Fußtritte hörte sowie jedes kleinste vertrocknete Blatt, welches sich unter ihrem Fuße bog. Nicht ein Vogel war da zu sehen, nicht ein Sonnenstrahl konnte durch die großen, dunklen Baumzweige dringen. Die hohen Stämme standen so nahe beisammen, daß es, wenn sie vor sich in sah, ganz so schien, als ob ein Balkengitter dicht beim andern sie umschlösse. Oh, hier war eine Einsamkeit, wie sie solche früher nie gekannt!

Die Nacht wurde ganz dunkel. Nicht ein einziger kleiner Johanniswurm leuchtete aus dem Moos. Betrübt legte sie sich nieder, um zu schlafen. Da schien es ihr, als ob die Baumzweige über ihr sich zur Seite bewegten und der liebe Gott mit milden Augen auf sie niederblickte, und kleine Engel sahen über seinem Kopf und unter seinen Armen hervor.

Als sie am Morgen erwachte, wußte sie nicht, ob sie es geträumt hatte oder ob es wirklich so gewesen.

Sie ging einige Schritte vorwärts, da begegneten sie einer alten Frau mit Beeren in ihrem Korb. Die Alte gab ihr einige davon. Elisa frage, ob sie nicht elf Prinzen durch den Wald habe reiten sehen.

"Nein!" sagte die Alte; "aber ich sah gestern elf Schwäne mit Goldkronen auf dem Haupt den Fluß hier nahebei hinabschwimmen!"

Und sie führte Elisa ein Stück weiter vor zu einem Abhang. Am Fuße desselben schlängelte sich ein Flüßchen. Die Bäume an seinen Ufern streckten ihre langen, blattreichen Zweige einander entgegen, und wo sie ihrem natürlichen Wuchse nach, nicht zusammenreichen konnten, da waren die Wurzel aus der Erde losgerissen und hingen, mit den Zweigen ineinander geflochten, über das Wasser hinaus.

Elisa sagte der Alten Lebewohl und ging das Flüßchen entlang, bis wo dieses ins große, offene Meer hinausfloß.

Das ganze herrliche Meer lag vor dem jungen Mädchen, aber nicht ein Segel zeigte sich darauf, nicht ein Boot war da zu sehen. Wie sollte sie nun dort weiter fort kommen? Sie betrachtete die unzähligen kleinen Steine am Ufer, das Wasser hatte sie alle rund geschliffen. Glas, Eisen, Seine, alles, was da zusammengespült lag, hatte seine Form durch das Wasser bekommen, welches doch viel weicher war als ihre feine Hand. "Das rollt unermüdlich fort, und so ebnet sich das Harte. Ich will ebenso unermüdlich sein. Dank für eure Lehre, ihr klaren, rollenden Wogen; einst, das sagte mir mein Herz, werdet ihr mich zu meinen lieben Brüdern tragen!"

Auf dem angespülten Seegras lagen elf weiße Schwanenfedern! Sie sammelte sie zu einem Strauß. Es lagen Wassertropfen darauf - ob es Tau oder Tränen waren, konnte man nicht sehen. Einsam war es dort am Strand, aber sie fühlte es nicht, denn das Meer bot eine dauernde Abwechslung, ja mehr in nur wenigen Stunden, als die Landseen in einem ganzen Jahr aufweisen können. Kam eine große, schwarze Wolke, so war das, als ob die See sagen wollte: "Ich kann auch finster aussehen." Und dann blies der Wind, und die Wogen kehrten das Weiße nach außen. Schienen aber die Wolken rot und schliefen die Winde, so war das Meer einem Rosenblatt gleich; bald wurde es grün, bald weiß. Aber wie still es auch ruhte, am Ufer war doch eine leise Bewegung, das Wasser hob sich schwach wie die Brust eines schlafenden Kindes.

Als die Sonne unterzugehen im Begriff war, sah Elisa elf wilde Schwäne mit Goldkronen auf dem Kopf dem Lande zufliegen. Sie schwebten einer hinter dem anderen, es sah aus wie ein langes, weißes Band. Da stieg Elisa den Abhang hinauf und verbarg sich hinter einem Busch. Die Schwäne ließen sich nahe bei ihr nieder und schlugen mit ihren großen, weißen Schwingen.

Sobald die Sonne hinter dem Wasser war, fielen plötzlich die Schwanengefieder, und elf schöne Prinzen, ihre Brüder, standen da. Sie stieß einen lauten Schrei aus; obwohl sie sich sehr verändert hatte, wußte sie doch, daß sie es waren, fühlte sie, daß sie es sein müßten. Und sie sprang in ihre Arme und nannte sie bei Namen. Und die Prinzen fühlten sich so glücklich, als sie ihre kleine Schwester sahen, und erkannten sie, die nun groß und schön war. Sie lachten und weinten, und bald hatten sie verstanden, wie böse ihre Stiefmutter gegen sie alle gewesen war.

"Wir Brüder," sagte der älteste, "fliegen als wilde Schwäne, solange die Sonne am Himmel steht; sobald sie untergegangen ist, erhalten wir unsere menschliche Gestalt wieder. Deshalb müssen wir immer aufpassen, beim Sonnenuntergang eine Ruhestätte für die Füße zu haben, denn fliegen wir um diese Zeit gegen die Wolken empor, so müssen wir als Menschen in die Tiefe hinunterstürzen. Hier wohnen wir nicht; es liegt ein ebenso schönes Land wie dieses jenseits der See. Aber der Weg dahin ist weit. Wir müssen über das große Meer, und es findet sich keine Insel auf unserm Wege, wo wir übernachten könnten; nur eine einsame, kleine Klippe ragt in der Mitte hervor, sie ist nicht größer, als daß wir dicht nebeneinander darauf ruhen können. Ist die See stark bewegt, so spritzt das Wasser hoch über uns; aber doch danken wir Gott für sie. Da übernachten wir in unserer Menschengestalt; ohne diese könnten wir nie unser liebes Vaterland besuchen, denn zwei der längsten Tage des Jahres brauchen wir für unseren Flug. Nur einmal im Jahr ist es uns vergönnt, unsere Heimat zu besuchen. Elf Tage dürfen wir hier bleiben und über den großen Wald hinfliegen, von wo wir das Schloß, in dem wir geboren wurden und wo unser Vater wohnt, erblicken und den hohen Kirchturm sehen können, wo die Mutter begraben ist. Hier kommt es uns vor, als seien Bäume und Büsche mit uns verwandt; hier laufen die wilden Pferde über die Steppen hin, wie wir es in unserer Kindheit gesehen; hier singt der Kohlenbrenner die alten Lieder, nach denen wir als Kinder tanzten; hier ist unser Vaterland; hierher fühlen wir uns gezogen, und hier haben wir dich, du liebe, kleine Schwester, gefunden! Zwei Tage können wir noch hier bleiben, dann müssen wir fort über das Meer, nach einem herrlichen Land, welches aber nicht unser Vaterland ist! Wie bringen wir dich fort? Wir haben weder Schiff noch Boot!"

"Auf welche Art kann ich euch erlösen?" fragte die Schwester.

Und sie unterhielten sich fast die ganze Nacht, es wurde nur einige Stunden geschlummert.

Elisa erwachte von dem Rauschen der Schwanenflügel, welche über ihr sausten, die Brüder waren wieder verwandelt. Und sie flogen in großen Kreisen und zuletzt weit weg, aber der eine von ihnen, der jüngste, blieb zurück. Und der Schwan legte den Kopf in ihren Schoß, und sie streichelte seine Flügel, den ganzen Tag waren sie beisammen. Gegen Abend kamen die andern zurück, und als die Sonne untergegangen war, standen sie in natürlicher Gestalt da.

"Morgen fliegen wir von hier weg und können vor Ablauf eines ganzen Jahres nicht zurückkehren. Aber dich können wir nicht so verlassen! Hast du Mut, mitzukommen? Mein Arm ist stark genug, dich durch den Wald zu tragen. Sollten wir da nicht alle so starke Flügel haben, um mit dir über das Meer zu fliegen?"

"Ja, nehmt mich mit!" sagte Elisa.

Die ganze Nacht brachten sie damit zu, aus der geschmeidigen Weidenrinde und dem zähen Schild ein Netz zu flechten, und das wurde groß und fest. Auf dieses Netz legte sich Elisa, und als die Sonne hervortrat und die Brüder in wilde Schwäne verwandelt wurden, ergriffen sie das Netz mit ihren Schnäbeln und flogen mit ihrer lieben Schwester, die noch schlief, hoch gegen die Wolken empor. Die Sonnenstrahlen fielen ihr gerade auf das Antlitz, deshalb flog einer der Schwäne über ihrem Kopf, damit seine breiten Schwingen sie beschatten konnten.

Sie waren weit vom Land entfernt, als Elisa erwachte. Sie glaubte noch zu träumen, so sonderbar kam es ihr vor, hoch durch die Luft über das Meer getragen zu werden. An ihrer Seite lag ein Zweig mit herrlichen reifen Beeren und ein Bündel wohnschmeckender Wurzeln, die hatte der jüngste der Brüder gesammelt und ihr hingelegt. Sie lächelte ihn dankbar an, denn sie erkannte ihn, er war es, der über ihr folg und sie mit den Schwingen beschattete.

Sie waren so hoch, daß das größte Schiff, welches sie unter sich erblickten, eine weiße Möwe zu sein schien, die auf dem Wasser lag. Eine große Wolke stand hinter ihnen, das war ein ganzer Berg. Und auf diesem sah Elisa ihren eigenen Schatten und den der elf Schwäne, so riesengroß flogen sie dahin. Das war ein Gemälde, prächtiger, als sie früher je eins gesehen. Doch als die Sonne höher stieg und die Wolke weiter zurückblieb, verschwand das schwebende Schattenbild.

Den ganzen Tag flogen sie fort, gleich einem sausenden Pfeil durch die Luft; aber es ging doch langsamer als sonst, denn jetzt hatten sie die Schwester zu tragen. Es zog ein böses Wetter auf, der Abend brach herein. Ängstlich sah Elisa die Sonne sinken, und noch war die einsame Klippe im Meere nicht zu erblicken. Es kam ihr vor, als machten die Schwäne stärkere Schläge mit den Flügeln. Ach, sie war Schuld daran, daß sie nicht rasch genug fortkamen. Wenn die Sonne untergegangen war, so mußten sie Menschen werden, in das Meer stürzen und ertrinken. Da betete sie aus dem Innersten des Herzens ein Gebet zum lieben Gott; aber noch erblickte sie keine Klippe. Die schwarze Wolke kam näher, die starken Windstöße verkündeten einen Sturm. Die Wolken standen in einer einzigen, großen, drohenden Welle da, welche fast wie Blei vorwärts schoß, Blitz leuchtete auf Blitz.

Jetzt war die Sonne gerade am Rande des Meeres. Elisas Herz bebte. Da schossen die Schwäne hinab, so schnell, daß sie zu fallen glaubte. Aber nun schwebten sie wieder. Die Sonne war halb unter dem Wasser, da erblickte sie erst die kleine Klippe unter sich. Sie sah nicht größer aus, als ob es ein Seehund sei, der den Kopf aus de Wasser streckte. Die Sonne sank so schnell, jetzt erschien sie nur noch wie ein Stern. Da berührte ihr Fuß den festen Grund! Die Sonne erlosch gleich dem letzten Funken im brennenden Papier. Arm in Arm sah sie die Brüder um sich stehen; aber mehr Platz, als gerade für diese und sie war auch nicht da. Die See schlug gegen die Klippe und ging wie Staubregen über sie hin. Der Himmel leuchtete in einem fortwährenden Feuer, und Schlag auf Schlag rollte der Donner. Aber Schwester und Brüder faßten sich an den Händen und sangen Psalmen, aus denen sie Trost und Mut schöpften.

In der Morgendämmerung war die Luft rein und still, Sobald die Sonne emporstieg, flogen die Schwäne mit Elisa von der Insel fort. Das Meer ging noch hoch; es sah aus, wie sie hoch in der Luft waren, als ob der weiße Schaum auf der schwarzgrünen See Millionen Schwäne seien, die auf dem Wasser schwammen.

Als die Sonne höher stieg, sah Elisa vor sich, halb in der Luft schwimmend, ein Bergland mit glänzenden Eismassen auf den Felsen. Und mitten darauf erhob sich ein meilenlanges Schloß mir einem kühnen Säulengang über dem andern; unten wogten Palmenwälder und Prachtblumen, so groß wie Mühlräder. Sie fragte, ob das das Land sei, wo sie hin wollten; aber die Schwäne schüttelten mit dem Kopf, denn das, was sie sah, war der Fata Morgana herrliches, allzeit wechselndes Wolkenschloß, in das durften sie keinen Menschen hineinbringen. Elisa starrte es an, da stützten Berge, Wälder und Schloß zusammen, und zwanzig stolze Kirchen, alle einander gleich, mit hohen Türmen und spitzen Fenstern standen vor ihnen. Sie glaubte die Orgeln ertönen zu hören, aber es war das Meer, welches sie hörte. Nun war sie den Kirchen ganz nahe, da wurden sie zu einer ganzen Flotte, die unter ihr dahinsegelte; doch als sie hinunterblickte, waren es nur Meernebel, die über dem Wasser hinglitten. So hatte sie eine ewige Abwechslung vor den Augen, und dann sah sie das wirkliche Land, zu dem hin sie wollten. Dort erhoben sich die herrlichsten blauen Berge mit Zedernwäldern, Städten und Schlössern. Lange bevor die Sonne unterging, saß sie auf dem Felsen vor einer großen Höhle, die mit feinen grünen Schlingpflanzen bewachsen war, es sah aus, als seien es gestickte Teppiche.

"Nun wollen wir sehen, was du diese Nacht hier träumst," sagte der jüngste Bruder und zeigte ihr die Schlafkammer.

"Gebe der Himmel, daß ich träumen möge, wie ich euch erretten kann!" sagte sie. Und dieser Gedanke beschäftigte sie lebhaft. Sie betete recht inbrünstig zu Gott um seine Hilfe, ja, selbst im Schlafe fuhr sie fort zu beten. Da kam es ihr vor, als ob sie hoch in die Luft fliege, zu der Fata Morgana Wolkenschloß. Und die Fee kam ihr entgegen, so schön und glänzend; und doch glich sie ganz der alten Frau, die ihr Beeren im Walde gegeben und ihr von den Schwänen mit Goldkronen auf dem Kopfe erzählt hatte.

"Deine Brüder können erlöst werden!" sagte sie; "Aber hast du Mut und Ausdauer? Wohl ist das Wasser weicher als deine feinen Hände, und doch formt es die Steine um; aber es fühlt nicht die Schmerzen, die deine Finger fühlen werden, es hat kein Herz, leidet nicht die Angst und Qual, die du aushalten mußt. Siehst du die Brennessel, die ich in meiner Hand halte? Von derselben Art wachsen viele rings um die Höhle, wo du schläfst; nur die dort und die, welche auf des Kirchhofs Gräbern wachsen, sind tauglich, merke dir das. Die mußt du pflücken, obgleich sie deine Hand voll Blasen brennen werden. Brich die Nesseln mit deinen Füßen, so erhältst du einen Flachs; aus diesem mußt du elf Panzerhemden mit langen Ärmeln flechten und binden. Wirf diese über die elf Schwäne, so ist der Zauber gelöst. Aber bedenke wohl, daß du von dem Augenblick, wo du diese Arbeit beginnst, bis zu dem, wo sie vollendet ist, wenn auch Jahre darüber vergehen, nicht sprechen darfst. Das erste Wort, welches du sprichst, geht als tötender Dolch in deiner Brüder Herz! An deiner Zunge hängt ihr Leben. Merke dir das alles."

Und sie berührte zugleich ihre Hand mit der Nessel. Es war einem brennenden Feuer gleich; Elisa erwachte dadurch. Es war heller Tag, und dicht daneben, wo sie geschlafen hatte, lagt eine Nessel wie die, welche sie im Traum gesehen. Da fiel sie auf ihre Knie, dankte dem lieben Gott und ging aus der Höhle hinaus, um ihre Arbeit zu beginnen.

Mit den feinen Händen griff sie hinunter in die häßlichen Nesseln, diese waren wie Feuer. Große Blasen brannten sie an ihren Händen und Armen; aber gern wollte sie es leiden, konnte sie nur die lieben Brüder befreien. Sie brach jede Nessel mit ihren bloßen Füßen und flocht den grünen Flachs.

Als die Sonne untergegangen war, kamen die Brüder, und sie erschraken, sie so stumm zu finden. Sie glaubten, es sei ein neuer Zauber der bösen Stiefmutter. Aber als sie ihre Hände erblickten, begriffen sie, was sie ihrethalben tat. Und der jüngste Bruder weinte, und wohin seine Tränen fielen, da fühlte sie keine Schmerzen, da verschwanden die brennenden Blasen.

Die Nacht brachte sie bei ihrer Arbeit zu, denn sie hatte keine Ruhe, bevor sie die lieben Brüder erlöst hätte. Den ganzen folgenden Tag, während die Schwäne fort waren, saß sie in ihrer Einsamkeit; aber noch nie war die Zeit ihr so schnell entflohen. Ein Panzerhemd war schon fertig, nun fing sie das zweite an.

Da ertönte ein Jagdhorn zwischen den Bergen; sie wurde von Furcht ergriffen. Der Ton kam immer näher, sie hörte Hunde bellen; erschrocken floh sie in die Höhle, band die Nesseln, die sie gesammelt und gehechelt hatte, in ein Bund zusammen und setzte sich drauf.

Sogleich kam ein großer Hund aus der Schlucht hervorgesprungen, und gleich darauf wieder einer und noch einer; sie bellten laut, liefen zurück und kamen wieder vor. Es währte nur wenige Minuten, so standen alle Jäger vor der Höhle, und der schönste unter ihnen war der König des Landes. Er trat auf Elisa zu, nie hatte er ein schöneres Mädchen gesehen.

"Wie bist du hierher gekommen, du herrliches Kind?" frage er. Elisa schüttelte den Kopf, sie durfte ja nicht sprechen; es galt ihrer Brüder Erlösung und Leben. Und sie verbarg ihre Hände unter der Schürze, damit der König nicht sehen solle, was sie leiden mußte.

"Kommt mit mir!" sagte er, "hier darfst du nicht bleiben. Bist du so gut, wie du schön bist, so will ich dich in Seide und Samt kleiden, die Goldkrone dir auf das Haupt setzen, und du sollst in meinem reichsten Schloß wohnen und hausen!" Und dann hob er sie auf sein Pferd. Sie weinte und rang die Hände, aber der König sagte: "Ich will nur dein Glück! Einst wirst du mir dafür danken." Und dann jagte er fort durch die Berge und hielt sie vorn auf dem Pferd, und die Jäger jagten hinterher.

Als die Sonne unterging, lag die schöne Königsstadt mit Kirchen und Kuppeln vor ihnen. Und der König führte sie in das Schloß, wo große Springbrunnen in den hohen Marmorsälen plätscherten, wo Wände und Decken mit Gemälden prangten. Aber sie hatte keine Augen dafür, sie weinte und trauerte. Willig ließ sie sich von den Frauen königliche Kleider anlegen, Perlen in ihre Haar flechten und feine Handschuhe über die verbrannten Finger ziehen.

Als sie in ihrer Pracht dastand, war sie so blendend schön, daß der Hof sich noch tiefer verneigte. Und der König erkor sie zu seiner Braut, obgleich der Erzbischof den Kopf schüttelte und flüsterte, daß das schöne Waldmädchen ganz sicher eine Hexe sein, sie blende die Augen und betöre das Herz des Königs.

Aber der König hörte nicht darauf, ließ die Musik ertönen, die köstlichsten Gerichte auftragen und die lieblichsten Mädchen um sie tanzen. Und sie wurde durch duftende Gärten in prächtige Säle hineingeführt, aber nicht ein Lächeln kam auf ihre Lippen oder sprach aus ihren Augen. Wie ein Bild der Trauer stand sie da. Dann öffnete der König eine kleine Kammer dicht daneben, wo sie schlafen sollte; die war mit köstlichen grünen Teppichen geschmückt und glich ganz der Höhle, in der sie gewesen war. Auf dem Fußboden lag das Bund Flachs, welches sie aus den Nesseln gesponnen hatte, und unter der Decke hing das Panzerhemd, welches fertig gestrickt war. Alles dieses hatte ein Jäger als Kuriosität mitgenommen.

"Hier kannst du dich in deine frühere Heimat zurückträumen!" sagte der König. "Hier ist die Arbeit, die dich dort beschäftigte. Jetzt, mitten in all deiner Pracht, wird es dich erfreuen, an jene Zeit zurückzudenken."

Als Elisa das sah, was ihrem Herzen so nahe lag, spielte ein Lächeln um ihren Mund, und das Blut kehrte in ihre Wangen zurück. Sie dachte an die Erlösung ihrer Brüder, küßte des Königs Hand; und er drückte sie an sein Herz und ließ durch alle Kirchenglocken das Hochzeitsfest verkünden. Das schöne, stumme Mädchen aus dem Walde ward des Landes Königin.

Da flüsterte der Erzbischof böse Worte in des Königs Ohren, aber sie drangen nicht bis zu seinem Herzen. Die Hochzeit sollte stattfinden; der Erzbischof selbst mußte ihr die Krone auf das Haupt setzen, und er drückte mit bösem Sinn den engen Ring fest auf ihre Stirn nieder, so daß es schmerzte. Doch ein schwererer Ring lag um ihr Herz, die Trauer um ihre Brüder. Sie fühlte nicht die körperlichen Leiden. Ihr Mund war stumm, ein einziges Wort würde ja ihren Brüdern das Leben kosten. Aber in ihren Augen sprach sich innige Liebe zu dem guten, schönen König aus, der alles tat, um sie zu erfreuen. Von ganzem Herzen gewann sie ihn von Tag zu Tag lieber; oh, daß sie nur sich ihm vertrauen und ihre Leiden klagen dürfte! Doch stumm mußte sie sein, stumm mußte sie ihr Werk vollbringen. Deshalb schlich sie sich des Nachts von seiner Seite, ging in die kleine ´Kammer, welche wie die Höhle geschmückt war, und strickte ein Panzerhemd nach dem andern fertig. Aber als sie das siebente begann, hatte sie keinen Flachs mehr.

Auf dem Kirchhof, das wußte sie, wuchsen Nesseln, die sie brauchen konnte; aber die mußte sie selber pflücken. Wie sollte sie da hinaus gelangen!

"Oh, was ist der Schmerz in meinen Fingern gegen die Qual, die mein Herz erduldet!" dachte sie. "Ich muß es wagen! Der Herr wird seine Hand nicht von mir nehmen!" Mit einer Herzensangst, als sei es eine böse Tat, die sie vorhabe, schlich sie sich in der mondhellen Nacht in den Garten hinunter und ging durch die Alleen und durch die einsamen Straßen zum Kirchhof hinaus. Da sah sie auf einem der breitesten Grabsteine einen Kreis Lamien sitzen. Diese häßlichen Hexen nahmen ihre Lumpen ab, als ob sie sich baden wollten, und dann gruben sie mit den langen, mageren Fingern die frischen Gräber auf, holten Leichen heraus und aßen ihr Fleisch. Elisa mußte nahe an ihnen vorbei, und sie hefteten ihre bösen Blicke auf sie; aber sie betete still, sammelte die brennenden Nesseln und trug sie zu dem Schlosse heim.

Nur ein einziger Mensch hatte sie gesehen: der Erzbischof. Er war munter, wenn die andern schliefen. Nun hatte er doch recht mit seiner Meinung, daß es mit der Königin nicht sei, wie es sein sollte; sie sei eine Hexe, deshalb habe sie den König und das ganze Volk betört.

Im Beichtstuhl sagte er dem König, was er gesehen hatte und was er fürchtete. Und als die harten Worte seiner Zunge entströmten, schüttelten die Heiligenbilder die Köpfe, als wenn sie sagten wollten: "Es ist nicht so! Elisa ist unschuldig!" Aber der Erzbischof legte es anders aus, er meinte, daß sie gegen sie zeugten, daß sie über ihre Sünden die Köpfe schüttelten. Da rollten zwei schwere Tränen über des Königs Wangen herab. Er ging nach Hause mit Zweifel in seinem Herzen und stellte sich, als ob er in der Nacht schlafe. Aber es kam kein ruhiger Schlaf in seine Augen, er merkte, wie Elisa aufstand. Jede Nacht wiederholte sie dieses, und jedesmal folgte er ihr sacht nach und sah, wie sie in ihrer Kammer verschwand.

Tag für Tag wurde seine Miene finsterer; Elisa sah es, begriff aber nicht, weshalb. Allein es ängstigte sie, und was litt sie nicht im Herzen für die Brüder. Auf den königlichen Staat und Purpur flossen ihre heißen Tränen; die lagen da wie schimmernde Diamanten, und alle, welche die reiche Pracht sahen, wünschten Königin zu sein. Inzwischen war sie bald mit ihrer Arbeit fertig, nur ein Panzerhemd fehlte noch. Aber Flachs hatte sie auch nicht mehr, nicht eine einzige Nessel. Einmal, nur dieses letzte Mal mußte sie deshalb zum Kirchhof und einige Handvoll pflücken. Sie dachte mit Angst an diese einsame Wanderung und an die schrecklichen Lamien; aber ihr Wille stand fest sowie ihr Vertrauen auf den Herrn.

Elisa ging, aber der König und der Erzbischof folgten ihr. Sie sahen sie bei der Gitterpforte zum Kirchhof hinein verschwinden, und als sie sich näherten, saßen die Lamien auf dem Grabstein, wie Elisa sie gesehen hatte. Und der König wendete sich ab, denn unter ihnen dachte er sich die, deren Haupt noch diesen Abend an seiner Brust geruht hatte.

"Das Volk muß sie verurteilen!" sagte er. Und das Volk verurteilte sie, in den roten Flammen verbrannt zu werden.

Aus den prächtigen Königssälen wurde sie in ein dunkles, feuchtes Loch geführt, wo der Wind durch das Gitter hineinpfiff. Statt Samt und Seide gab man ihr das Bund Nesseln, welches sie gesammelt hatte, darauf konnte sie ihr Haupt legen. Die harten, brennenden Panzerhemden, die sie gestrickt hatte, sollten ihre Decken sein. Aber nichts Lieberes hätte man ihr geben können; sie nahm wieder ihre Arbeit vor und betete zu ihrem Gott. Draußen sangen die Straßenbuben Spottlieder auf sie; keine Seele tröstete sie mit einem freundlichen Wort.

Da schwirrte gegen Abend dicht am Gitter ein Schwanenflügel. Das war der jüngste der Brüder. Er hatte die Schwester gefunden, und sie schluchzte laut vor Freude, obgleich sie wußte, daß die kommende Nacht wahrscheinlich die letzte sein würde, die sie zu leben hatte. Aber nun war ja auch die Arbeit fast beendigt, und ihre Brüder waren hier.

Der Erzbischof kam nun, um in der letzten Stunde bei ihr zu sein, das hatte er dem König versprochen. Aber sie schüttelte das Haupt und bat mit Blicken und Mienen, er möge gehen. In dieser Nacht mußte sie ja ihre Arbeit vollenden, sonst war alles unnütz, alles, Schmerz, Tränen und die schlaflosen Nächte. Der Erzbischof entfernte sich mit bösen Worten gegen sie, aber die arme Elisa wußte, daß sie unschuldig war, und fuhr in ihrer Arbeit fort.

Die kleinen Mäuse liefen auf dem Fußboden, sie schleppten Nesseln zu ihren Füßen hin, um doch etwas zu helfen. Und die Drossel setzte sich an das Gitter des Fensters und sang die ganze Nacht so munter, wie sie konnte, damit Elisa nicht den Mut verlieren möchte.

Es dämmerte noch, erst nach einer Stunde ging die Sonne auf. Da standen die elf Brüder an der Pforte des Schlosses und verlangten, vor den König geführt zu werden. Das könne nicht geschehen, wurde geantwortet, es sei ja noch Nacht; der König schlafe und dürfe nicht geweckt werden. Sie baten, sie drohten, die Wache kam, ja selbst der König trat heraus und fragte, was das bedeute. Da ging gerade die Sonne auf, und nun waren keine Brüder zu sehen; aber über das Schloß flogen elf wilde Schwäne hin.

Aus dem Stadttor strömte das ganze Volk; es wollte die Hexe verbrennen sehen. Ein alter Gaul zog den Karren, auf dem sie saß. Man hatte ihr einen Kittel von grobem Sackleinen angezogen; ihr herrliches Haar hing aufgelöst um das schöne Haupt; ihre Wangen waren totenbleich, ihre Lippen bewegten sich leise, während die Finger den grünen Flachs zurichteten. Selbst auf dem Weg zu ihrem Tode unterbrach sie die angefangene Arbeit nicht. Die zehn Panzerhemden lagen zu ihren Füßen, an dem elften arbeitete sie. Der Pöbel verhöhnte sie.

"Sieh die rote Hexe, wie sie murmelt! Kein Gesangbuch hat sie in der Hand, nein, mit ihrer häßlichen Gaukelei sitzt sie da. Reißt sie ihr in tausend Stücke!"

Und sie drangen alle auf sie ein und wollten die Panzerhemden zerreißen. Da kamen elf wilde Schwäne geflogen, die setzten sich rings um sie auf den Karren und schlugen mit ihren großen Schwingen. Nun wich der Haufe erschrocken zur Seite.

"Das ist ein Zeichen des Himmels! Sie ist sicher unschuldig!" flüsterten viele. Aber sie wagten nicht, es laut zu sagen.

Jetzt ergriff der Henker sie bei der Hand. Da warf sie hastig die elf Panzerhemden über die Schwäne. Und sogleich standen elf schöne Prinzen da. Aber der jüngste hatte einen Schwanenflügel statt des einen Armes, denn es fehlte ein Ärmel in seinem Panzerhemd; den hatte sie nicht fertig gebracht.

"Jetzt darf ich sprechen!" sagte sie. "Ich bin unschuldig!"

Und das Volk, welches sah, was geschehen war, neigte sich vor ihr wie vor einer Heiligen. Aber sie sank wie leblos in der Brüder Arme, so hatten Spannung, Angst und Schmerz auf sie gewirkt.

"Ja, unschuldig ist sie," sagte der älteste Bruder, und nun erzählte er alles, was geschehen war. Und während er sprach, verbreitete sich ein Duft wie von Millionen Rosen, denn jedes Stück Brennholz im Scheiterhaufen hatte Wurzel geschlagen und trieb Zweige. Es stand eine duftende Hecke da, hoch und groß mit roten Rosen; ganz oben saß eine Blume, weiß und glänzend, sie leuchtete wie ein Stern. Die pflückte der König und steckte sie an Elisas Brust. Da erwachte sie mit Frieden und Glückseligkeit im Herzen.

Und alle Kirchenglocken läuteten von selbst, und die Vögel kamen in großen Zügen. Es wurde ein Hochzeitszug zurück zum Schloß, wie ihn noch kein König gesehen hatte!
Ver hiervandaan, daar waarheen de zwaluwen vliegen als het bij ons winter is, woonde een koning en die had elf zonen en één dochter, Elisa. De elf broers, de prinsen, gingen naar school met een ster op de borst en een sabel opzij; ze schreven op een gouden lei met een diamanten griffel; ze konden net zo goed van buiten als van binnen leren;

O, wat hadden de kinderen het goed, maar zo zou het niet altijd blijven!

Hun vader, die koning was over het hele land, trouwde met een boze koningin die helemaal niet goed was voor de arme kinderen; de eerste dag was het al goed te merken: op het slot was er groot feest en de kinderen speelden "visite"; anders kregen ze zoveel koekjes en appelbollen als ze lustten, maar nu gaf zij hun alleen maar wat zand in een theekopje en zei dat ze maar moesten doen alsof er thee in zat.

De week daarop deed ze het zusje Elisa bij boerenmensen in de kost, en het duurde niet lang of ze wist de koning zoveel slechts over die arme prinsjes wijs te maken dat hij niets meer om hen gaf.

"Vlieg maar weg, de wereld in, en zorg voor je zelf!" zei de boze koningin. "Vlieg als grote vogels, zonder stem!" Maar ze kon het toch niet zo erg maken als ze wel wilde. Ze werden tot prachtige, wilde zwanen die met een wonderlijke kreet uit de vensters van het slot naar buiten vlogen over park en bos. Het was nog heel vroeg in de morgen toen zij voorbij het boerenhuis kwamen waar Elisa, hun zusje, lag te slapen. Hier zweefden ze over het dak, draaiden met hun lange hals en sloegen met hun vleugels. Ze moesten weer verder, hoog in de wolken, ver weg de wijde wereld in, daar vlogen ze een groot, donker bos in dat zich helemaal tot aan het strand uitstrekte.

De arme kleine Elisa stond in het kamertje van de boer met een groen blad te spelen en ze maakte een gat in het blad, keek daardoorheen naar de zon. En toen was het of ze de heldere ogen van haar broers zag, en telkens als de warme zonnestralen op haar wang schenen was het of zij haar kusten.

De ene dag verliep als de andere. Wanneer de wind blies door de hoge rozenhagen om het huis fluisterde hij tot de rozen: "Wie zou er mooier zijn dan jullie?" Maar de rozen schudden het hoofd en zeiden: "Dat is Elisa!"

Toen ze vijftien jaar was moest ze naar huis; en toen de koningin merkte hoe mooi ze was geworden, had ze geen vriendelijk woord meer voor haar over; ze had haar graag in een wilde zwaan veranderd, net als de broers, maar dat durfde ze niet dadelijk te doen omdat de koning zijn dochter wilde zien. Vroeg in de morgen ging de koningin naar het badhuis dat geheel van marmer was en waar zachte kussens en heerlijke tapijten lagen, en ze nam drie padden, kuste ze en zei tot de eerste: "Ga op Elisa"s hoofd zitten, wanneer zij in "t bad gaat, opdat zij net zo"n botterik wordt als jij!" - "Ga op haar voorhoofd zitten," zei ze tot de tweede, "opdat ze net zo"n lelijkerd wordt als jij, zodat haar vader haar niet herkent!" - "Ga zitten op haar hart," fluisterde ze tot de derde, "maak haar slecht opdat zij weet wat kwelling is!" Toen zette zij de padden in het heldere water dat dadelijk een groenachtige kleur aannam, ze riep Elisa, kleedde haar uit, hielp haar in het water en, terwijl het meisje onderdook, ging de ene pad in haar haar zitten, de andere op haar voorhoofd en de derde op haar borst, maar Elisa scheen daar niets van te merken. Zodra ze bovenkwam dreven er drie rode papavers op het water; als de beesten niet giftig waren geweest en door de heks gekust, zouden ze in rode rozen zijn veranderd, maar bloemen werden ze toch, omdat ze Elisa"s hoofd en haar hart hadden aangeraakt: ze was te vroom en te onschuldig dat de betovering macht over haar zou kunnen krijgen.

Toen de oude koningin dat zag wreef ze Elisa in met notensap, zodat ze helemaal donkerbruin werd, ze smeerde haar lief gezichtje in met een stinkende zalf en bracht haar mooie haar helemaal in de war: het was onmogelijk de schone Elisa te herkennen. Toen haar vader haar zo zag, schrok hij dan ook verschrikkelijk en hij zei dat dit zijn dochter niet was; niemand wilde nog iets van haar weten, behalve de waakhond en de zwaluwen.

Toen huilde de arme Elisa en dacht aan haar elf broers die allen weg waren. Ze sloop bedroefd het slot uit, liep de hele dag over veld en heide en toen het grote bos in. Zij wist helemaal niet waar zij heen zou gaan, maar ze voelde zich zo bedroefd en verlangde zo naar haar broers; die waren zeker ook, net als zij, de wijde wereld ingejaagd; hen wilde zij zoeken én vinden.

Ze was nog maar kort in het bos toen de nacht inviel, ze was helemaal verdwaald. Toen ging ze op het zachte mos liggen, ze bad haar avondgebed en leunde met haar hoofdje tegen een boomstronk. Het was er zo stil, de lucht zo zacht, en rondom op het gras en mos, blonken wel over de honderd glimwormpjes als groene lichtjes; toen ze met de hand zacht een tak aanraakte vielen de lichtende diertjes als verschietende sterren op haar neer.

De hele nacht droomde zij van haar broers - ze speelden weer met elkaar als kinderen, schreven met een diamanten griffel op gouden leien en keken in het prach-tige prentenboek, dat een half koninkrijk had gekost; maar op de lei schreven ze niet, zoals vroeger, alleen maar nulletjes en streepjes, nee, ze schreven over de stout-moedigste daden die zij hadden bedreven, en in het prentenboek begon alles te leven, de vogels zongen en de mensen liepen uit het boek weg en spraken tot Elisa en tot haar broers, maar wanneer ze het blad omsloeg sprongen ze er dadelijk weer in, opdat de prenten niet in de war zouden raken.

Toen zij wakker werd stond de zon al hoog aan de hemel; ze kon haar wel niet zien door de dichte dikke takken van de hoge bomen, maar de stralen tintelden als bewegelijk goudgaas; er was een geur van groenheid en de vogels gingen bijna op haar schouders zitten. Zij hoorde het water plassen: er waren heel wat grote bronnen die alle uitstroomden in een vijver; deze had een prachtige zandbodem. Er groeiden wel dichte bosjes omheen, maar op één plek hadden de herten een grote opening gemaakt en hierdoor ging Elisa naar het water. Het was zo helder dat, als de wind niet takken en bosjes had bewogen, men zou geloven dat ze op de bodem waren geschilderd. Zo duidelijk weerspiegelde zich elk blad in het water - het blad in de zon en het blad in de schaduw.

Toen ze haar gezicht zag, schrok ze hevig, zo bruin en lelijk was het. Maar toen ze haar handje nat maakte en over ogen en voorhoofd wreef, kwam het blanke vel weer te voorschijn; toen kleedde zij zich uit en sprong in het frisse water; een liefelijker koningskind dan zij bestond er niet op de wereld. Toen zij zich weer had aangekleed en haar lange haar had gevlochten, ging ze naar deborrelende bron. Ze dronk uit haar holle hand en ging toen weer dieper het bos in, zonder zelf te weten waarheen. Ze dacht aan haar broers, dacht aan de goede God die haar zeker niet zou verlaten: Hij liet immers wilde appels groeien om de hongerige te spijzigen; Hij wees haar zo'n boom, de takken bogen neer van al de vruchten; daar hield ze haar middagmaal, toen stutte ze de takken en ze ging het donkerste deel van het bos in. Daar was het zó stil dat ze haar eigen voetstappen hoorde en elk verdord blaadje dat onder haar voeten vertrapt werd. De hoge stammen stonden zó dicht bij elkaar dat het net was of het ene balkenhek na het andere haar omringde. O, hier was een eenzaamheid die ze nooit tevoren gekend had.

De nacht werd zeer donker, niet één klein glimwormpje gloeide op het mos; ze legde zich bedroefd te slapen. Toen leek het haar alsof de takken van de bomen boven haar uiteengingen en Onze Lieve Heer met milde ogen op haar neerkeek; en kleine engelenkopjes gluurden boven Zijn hoofd en onder Zijn armen uit.

Toen ze de volgende morgen wakker werd wist ze niet, of ze het had gedroomd of dat het werkelijkheid was.

Ze liep enige passen verder, toen ontmoette ze een oude vrouw met een mand bessen, de oude gaf haar er een paar. Elisa vroeg of ze niet elf prinsen door het bos had zien rijden.

"Nee," zei de oude, "maar ik zag gisteren elf zwanen met gouden kroontjes, hier vlakbij de rivier af zwemmen!"

En zij leidde Elisa een eind verder naar een helling; daarbeneden kronkelde een rivier. De bomen langs de oevers sloegen hun lange bladertakken ineen en waar zij elkaar niet zo konden bereiken, daar hadden ze hun wortels uit de aarde losgerukt en bogen ze zich over het water met ineengestrengelde takken.

Elisa zei de oude vrouw gedag en liep stroomafwaarts langs de rivier tot waar deze uitstroomde in de grote, open zee.

Daar lag nu de wijde zee voor haar; maar er was niet één zeilschip te zien en niet één boot: hoe kwam ze nu verder. Ze bekeek de talloze steentjes aan de oever; het water had ze allemaal rond geslepen. Glas, ijzer, steen, alles wat daar was aangespoeld, was gevormd door het water, dat toch heel wat zachter was dan haar eigen, fijne handje. "Dat rolt maar door, en slijpt alle hoeken rond, ik wil net zo zijn! Dank voor de les, heldere, rollende golven; eenmaal, dat zegt mijn hart, zullen jullie me dragen naar mijn lieve broers!"

Op het aangespoelde wier lagen elf witte zwaneveren; ze verzamelde ze in een boeket, er lagen waterdruppeltjes op, of het nu dauw of tranen waren, dat kon niemand zien. Eenzaam was het aan het strand, maar ze merkte het niet, want de zee veranderde steeds, ja, in enkele uren meer dan de binnenmeren in een heel jaar. Kwam er een grote, zwarte wolk, dan was het alsof de zee wilde zeggen: ik kan er ook somber uitzien, en dan naderde de wind weer en verschenen er witte koppen op de golven; maar sliep de wind en straalden de wolken in rode glans, dan was de zee als een rozenblad, dan werd ze groen, dan weer wit, maar hoe rustig en stil de zee ook was, toch stond er aan het strand een zachte deining; het water ging op en neer als de borst van een slapend kind.

Toen de zon onderging zag Elisa elf wilde zwanen met gouden kronen op het hoofd landwaarts vliegen. De een na de ander kwamen zij aanzweven als een lang, wit lint; toen klom Elisa de helling op en verschool zich achter een bosje; de zwanen kwamen vlak bij haar zitten en sloegen met hun grote, witte vleugels.

Toen de zon onder was viel opeens de zwanehuid af en daar stonden elf schone prinsen: Elisa's broers. Zij slaakte een luide kreet want hoewel ze sterk waren veranderd herkende zij hen toch, zij voelde dat ze het moesten zijn; ze sprong in hun armen, noemde hen bij hun naam. En ze waren o, zo gelukkig toen ze hun zusje, zo groot en mooi geworden, herkenden. Ze lachten en huilden en al heel gauw wisten ze van elkaar hoe slecht hun stiefmoeder hen had behandeld.

"Wij broers," zei de oudste, "vliegen als wilde zwanen zolang de zon aan de hemel staat; zodra ze onder is worden we weer mens; daarom moeten we bij zonsondergang ervoor oppassen dat we grond onder de voeten krijgen; want als we dan hoog in de wolken zouden vliegen zouden we ook, als mensen, in de diepte storten. Hier wonen we niet; net zo'n mooi land als dit ligt aan de overkant van de zee; maar de weg daarheen is lang, we moeten de grote zee over en op onze weg ligt geen enkel eiland waar we kunnen overnachten. Eén eenzame klip steekt midden in de zee boven 't water uit; die is net groot genoeg dat wij er dicht aaneengesloten, op kunnen uitrusten; staat er een zware deining, dan spatten de golven hoog over ons heen; maar toch danken wij God ervoor. Daar overnachten wij in menselijke gedaante; zonder die klip zou 't ons niet mogelijk zijn ons vaderland te bezoeken, want om daarheen te vliegen hebben we de twee langste dagen van 't jaar nodig. Slechts één keer in 't jaar is 't ons vergund ons geboorteland te bezoeken, elf dagen mogen we hier blijven en over dat grote bos vliegen, vanwaar wij 't slot kunnen zien waar wij geboren werden en waar onze vader woont, waar wij de hoge toren kunnen zien van de kerk waar onze moeder begraven ligt. Hier zijn bomen en struiken met ons verwant, hier lopen wilde paarden over de vlakten, zoals wij ze zagen toen wij kinderen waren, hier zingt de kolenbrander 't oude lied waarop wij dansten toen wij klein waren, hier is ons vaderland, hierheen drijft ons verlangen ons en hier hebben wij jou gevonden, lief zusje! Twee dagen mogen we nog hier blijven, dan moeten we weer weg over de zee naar een prachtig land, dat ons vaderland niet is! Hoe krijgen we jou mee? Wij hebben geen schip en geen boot!"

"Hoe kan ik jullie bevrijden?" zei het zusje.

En bijna de hele nacht door praatten ze samen; zij sliepen slechts enkele uren. Elisa werd wakker van het geluid van zwanenvleugels die boven haar klapten. De broers hadden weer de gedaante van een vogel aangenomen en vlogen nu eerst in grote kringen rond en toen ver weg. Maar een van hen, de jongste, bleef achter; en de zwaan legde zijn hoofd in haar schoot, en zij streelde zijn witte vleugels; de hele dag waren zij samen. Tegen de avond kwamen de andere terug en toen de zon was ondergegaan werden ze weer mensen.

"Morgen vliegen we hiervandaan en we mogen niet terugkomen, vóór een heel jaar om is; maar jou kunnen we toch hier niet laten! Heb je de moed om mee te gaan? Mijn arm is sterk genoeg om je door 't bos te dragen, zouden onze vleugels samen niet sterk genoeg zijn om met jou over de zee te vliegen?"

"Ja, neem me mee!" zei Elisa.

De hele nacht vlochten ze aan een net van buigzame wilgenbast en taai riet, en het werd groot en sterk; daar ging Elisa op liggen. En toen de zon was opgekomen en de broers weer in zwanen waren veranderd, pakten ze met hun snavel het net beet en vlogen ze met hun slapend zusje de wolken in. De zonnestralen schenen haar vlak in het gezicht en daarom vloog een der zwanen boven haar hoofd, opdat zijn brede vleugels schaduw konden geven.

Ze waren al een eind op weg toen Elisa ontwaakte; zij dacht dat ze nog droomde, zo wonderlijk leek het haar hoog in de lucht over de zee te worden gedragen. Naast haar lag een tak met heerlijke, rijpe bessen en een bos lekkere wortelen, die de jongste broer had verzameld en voor haar neergelegd, en zij glimlachte dankbaar naar hem, want ze merkte dat hij het was die boven haar vloog en met zijn vleugels schaduw gaf.

Ze waren nu zo hoog dat het eerste schip, dat ze onder zich zagen, een witte meeuw leek die op het water lag. Achter hen was een grote wolk, een hele berg, en op die wolk zag Elisa haar eigen schaduw en die van de elf zwanen: reusachtig groot vlogen zij daar; het was een schilderij, indrukwekkender dan zij ooit had gezien; maar naarmate de zon steeg en de wolk achterbleef, verdween dat zwevende schaduwbeeld.

De hele dag vlogen ze suizend als een pijl door de lucht, maar toch moest het langzamer gaan dan anders, want nu hadden ze hun zusje te dragen. Er kwam een zwaar onweer opzetten, de avond begon te vallen; angstig merkte Elisa hoe de zon daalde en nog steeds kregen zij niet de eenzame klip in de zee in het oog. Het leek haar of de zwanen krachtiger met hun vleugels sloegen. Och! het was haar schuld dat ze niet snel genoeg vooruitkwamen; zodra de zon onder was zouden ze in mensen veranderen en in de zee vallen en verdrinken. Toen bad zij uit het diepst van haar hart tot God maar nog steeds zag zij geen klip; de zwarte onweerswolk kwam nader, een krachtige windstoot kondigde een storm aan, de wolken leken één grote dreigende golf die loodzwaar op hen aanrolde; de ene bliksemstraal flikkerde na de andere. Nu raakte de zon de rand van de zee. Elisa's hartje beefde; toen schoten de zwanen zo snel naar beneden dat zij dacht te vallen; maar nu zweefden zij weer. De zon was al tot de helft in het water toen ze de kleine klip onder zich in het oog kreeg, die eruitzag alsof zij niet groter was dan een zeehond die zijn kop uit het water opsteekt. De zon zonk snel, nu was zij niet veel meer dan een ster; toen raakte haar voetje vaste grond en de zon doofde uit als een laatste vonk brandend papier. En ze zag arm in arm de broers om zich heen staan; maar meer plaats dan net precies voor hen en voor haar, was er zeker niet. De zee sloeg tegen de klip aan en viel als een stortregen over hen heen; de hemel was één en al vuur en de ene slag volgde op de andere. Maar zusje en broers hielden elkaar bij de hand en zongen een gezang, waaruit ze troost en moed putten.

Bij het aanbreken van de dag was de lucht helder en stil; zodra de zon steeg vlogen de zwanen met Elisa van het eiland weg. Er stond een hoge zee; het leek toen ze hoog in de lucht waren of de witte schuimkoppen als miljoenen zwanen op de zwartgroene zee zwommen.

Toen de zon hoger kwam zag Elisa voor zich uit, half zwevend in de lucht, een bergland met blinkend-witte ijsmassa's op de hoogvlakten en daarboven, in het midden verhief zich een slot, zeker wel mijlenlang, met de ene trotse zuilengalerij boven de andere; aan de voet wuifden palmbossen en sierbloemen, zo groot als molenstenen.

Zij vroeg of dat het land was waar ze heengingen maar de zwanen schudden hun hoofd: wat ze nu zag was niets dan Fata Morgana's altijdwisselend luchtkasteel; daarheen durfden ze niemand te brengen. Elisa staarde ernaar; plotseling stortten bergen, bossen en slot ineen en stonden daar twintig trotse kerken, alle aan elkaar gelijk, met hoge torens en spitse vensters. Ze meende het orgel te horen spelen, maar het was de zee. Nu was ze vlak bij de kerken, toen werden ze ineens tot een hele vloot die onder haar voer; ze keek naar beneden en nu was het niets dan zeedamp die over het water joeg. Wat een afwisselende vergezichten had zij, vóór zij eindelijk het land in zicht kreeg waar ze heengingen. Daar verhieven zich prachtige, blauwe bergen met cederbossen, steden en kastelen. Lang voor de zon onderging zat zij op de hoogvlakte voor een grote grot, die begroeid was met fijne, groene slingerplanten als geborduurde wandkleden.

"Nu zullen we eens zien, waarvan je hier vannacht zult dromen!" zei de jongste broer en hij wees haar haar slaapkamer.

"Ik wou dat ik droomde hoe ik jullie kon bevrijden!" zei ze; die gedachte hield haar erg bezig. Zij bad innig tot God om hulp en zelfs in haar slaap bleef ze doorbidden. Het leek haar alsof ze hoog in de lucht vloog naar Fata Morgana's luchtkasteel, en een fee trad haar tegemoet, mooi en stralend, en toch leek ze weer erg op de oude vrouw die haar bessen had gegeven in het bos en haar had verteld van de zwanen met de gouden kroontjes. "Je broers kunnen bevrijd worden!" zei ze, "maar heb je moed en uithoudingsvermogen? Wel is de zee zachter dan je fijne handjes en toch kan zij de hardste stenen vervormen, maar zij voelt de pijn niet die jouw vingertjes zouden voelen; ze heeft geen hart, lijdt geen angst en wordt door niets gekweld, zoals jij! Zie je die brandnetel die ik in mijn hand houd? Van dat soort groeien er vele rondom de grot, waar je slaapt; alleen maar deze hier, en diegene, die op de graven der kerkhoven opschieten, zijn bruikbaar, denk daar goed om; die moet je plukken, al zullen ze je huid ook vol blaren branden; stamp de netels met je voetjes stuk, dan krijg je vlas; en van dat vlas moet je elf hemden weven, met lange mouwen, werp die over de elf witte zwanen, dan is 't uit met de betovering. Maar denk er goed om, dat je van 't ogenblik af, dat je met dit werk begint, totdat 't volbracht is, al zouden er ook jaren tussen liggen, niet spreken mag; het eerste woord, dat je zegt, zou het hart van je broers treffen; hun leven hangt van jouw zwijgen af. Denk daar wel om!"

En op hetzelfde ogenblik raakte zij met de netel haar hand aan; 't was als brandend vuur; Elisa werd er wakker van.

Het was klaar dag en dicht bij de plaats, waar ze geslapen had, lag een brandnetel, net zo een als ze in de droom gezien had. Toen viel ze op haar knieën, ze dankte God en ging de grot uit om aan haar werk te beginnen.

Met haar fijne handjes greep ze in de lelijke netels die brandden als vuur; grote blaren kwamen op haar handen en armen; maar dat had ze er graag voor over als zij op deze wijze haar lieve broers kon bevrijden. Elke netel trad zij met haar blote voeten en ze spon het groene vlas.

Toen de zon was ondergegaan kwamen de broers. Zij schrokken erg toen ze haar zo zwijgend aantroffen; ze dachten dat het een nieuwe betovering was van hun boze stiefmoeder; maar toen ze haar handen zagen begrepen ze wat ze ter wille van hen deed. En de jongste broer huilde en waar zijn tranen vielen, daar voelde zij geen pijn, daar verdwenen de brandende blaren.

De nacht werkte zij door want ze had nu geen rust vóór ze haar broers bevrijd had; de hele volgende dag, terwijl de zwanen weg waren, zat zij daar in haar eentje maar nooit was de tijd zo snel gegaan. Eén hemd was al klaar; nu begon ze aan het volgende.

Daar klonk een jachthoorn in de bergen. Zij werd angstig; het geluid kwam nader en zij hoorde honden blaffen; verschrikt trok zij zich in de grot terug. Ze bond de netels die zij had verzameld en gehekeld in een bos en ging daarop zitten.

Op hetzelfde ogenblik kwam een grote hond uit het struikgewas springen en onmiddellijk daarop weer een en weer een; ze blaften hard, liepen weg en kwamen terug. Het duurde niet lang of alle jagers stonden voor de grot en de mooiste onder hen was de koning van het land; hij trad op Elisa toe, nooit had hij zo'n mooi meisje gezien.

"Hoe kom jij hier, lief kind!" zei hij. Elisa schudde haar hoofd, zij durfde niet te spreken, het ging om het leven en de vrijheid van haar broers. Zij verborg haar handen onder haar schort, dat de de koning niet zag wat zij moest lijden.

"Ga met mij mee," zei hij, "hier kun je niet blijven! Ben je zo goed als je mooi bent, dan zal ik je kleden in zijde en fluweel, je een gouden kroon op 't hoofd zetten en zal je wonen op mijn kostbaarste slot!" En toen tilde hij haar op zijn paard; zij huilde en wrong haar handen, maar de koning zei: "Ik wil alleen maar je geluk! Eenmaal zul je mij daar dankbaar voor zijn!" Toen reed hij weg door de bergen met haar vóór zich op zijn paard, en de jagers joegen achter hen aan.

Toen de zon onderging lag de prachtige koningsstad met kerken en koepels voor hen, en de koning leidde haar het slot binnen waar grote fonteinen klaterden in hoge, marmeren zalen, waar de muren en zolderingen rijk beschilderd waren. Maar daar had ze geen oog voor, ze huilde en treurde; willoos liet ze toe dat vrouwen haar koningskleren aantrokken, haar parelen in het haar vlochten en haar fijne handschoenen over de verbrande vingers trokken. Toen ze daar stond in al die pracht was ze zo verblindend mooi, dat het hof nog dieper voor haar boog. De koning verkoos haar tot zijn bruid, hoewel de aartsbisschop met het hoofd schudde en fluisterde dat dit mooie bosmeisje zeker een heks was. Zij verblindde hun ogen en betoverde het hart van de koning.

Maar de koning luisterde niet. Hij liet de muziek spelen, de kostelijkste gerechten opdragen. De mooiste meisjes dansten om haar heen en door geurende tuinen ging het naar prachtige zalen; maar er kwam geen glimlach om haar mond of in haar ogen. Daar stond een eindeloos verdriet. Nu ontsloot de koning een kamertje waar zij zou slapen; het was behangen met kostbare groene tapijten en leek veel op de grot waar zij had gewoond. Op de grond lag de bundel vlas die zij van de netels gesponnen had en van de zoldering hing het hemd dat reeds geweven was; dit alles had een van de jagers meegenomen als een merkwaardigheid. "Hier kun je dromen en denken dat je in je oude huis bent!" zei de koning. "Hier is het werk waar je mee bezig was, nu, midden in al deze pracht, zal je zeker met plezier aan die tijd terugdenken."

Toen Elisa zag wat haar zo na aan het hart lag, glimlachte ze en het bloed keerde in haar wangen terug; zij dacht aan de bevrijding van haar broers en kuste de hand van de koning, en hij drukte haar aan zijn hart en liet alle kerkklokken het bruiloftsfeest verkondigen. Het lieve, stomme meisje uit het bos werd nu koningin van het land.

Toen fluisterde de aartsbisschop boze woorden in het oor van de koning, maar ze drongen niet tot zijn hart door. De bruiloft ging door, de aartsbisschop zelf moest haar de kroon op 't hoofd zetten. En met boze opzet drukte hij de nauwe ring diep over haar voorhoofd, zodat het pijn deed; maar er lag een nog zwaardere ring om haar hart, de zorg over haar broers; de lichamelijke pijn voelde zij niet. Haar mond was stom, één woord zou haar broers het leven kosten, maar in haar ogen stond een diepe liefde voor de goede knappe koning die alles deed om haar blij te maken. Elke dag hield zij meer "van hem; kon zij hem maar in vertrouwen nemen, hem haar lijden vertellen; maar geen woord mocht ze spreken en stil moest zij haar werk afmaken. Daarom sloop zij 's nachts van zijn zijde weg, ging het kleine verborgen kamertje binnen dat was ingericht als de grot en weefde het ene hemd na het andere. Maar toen zij met het zevende begon had zij geen vlas meer.

Op het kerkhof, wist zij, groeiden de netels die ze voor haar werk nodig had maar ze moest ze zelf plukken; hoe kon zij er komen? O, wat is de pijn in mijn vingers gering bij de kwelling in mijn hart! dacht ze. Ik moet 't erop wagen! God zal mij niet in de steek laten! Angstig, alsof het een boze daad was, sloop ze in het heldere maanlicht naar beneden de tuin in. Ze liep door de lange lanen en de lege straten naar het kerkhof. Daar zag ze op een van de grootste grafstenen een groep afschuwelijke heksen in een kring zitten. Zij deden hun vodden uit alsof zij in het bad wilden en toen groeven ze met hun lange, magere vingers in de verse graven. Ze haalden de lijken eruit en aten het vlees op. Elisa moest vlak langs hen heen; zij richtten hun boze ogen op haar, maar Elisa zei haar gebed, verzamelde de brandende netels en droeg ze naar het slot.

Eén had haar gezien, de aartsbisschop. Hij was nog op toen de anderen al sliepen; nu had hij toch gelijk gekregen. Met de koningin was het niet in de haak: zij was een heks en had de koning en het hele volk betoverd.

In de biechtstoel vertelde hij aan de koning wat hij had gezien en waar hij bang voor was. Toen die harde woorden over zijn lippen kwamen schudden de gesneden heiligenbeelden hun hoofd, alsof ze wilden zeggen: niet waar, Elisa is onschuldig! Maar de aartsbisschop legde het anders uit en vond dat het tegen haar pleitte dat de beelden hun hoofd over haar schudden. Toen rolden twee grote tranen over de wangen van de koning, hij ging naar huis met twijfel in zijn hart; en hij deed alsof hij 's nachts sliep, maar hij vond geen rust. Hij merkte dat Elisa opstond en dat herhaalde zij iedere nacht, iedere keer ging hij haar zachtjes achterna en zag haar in haar verborgen kamertje verdwijnen. Elke dag werd zijn gelaat somberder: Elisa zag het wel, maar ze begreep de oorzaak niet en het maakte haar bang; en wat treurde zij om haar broers! Op het koninklijk fluweel en purper vloeiden haar zilte tranen. Die lagen daar als schitterende diamanten, en allen die deze pracht zagen, wensten koningin te zijn.

Intussen was zij spoedig met haar arbeid gereed. Er ontbrak nog maar één hemd; maar zij had helemaal geen vlas meer en geen enkele brandnetel. Nog één keer, maar nu ook voor het laatst, moest ze naar het kerkhof en enkele handen vol plukken. Ze dacht met angst aan de eenzame wandeling en aan de verschrikkelijke heksen; maar haar wil was zo sterk als haar vertrouwen op God. Elisa ging op weg en de koning en de aartsbisschop volgden haar. Bij het hek van het kerkhof zagen zij haar verdwijnen en toen ze naderbij kwamen zaten daar de heksen op de grafsteen, zó als Elisa hen had gezien, en de koning wendde zijn gelaat af, want te midden van die afschuwelijke wezens stelde hij zich haar voor, wier hoofd nog deze avond tegen zijn borst had gerust.

"Het volk moet over haar oordelen!" zei hij, en het volk oordeelde: zij zou verbrand worden in de rode vlammen.

Uit de statige koningszalen werd zij gevoerd in een donkere, vochtige grot, waar de wind door het getraliede venster gierde; in plaats van fluweel en zijde gaf men haar de bos netels die zij verzameld had, daar kon ze haar hoofd op leggen; de harde, brandende hemden die ze had geweven, moesten haar dek en haar bed zijn, maar men kon haar niets geven dat haar liever was, zij vatte haar werk weer op en bad tot haar God. Buiten zongen de straatjongens spotversjes op haar; geen sterveling troostte haar.

Tegen de avond suisde langs het tralievenster een zwanenvleugel: het was de jongste broer, hij had zijn zuster gevonden; en zij snikte luid van blijdschap, hoewel ze wist dat de komende nacht waarschijnlijk de laatste zou zijn die ze beleefde. Maar nu was het werk dan ook bijna klaar en haar broers waren daar.

De aartsbisschop kwam om het laatste uur bij haar te zijn, dat had hij de koning beloofd. Maar zij schudde het hoofd, smeekte met blik en gebaren dat hij toch heen zou gaan; zij moest immers in deze nacht haar werk afmaken, anders zou alles voor niets geweest zijn, alles, smart, tranen en de slapeloze nachten. De aartsbisschop ging weg met boze woorden, maar de arme Elisa wist dat ze onschuldig was en bleef aan haar werk.

Muisjes liepen over de grond, sleepten netels voor haar voeten om toch maar een beetje mee te helpen, en de merel ging in het tralievenster zitten en zong de hele nacht zo vrolijk als hij kon, opdat zij de moed niet zou verliezen.

Het begon te schemeren - pas over een uur zou de zon opkomen - toen stonden daar de elf broers aan de poort van het slot en verlangden voor de koning geleid te worden, maar dat kon niet werd er geantwoord, het was nog nacht, de koning sliep en mocht niet worden gewekt. Zij smeekten en dreigden, de wacht kwam, ja zelfs de koning trad naar buiten en vroeg wat dat betekende; op hetzelfde ogenblik ging de zon op: er stonden geen broers meer, maar over het slot vlogen elf witte zwanen.

Het hele volk stroomde naar buiten de stadspoorten uit, ze wilden zien hoe de heks werd verbrand. Een armzalig paard trok de kar waarop ze zat; men had haar een kiel aangetrokken van grof zakkengoed. Haar prachtige, lange haar hing los om haar schoon hoofd, haar wangen waren doodsbleek, haar lippen bewogen zich zacht, terwijl haar vingers het groene vlas vlochten: zelfs op haar weg naar de brandstapel liet ze het eenmaal begonnen werk niet los; de tien hemden lagen aan haar voeten, aan het elfde werkte ze nog terwijl het volk haar hoonde.

"Kijk eens naar de heks, wat ze mompelt, ze heeft niet eens een gezangboek in haar hand, ze is met haar vervloekte toverkunsten bezig, scheur het in duizend stukken!"

En zij drongen op haar in en wilden het hemd uit elkaar rukken; maar daar kwamen elf witte zwanen aanvliegen, ze gingen om haar heen op de kar zitten en sloegen met hun grote vleugels. Toen ging het volk verschrikt opzij.

"Dat is een teken uit de hemel! Zij is vast onschuldig!" fluisterde de menigte, maar waagde het niet dit hardop te zeggen.

Nu greep de beul haar bij de hand, zij wierp inderhaast de elf hemden over de zwanen en daar stonden elf schone prinsen; maar de jongste had een zwanenvleugel in plaats van een arm, want er ontbrak een mouw aan zijn hemd, dat had zij niet klaar gekregen.

"Nu mag ik spreken!" zei ze, "ik ben onschuldig!" En het volk dat zag wat er geschied was, boog zich voor haar neer als voor een heilige, maar zij zonk bewusteloos in de armen van haar broers, zó hadden spanning, angst en pijn haar aangegrepen. "Ja, zij is onschuldig!" zei de oudste broer en hij vertelde alles wat er gebeurd was. En terwijl hij vertelde verbreidde zich een geur als van miljoenen rozen, want elk stuk brandhout in de brandstapel had wortel geschoten en takken gekregen; daar stond opeens een machtige, hoge geurende haag met rode rozen; bovenaan zat een bloem, wit en stralend als een ster; die plukte de koning en legde haar op elisa's borst: toen ontwaakte zij met vrede en geluk in haar hart. en alle kerkklokken begonnen uit zichzelf te luiden en de vogels kwamen in grote troepen aanvliegen; en er ging een bruiloftsstoet naar het slot terug, als nog geen koning ooit had gezien.




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